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Leben

Zukunft vorhersagen: Was wissen die modernen Propheten?

von Carola Franzke

Die Zukunft vorhersagen? Das ist schon lange kein Hokuspokus mehr, sondern eine seriöse Wissenschaft. Wir erklären die Methoden der Zukunftsforscher.

Weltraum
Das Geld liegt auf der Milchstraße: Zu den Vorhersagen der Zukunftsforscher gehört auch das sogenannte Asteroid Mining. Foto: Pexels/Kasuma

Das erfahren Sie gleich:

  • Was die Methoden der Zukunftsforscher sind
  • Wie Experten mit Big Data die Zukunft vorhersagen
  • Was Zukunftsforschung so wichtig macht

Warum Vorhersagen über die Zukunft so beliebt sind

Welche Entwicklungen könnte die Zukunft bringen? Vorhersagen über das Leben in der Zukunft sind immer populär, und die Bandbreite ist groß: von Nostradamus' mystischen Schriften, die für 2018 einen „fanatischen Antichristen“ ankündigen, zum denkwürdigen Ausspruch von Kaiser Wilhelm II.: „Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung“.

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Menschen mögen Spekulationen über die Zukunft, haben aber auch große Freude an Irrtümern. So lacht man nicht nur über Wilhelm II., sondern auch gern über Bill Gates, der 1993 das Internet als vorübergehenden Hype einschätzte.

Auch wenn solche Fehlprognosen für Heiterkeit sorgen, ist Zukunftsforschung kein Partygag, sondern eine durchaus ernsthafte Beschäftigung.

Was die Methoden der Zukunftsforscher sind

Moderne Zukunftsforschung kommt ganz ohne Kristallkugeln und Tarotkarten aus: Als Wissenschaftsdisziplin greift die Zukunftsforschung auf Wissen aus vielen Fachbereichen zurück, darunter Mathematik, Kulturwissenschaft und Systemtheorie.

Trendextrapolation, Szenarioentwicklung oder Umfeldmonitoring sind Methoden der Zukunftsforscher. Ernsthafte Experten auf diesem Gebiet haben vielfältige Interessen, sind historisch und kulturell umfassend gebildet und neugierig auf Trends.

In Deutschland kennt man Namen wie Matthias Horx, Peter Wippermann und Lars Thomsen, international sind es eher Dennis Meadows oder Faith Popcorn, die mit „Die Grenzen des Wachstums“ und dem „Popcorn Report“ bekannt wurden.

Diese populären Zukunftsforscher sind überwiegend Marketingexperten und Geisteswissenschaftler. Aber es gibt auch Naturwissenschaftler und Ingenieure, die sich mit dem Thema Zukunftsforschung auseinandersetzen.

Diese Zukunft ist nicht mehr fern: Molekular-Computer und Asteroid Mining.

Einige sehr konkrete Vorhersagen hat der bekannte Physiker Dr. Michio Kaku gemacht: Er sagt das Ende von Moores Gesetz voraus, nach dem sich alle 18 Monate die Leistungsfähigkeit von Computerchips verdoppelt.

Moores Gesetz stößt an physikalische Grenzen, und nach Kakus Überzeugung werden Molekular-Computer die bisherige Technologie ablösen. Magnetresonanz-Tomographen (MRT-Geräte), die heute ein ganzes Zimmer füllen, werden auf die Größe eines Handys schrumpfen, und intelligente Kontaktlinsen ermöglichen uns jederzeit den Zugang zum Internet.

„Mass Customization“, also Spezialanfertigungen in Massenproduktion, wird dank 3D-Druck nichts besonderes mehr sein. Etliche seiner Vorhersagen aus dem Jahr 2016 klingen schon jetzt nicht mehr wie Science Fiction, sondern sind schon fast da.

Etwas wilder muten Prognosen an, die von dem Ingenieur Andrew Anagnost zusammengetragen wurden: Er glaubt an Asteroid Mining und eine Art Goldrausch im All. Es gibt Gründe, diese Prophezeiungen durchaus ernst zu nehmen, denn dank privater Raumfahrtunternehmen dürfte die Kommerzialisierung des Weltraums nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Etwa 700 Menschen wollen als Touristen ins All und haben schon Tickets für einen suborbitalen Flug mit dem Raumflugzeug VSS Unity von Richard Bransons Virgin Galactic gebucht. Auch Elon Musk ist mit SpaceX auf dem Weg in den Weltraum, und Amazon-Gründer Jeff Bezos will mit Blue Origin abheben.

Asteroid
Der Weltraum, unendliche Weiten: Der Trend zur privaten Raumfahrt bedeutet auch eine Kommerzialisierung des Weltraums. Foto: NASA

Sind diese Vorhaben erfolgreich, werden rund um die Raumfahrt ganz neue Unternehmen und Dienstleistungen entstehen. Sehr realistisch erscheinen etwa die Gedanken zur Herstellung von Bauteilen im Weltall per 3D-Druck, die mit vorhandenen Rohstoffen auf dem Mond oder dem Mars gedruckt werden könnten.

Die Unternehmen Planetary Resources und Deep Space Industries beispielsweise bereiten sich schon darauf vor, Bergbau im All möglich zu machen – das sogenannte Astroid Mining.

Wie Experten mit Big Data die Zukunft vorhersagen

Ganz klar: Die individuelle Zukunft eines einzelnen kann niemand vorhersagen. Oder? Mit Big Data versuchen Marktforscher, unser Kaufverhalten vorherzusagen. Die NSA wertet mit Big Data die Netztopologie unserer Sozialkontakte aus, um Minority-Report-mäßig kriminelles Verhalten zu verhindern.

Und ein Forschungsprojekt in Stanford versucht, mit Big Data den Tod vorherzusagen. Für diese Projekte in Sachen Wahrsagerei legt aber niemand Karten oder liest aus der Hand, hier geht es knallhart um Mathematik: Die Methoden der Zukunftsforscher sind Wahrscheinlichkeiten und logische Verknüpfungen.

Zugegebenermaßen funktionieren solche Vorhersagen ziemlich gut: Wie oft treffen Werbeeinblendungen im Internet ins Schwarze? Und wie häufig hört man inzwischen Nachrichten über festgenommene Terrorverdächtige und verhinderte Anschläge!

Man braucht dafür vor allem viele Daten und eine leistungsstarke Auswertung, um Wahrscheinlichkeiten zu errechnen. Und egal, wie erstaunlich die Ergebnisse manchmal sind: Niemand kann mit Sicherheit sagen, wann der große, dunkle Mann in unser Leben tritt oder der große Reichtum kommt, höchstens, wie wahrscheinlich das ist.

Was Zukunftsforschung so wichtig macht

Für Unternehmen und Regierungen ist es überlebenswichtig, sich mit der Zukunft zu befassen: Ob man nun Produkte und Fabriken für die nächsten drei Jahre plant oder städtische Infrastrukturen für die nächsten 30.

Einen Produktionsstandort schließen oder modernisieren? Braucht dieses Produkt – Telefonbücher, Stadtpläne, Kameras, Röhrenfernseher, Musikkassetten. – auch in ein paar Jahren noch jemand, oder wie könnte das Produkt angepasst werden, damit es in der Zukunft attraktiv bleibt?

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Eine Entscheidung der deutschen Marine um 1900 trug dazu bei, dass später der erste Weltkrieg ausbrach.

Staatliche Aufgaben sind längerfristig angelegt, und oft genug auch deutlich folgenreicher. So hat eine Entscheidung der deutschen Marine um 1900 dazu beigetragen, dass später der erste Weltkrieg ausbrach: Man hatte sich für einen Schiffstyp entschieden, der klein und wendig war – eine vorhersehbare Provokation für die Nachbarstaaten um Nord- und Ostsee, die dann zum Wettrüsten mit der britischen Flotte geführt hat. Gut, wenn man sich vorher Gedanken über die Zukunft macht.

Heute befassen sich Zukunftsforscher im staatlichen Auftrag zum Glück eher mit Fragen wie „Wie bewegen wir uns in Zukunft durch die Stadt?“, um über Busspuren oder breitere Straßen, Radwege oder Parkplätze zu entscheiden.

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