Elektromobilität

Windparks: Wie umweltfreundlich sind Windräder wirklich?

von Paul Bandelin

Sauberer Strom für die Elektromobilität kommt vor allem aus Windparks. Aber wie hoch ist die Belastung für die Umwelt, besonders bei Offshore-Parks?

Drei weiße Windräder vor einem blauen Hintergrund.
Strom aus nachhaltigen Energiequellen bedeutet auch Windkraft. Doch die Nachteile des Baus von Windparks müssen sich erst amortisieren. Foto: Shutterstock/ssuaphotos, aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso Windparks auch Nachteile für die Natur haben
  • Welche positiven Effekte es im Gegenzug gibt
  • Wie ein Blasenschleier die Schweinswale schützt

Vor den Küsten der großen Industrienationen mehren sich die Offshore-Windparks. Die Windräder nehmen immer größere Ausmaße an, um mehr grüne Energie zu erzeugen und eine saubere Stromerzeugung zu ermöglichen – unter anderem für eine wirklich saubere Form der Elektromobilität.

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Was sich in der Theorie positiv anhört, hat aber auch seine Schattenseiten, denn vollkommen frei von schädlichen Umwelteinflüssen sind die Windparks nicht. Dabei ist zum einen die direkte Umgebung im Meer betroffen, und zum anderen bedarf es eines enormen Energieaufwandes, eine derartige Anlage zu bauen.

Die Nachteile von Windparks für die Umwelt

Die Errichtung von Offshore-Anlagen hat nur selten unmittelbar positive Auswirkungen auf die Meeresflora und -fauna. Die Errichtung des Fundaments verursacht unterseeisch einen extrem hohen Lärmpegel, und auch an Land kommt es zu radikalen Veränderungen, wenn erst neue Zufahrtswege für die schweren Maschinen geschaffen werden müssen.

Außerdem wird beim Bau des Fundamentes der Boden verdichtet – die dabei entstehenden Geräuschpegel sind für Tiere unter Wasser kaum auszuhalten.

Auch wenn es noch keine Langzeitstudien zu dauerhaften Schädigungen der Meerestiere gibt, steht ein negativer Einfluss außer Frage. Hinzu kommen alljährliche Wartungsarbeiten sowie – durch die Rotation der Windräder – ein permanenter Lärmpegel unter Wasser, der in der Nordsee beispielsweise bei Schweinswalen zu Orientierungslosigkeit führt.

Schätzungen zufolge dauert es etwa ein Jahr, bis sich eine Windkraftanlage im Wasser energetisch amortisiert hat.

Die Vorteile von Windparks für die Umwelt

Es gibt aber auch positive Auswirkungen und Maßnahmen, um die Errichtung der Windparks umweltfreundlicher zu gestalten. So ist es etwa verboten, in den Windparks zu fischen. Zerstörerische Kräfte wie die Schleppnetzfischerei, die seit Jahrzehnten den Meeresboden der Nordsee zerstört, gibt es zwischen den großen Windrädern nicht.

Die bodenberührende Schleppnetzfischerei hat in der Nordsee massive Auswirkungen. Da es in den Parks keine Fischerei gibt, werden dort Flächen geschont.

Biologe Ronald Nehls

Heruntergefischte Populationen haben dort die Möglichkeit, sich zu erholen. Das sieht auch der Biologe Roland Nehls so, er ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Bioconsult in Husum. Gegenüber dem IT-Portal Golem sagt er: „Davon profitieren die Fische. Auch benthische Lebewesen, also solche, die am Meeresboden leben, etwa Krebse und Hummer, besiedeln die neuen Lebensräume. An manchen Fundamenten hängen zehn Tonnen Muscheln.“

Luftaufnahme des Offshore-Windparks "Nordsee 1" vor der Insel Spiekeroog (Ostfriesland).
Windräder des Offshore-Windparks "Nordsee 1" vor der Insel Spiekeroog (Ostfriesland). Foto: picture alliance/ Ingo Wagner/ dpa

Zur Dämmung des Lärms, der beim Bau einer Offshore-Anlage unter Wasser entsteht, nutzen die Ingenieure einen Blasenschleier, der später allerdings wieder abgebaut wird. Bei diesem wird auf dem Meeresboden ein Kreis aus kleinen Düsenrohren gelegt, die Luftblasen Richtung Wasseroberfläche schießen. Der so entstehende Vorhang dämpft die Schallemissionen signifikant.

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Der Blasenschleier schützt besonders Meerestiere, die über ein Sonar verfügen – wie beispielsweise Schweinswale. Eine vollkommene Neutralisierung ist allerdings noch nicht möglich. Vögel hingegen lassen sich im Betrieb durch eine Art „akustischen Leuchtturm“ davor warnen, in die rotierenden Flügel zu geraten.

Fazit: Große Turbinen sind besser

Klar ist in jedem Fall, dass ein großer Windpark mit großen Turbinen umweltfreundlicher ist als mehrere kleine Anlagen. Zum einen muss die Logistik – Installationsschiffe, Zufahrtswege, Fundament – nur einmal bereitgestellt werden, zum anderen ist auch der Wartungsaufwand geringer. Daraus ergibt sich, dass ein 15 Megawatt erzeugendes Windrad umweltfreundlicher ist als drei je fünf Megawatt erzeugende Räder.

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