Elektromobilität

Zehn Fakten, die Sie zum Experten für E-Mobilität machen

von Ralf Bielefeldt

Täglich fluten neue Infos über Elektroautos und die Mobilität von morgen durch die Medien. Mit diesen Zahlen und Fakten punkten Sie beim Smalltalk.

Ein Autobahnkreuz aus der Vogelperspektive.
Bisher sind noch wenige Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs – das wird sich aber sicher bald ändern. Foto: Shutterstock/Darjus Urbanovic

Das erfahren Sie gleich:

  • Durch welche Stadt das erste offizielle E-Auto fuhr
  • An welcher Stelle Deutschland bei den Investitionen für E-Mobilität liegt
  • Wieviele Elektroautos weltweit über die Straßen rollen

Fakt 1: Der erste Elektromotor wurde 1834 konstruiert

Das Feuer, das Rad, die Dampfmaschine. Diese drei Erfindungen zählen sicher zu den herausragenden Innovationen der Menschheitsgeschichte. Sie brachten Wärme und Licht ins Dunkel, machten Gegenstände beweglich und verwandelten Druckenergie in physikalische Arbeit.

Der neue Audi e-tron

Der erste rein elektrische SUV von Audi.

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Letzteres ist der Verdienst von Thomas Newcomen (1663-1729). Im Jahr 1712 entwickelte der Brite die erste Dampfmaschine. Sie diente zur Wasserhebung in Bergwerken. Mehr als 120 Jahre lang war diese Technik das Nonplusultra der Mechanik, dann wurde der erste praxistaugliche Elektromotor konstruiert – 1834 in Potsdam, 28 Jahre vor dem ersten Verbrennungsmotor von Nicolaus Otto (1832-1891). Die Elektromobilität ist also älter als gedacht.

Fakt 2: Der erste elektrische Antrieb bewegte ein Boot

Moritz Herrmann von Jacobi (1801-1874) gilt als die treibende europäische Kraft hinter der Weiterentwicklung des Gleichstrom-Elektromotors. Der deutsch-russische Physiker und Ingenieur machte den E-Motor zur Antriebsquelle und brachte ihm zuerst das Schwimmen bei.

Jacobi baute das 200 Watt starke Aggregat in ein Boot für sechs Personen ein und ließ es publikumswirksam durch Sankt Petersburg schippern. Auch heute ist der Elektroantrieb für Schiffe spannend – etwa für Fähren . Vier Jahre später testete der schottische Erfinder Robert Davidson (1804-1894) die erste E-Lok. Sie fuhr 1842 von Edinburgh nach Glasgow.

Moritz Hermann von Jacobi
Der Physiker Moritz Hermann von Jacobi (1801-1874). Foto: picture alliance / Heritage Images

Fakt 3: Das erste E-Auto fuhr durch Paris

1881 fuhr das erste Elektroauto durch die Pariser Rue de Valois. Das nach seinem Konstrukteur benannte Dreirad "Trouvé Tricycle" wog bei der Jungfernfahrt mit Fahrer 160 Kilogramm. Wer von beiden schwerer war, ist nicht überliefert. Dafür kennt Wikipedia die exakten Maße des Monoposto: Länge 2134 mm, Breite 914 mm, Höhe 1270 mm, Radstand 1524 mm. Der E-Motor von Siemens leistete 74 Watt. Für die Kraftübertragung sorgte eine Kette.

Fakt 4: Elektroautos kommen in Deutschland ins Rollen

Statistisch ist die E-Mobilität auf deutschen Straßen noch ein zartes Pflänzchen. 53.861 Elektroautos und 236.710 Hybrid-Pkw meldet das Kraftfahrt-Bundesamt als Bestand am 1. Januar 2018. Das entspricht einem Marktanteil von 0,1 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent am Gesamtmarkt (46,5 Millionen Pkw).

Ein Autoreifen in Nahaufnahme.
Die E-Mobilität kommt in Deutschland im wahrsten Sinne des Worten ins Rollen. Foto: Shutterstock/icsnaps

Immerhin: Der Trend zeigt klar nach oben. Im ersten Quartal 2018 wurden 9102 reine Elektroautos und 28.281 Hybridautos (davon Plug-in: 8447) neu zugelassen. Allein im März legten E-Autos um 73,1 Prozent zu, Hybrid-Pkw um 45,4 Prozent. Der Gesamtmarkt hingegen gab um 3,4 Prozent nach. Sicherlich trägt auch der Umweltbonus dazu bei, den die Regierung an E-Auto-Käufer zahlt.

Fakt 5: China ist das Paradies der Elektromobilität

Mehr als 1,2 Millionen Elektroautos sind in China bereits zugelassen. Allein 2017 kamen 579.000 neue hinzu. China ist somit in jedem Fall Vorreiter in Sachen Elektroautos. Auf Platz zwei folgen die USA mit einem Bestand von 751.510 E-Autos. Rang drei der weltweiten E-Charts geht an Japan mit 201.410 elektrisch angetriebenen Pkw.

Fakt 6: Shenzhen ist die Welthauptstadt der E-Busse

16.359 im öffentlichen Personen-Nahverkehr eingesetzte Busse wurden in Shenzhen auf Elektroantrieb umgestellt – der gesamte Bestand der 12,5 Millionen Einwohner zählenden Metropole im Südosten Chinas. 2010 hatte die Stadt den Startschuss zu der Nachhaltigkeits-Offensive gegeben.

Zum Vergleich: Laut dem "E-Bus-Radar" der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) fahren in Deutschland insgesamt 528 Stück Elektrobusse – die meisten davon in Solingen (50 Stück).

Eine überfüllte Straße im chinesischen Shenzhen.
Shenzhen: Die Metropole im Südosten Chinas hat weltweit die meisten Elektrobusse in Betrieb. Foto: picture alliance / dpa

Fakt 7: Deutschland investiert am meisten

Rund 3,2 Milliarden Euro wurden am Standort Deutschland seit 2016 in Elektromobilitäts-Projekte wie Werkserweiterungen und Entwicklungszentren investiert.

Damit liegt die Bundesrepublik laut einer Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young klar vor China (990 Millionen Euro) und den USA (890 Millionen Euro). Insgesamt haben die 16 größten Automobilkonzerne der Welt laut Ernst & Young in den vergangenen zwei Jahren 25 Investitionsprojekte angeschoben, die im direkten Zusammenhang mit dem Durchbruch der E-Mobilität stehen.

Fakt 8: Bayern hat die meisten Ladestationen

4502 öffentlich zugängliche Ladeeinrichtungen meldet die Bundesnetzagentur mit Stand 5. April 2018. Die meisten davon befinden sich in Bayern (916), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (838) und Baden-Württemberg (599). Da die Ladesäulenverordnung (LSV) keine lückenlose Meldung der deutschen Ladeinfrastruktur vorschreibt, ist die tatsächliche Zahl höher als auf der offiziellen Ladekarte angegeben.

Die Bundesregierung spricht von aktuell insgesamt 9377 Ladepunkten (Stand Februar 2018). Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hatte zuvor bereits 10.878 öffentlich zugängliche Ladepunkte gezählt.

Öffentliche Ladestationen in der Nahaufnahme.
Kein deutsches Bundesland hat mehr öffentliche E-Auto-Ladestationen als Bayern. Foto: Shutterstock/ThomBal

Fakt 9: H-Kennzeichen schlägt E-Kennzeichen

63.518 Autos hatten zum Jahreswechsel 2018 ein Elektrokennzeichen, das vielerorts zum kostenfreien Parken berechtigt. Zum Vergleich: 477.368 Fahrzeuge in Deutschland tragen ein H-Kennzeichen. Klassik schlägt Zukunft. Noch.

Fakt 10: 25 Millionen neu zugelassene E-Autos

Weltweit hat der Bestand an Elektroautos im vergangenen Jahr um 55 Prozent zugelegt, meldet das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Stuttgart. Anfang 2018 waren demnach weltweit 3,2 Millionen E-Autos auf den Straßen unterwegs.

Bliebe die globale Steigerungsrate annähernd auf diesem Niveau, steige die Zahl der E-Neuzulassungen bis zum Jahr 2025 auf jährlich mehr als 25 Millionen Einheiten.

Wer selbst darüber nachdenkt, sich ein E-Auto anzuschaffen, der findet bei aio viele nützliche Tipps rund um Kauf und Leasing von Elektroautos.

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