Elektromobilität

Zunum Aero: Start-up entwickelt Flugzeug mit Hybridantrieb

von
Paul Bandelin

Bis zu reinen Elektroflugzeugen ist es noch ein weiter weg. In der Zwischenzeit könnten Flieger mit Hybridantrieb die Luft erobern.

Flugzeug mit ausgefahrenem Fahrwerk beim Landeanflug.
Flugzeuge belasten die Umwelt durch hohe Schadstoffemissionen und Fluglärm. Elektrische Antriebe sollen dieses Problem in Zukunft lösen. Foto: Shutterstock / muratart

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Elektroflugzeuge Emissionen, Fluglärm und Kosten verringern
  • Welcher Hybrid-Antrieb im Zunum Aero ZA10 steckt
  • Wie viele Passagiere Zunum Aero bis 2030 mit dem Hybrid-Flieger transportieren will

Bis 2050 will die Luftfahrtbranche ihre Emissionen um die Hälfte verringert haben. Da das Flugverkehrsaufkommen nicht sinkt, scheint das derzeit sehr optimistisch. Da kommt die Elektromobilität wie gerufen: Das Flugzeug wird damit grüner, günstiger und leiser – hat aber noch mit Problemen zu kämpfen.

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Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen. Doch Kurzstreckenflüge mit Hybridantrieb könnten in den kommenden Jahren eine sinnvolle Alternative zu Reisen mit dem Zug sein.

Erstes Regionalflugzeug mit Hybridantrieb

Das in Kirkland, Washington, beheimatete und von Flugzeughersteller Boeing geförderte Start-up Zunum Aero entwickelt derzeit teilelektrische Kleinflugzeuge. Die Besonderheit: Der Antrieb der Motoren erfolgt durch eine Mischung aus einem Hubschraubermotor der Firma Safran und an Bord angebrachten Batterien.

Die Entwicklungskosten des ZA10 belaufen sich auf rund 300 Millionen US-Dollar (etwa 260 Millionen Euro). 2022 soll es mit bis zu zwölf Passagieren an Bord in Betrieb gehen und mit 550 Kilometern pro Stunde durch die Luft düsen. Es ist das erste Regionalflugzeug mit einem Elektrohybrid-Antrieb.

Zwei Quellen bringen das Hybrid-Flugzeug in die Luft. Zum einen ist es ein Hubschrauber-Triebwerk und zum anderen ist es das elektrische Antriebssystem, dessen Energie sich aus Batterien speist. Das Triebwerk ist mit dem Strom erzeugenden Generator gekoppelt und lädt so die Batterien auf. Unternehmensangaben zufolge liefert der Generator eine Leistung von bis zu 500 Kilowatt.

Die Zunum ZA10 wird bahnbrechende Leistungen in den Regionalverkehr bringen

Matt Knapp, Mitbegründer und Technikvorstand von Zunum Aero

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Mit heutigen Batterien allein wären kommerzielle Langstreckenflüge noch nicht realisierbar. Zudem schreibt die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA aus Sicherheitsgründen vor, dass der Treibstoff – oder in diesem Fall die Batterie – eines Flugzeugs 45 Minuten länger halten muss als zum Erreichen des Ziels notwendig ist.

Zunum Aero umschifft die größten Probleme

Bereits 2019 soll der ZA10 die ersten Boden- und Flugtests absolvieren. Ende des kommenden Jahrzehnts soll es dann von zwölf auf 50 Passagiere ausgebaut sein und eine Distanz von 1600 Kilometern am Stück zurücklegen können. Die ersten Interessenten gibt es auch schon. Die private Jet-Charter-Firma JetSuite hat laut Zunum Aero 100 Modelle reserviert.

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