Leben

Windfarmen: Wichtig für die Elektromobilität, gefährlich für Vögel

von Carola Franzke

Windfarmen liefern dringend benötigten Ökostrom für die Elektromobilität. Doch Naturschützer warnen vor Gefahren für Vögel – und entwickeln Schutzmaßnahmen.

In einem ländlichen Gebiet mit grünen und braunen Feldern stehen mehrere Windkraftanlagen.
Alternative Energie: Die Anzahl an Windkraftanlagen auf dem Festland stieg im vergangenen Jahr in Deutschland um mehr als sechs Prozent. Foto: Unsplash/Karsten Würth

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie viele Windfarmen es in Deutschland gibt
  • Warum Vögel mit Windkraftanlagen kollidieren
  • Wie Forscher Windfarmen für Vögel sicherer machen

Wie viele Windfarmen es in Deutschland gibt

Erst mit Ökostrom und alternativer Energie werden Elektroautos wirklich umweltfreundlich. Eine große Rolle spielen dabei Windfarmen, also die Ansammlung von mehreren Windenergieanlagen.

Davon gibt es immer mehr: Laut dem Bundesverband Windenergie standen Ende 2017 in Deutschland alleine auf dem Festland (onshore) 28.675 Windenergieanlagen – und es kommen jedes Jahr rund 1800 neue hinzu. Die Windfarmen auf dem Wasser (offshore) sind da noch gar nicht mitgezählt.

Die Kehrseite des Ausbaus der Windfarmen: Jedes Jahr werden rund 350.000 Vögel bei Zusammenstößen mit Windkrafträdern getötet. Der Ausbau der alternativen Energie kostet also einer großen Anzahl von Tieren das Leben.

Die Gefahr, die durch Windfarmen vor allem für Vögel entsteht, soll nun ein „akustischer Leuchtturm“ abwenden. Dazu experimentieren Forscher mit hochfrequenten Warntönen, die die Vögel auf Hindernisse wie Windfarmen oder auch Handy-Funkmasten und Hochhäuser aufmerksam machen sollen.

Warum Vögel mit Windkraftanlagen kollidieren

Aber warum kollidieren Vögel überhaupt mit Hindernissen? Das hat vor allem damit zu tun, wohin Vögel beim Fliegen sehen. Die Augen sitzen bei ihnen seitlich am Kopf, und sie blicken im Flug zur Seite und nach unten, um sich zu orientieren.

Evolutionär war das nie ein Problem, insbesondere in größeren Höhen. Ist dort aber nun ein Windkraftrad im Weg, und der Vogel fliegt in die kreisenden Turbinenflügel, hat er kaum noch eine Überlebenschance.

Wie Forscher Windfarmen für Vögel sicherer machen

John Swaddle, Biologe am College William & Mary im US Bundestaat Virginia, sucht einen Weg, um die Vögel zu schützen. Sein Ansatz: Die Vögel aufschrecken, damit sie nicht nur nach unten sehen, sondern das Hindernis wahrnehmen.

Schall lässt sich ausrichten. Das bedeutet, man kann die Töne in einer Region vor Windfarmen hörbar machen, und das auch noch so, dass Menschen in Bodennähe von den Tönen gar nichts hören können.

Die Vögel treten auf die Bremse: Sie richten die Schwanzfedern nach unten, so dass sich der Körper leicht aufrichtet.

Die Vögel dagegen werden dazu gebracht, quasi auf die Bremse zu treten: Sie richten die Schwanzfedern nach unten, so dass sich der Körper im Flug leicht aufrichtet. Swaddle zieht den Vergleich: „Stellen sie sich vor, jemand geht über die Straße und starrt dabei auf sein Handy. Wenn man hupt, schauen die meisten Leute hoch.“

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Die ersten Versuche zeigen, dass die meisten Tiere dank der Warntöne die Hindernisse wahrnehmen und umfliegen. Für diejenigen, die nicht mehr ausweichen können, reduziert sich die Gefahr von tödlichen Schädeltraumata, da sie wenigstens nicht mehr mit dem Kopf voran aufprallen. Das funktioniert nicht nur mit Windkrafträdern, sondern auch mit Hochhäusern, Handy-Funkmasten oder anderen hohen Bauwerken.

Mithilfe der neuen Technik könnte das Angebot an alternativer Energie und Ökostrom weiter ausgebaut werden, ohne das Leben der Zugvögel zu gefährden.

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