Leben

Wilde Kräuter: Die neuen alten Superfoods

von Leonie Butz

Chia-Samen und Goji-Beeren sind der Trend in der gesunden Küche. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn Superfoods doch direkt vor der Haustür wachsen?

Wilde Kräuter: Die neuen alten Superfoods
Was haben Brennnessel, Löwenzahn und Gänseblümchen gemeinsam? Sie sind alle Superfoods von heimischen Wiesen. Foto: Unsplash/Benny Jackson

Das erfahren Sie gleich:

  • Superfoods müssen nicht teuer oder importiert sein
  • Brennnessel und Gänseblümchen: Nachhaltiges und günstiges Health-Food
  • Wilde Kräuter wachsen prima im eigenen Garten

Von wegen Unkraut: Nachhaltige Superfoods

Bei der gesunden Ernährung greifen viele zu Avocados, Moringa oder Chia-Samen. Keine Frage, die Superfoods sind gesund – aber die Ökobilanz der importierten und oft aufwändig verarbeiteten Lebensmittel ist alles andere als gut. Ganz von den enormen Kosten für das exotische Essen abgesehen. Wie praktisch wäre es da, wenn die Superfoods bei uns wachsen würden?

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Moment, das tun sie: Wilde Kräuter aus Wäldern und von Wiesen sind die einheimischen Superfoods. Denn wie ihre berühmten Verwandten sind sie reich an Nährstoffen, Vitaminen und Enzymen – wachsen aber praktischerweise direkt vor der Haustür.

Als Unkraut verschrien und dabei so gesund ist die Brennnessel. Bereits die Universalgelehrte Hildegard von Bingen kannte im Mittelalter die Heilkräfte der Pflanze, die zum Lindern von Muskelkrämpfen oder Venenleiden diente. Aber nicht nur äußerlich ist das wehrhafte Gewächs ein echtes Wundermittel. Die Brennnessel ist reich an Kalzium, Magnesium und Eisen, außerdem stecken viel Eiweiß sowie Vitamin A und C drin. Eine echte Nährstoff- und Vitaminbombe also. In Tees, Salaten, Brotaufstrichen oder Suppen macht sich die Super-Pflanze sehr gut.

Getrocknet hält sich der Hagebutten- oder Brennnesseltee sehr lange.

Hübsch und nichts dahinter? Von wegen. Im Gänseblümchen stecken viel Vitamin C, Magnesium und Eisen. Außerdem fördern die enthaltenen Bitterstoffe eine gesunde Darmflora. Und auch der Löwenzahn kann da mithalten: Ebenfalls reich an Bitterstoffen, enthält er auch viel Vitamin A und C. Gänseblümchen, Löwenzahn, Brennnessel, diese Pflanzen lassen sich sogar im Winter finden – so kommen sie zu jeder Jahreszeit frisch auf den Tisch. Wer sie aber lagern möchte, der kann sie einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Aufgehängt oder auf einem Stofftuch verteilt, lassen sich die Kräuter auch trocknen. So hält der Brennnesseltee noch länger.

Kräuter und Beeren als Health-Food

Wem Brennnessel und Löwenzahn nicht genügen, der findet in heimischen Wäldern und auf den Wiesen noch viele andere gesunde Kräuter wie Bärlauch oder Sauerklee. Die Blätter der Pflanzen lassen sich aber sehr leicht mit Giftpflanzen wie Maiglöckchen beziehungsweise Buschwindrösschen verwechseln. Diese Kräuter sind also nur etwas für fortgeschrittene oder mit der richtigen Kräuter-App ausgestattete Sammler. Wer sich aber nicht sicher ist, der sollte lieber die Finger davonlassen und auf die Pflanzen verzichten.

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Neben Kräutern finden sich aber noch andere Superfoods ganz in unserer Nähe: Wahre Vitamin-C-Bomben sind dabei Hagebutten und Sanddorn: Hagebutten haben 20 Mal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte, Sanddorn liefert etwas weniger Vitamin C, dafür zusätzlich reichlich Vitamin B12. Ebenfalls super gesund sind Heidelbeeren, die Anthocyane enthalten, ein natürliches Mittel gegen Hautalterung. Die Beeren lassen sich in vielen Wäldern finden und schmecken als Marmeladen oder Tees ausgezeichnet.

Kräuter und Beeren als Health-Food
Kräuter und Beeren werden in der Küche zu echten Superfoods – besonders die Hagebutte hat viele gesunde Inhaltsstoffe. Foto: Unsplash/mimiori

Brennnessel und Löwenzahn im Garten

Wer auf den Wald, nicht aber auf die heimischen Superfoods verzichten möchte, der kann sich die Pflanzen auch im eigenen Garten anbauen. In einem Naturgarten wachsen Brennnesseln, Löwenzahn und Gänseblümchen meist sowieso bereits wild, andere Kräuter fügen sich dort aber ebenfalls gut ein. Besonders gut an den Wildkräutern ist auch, dass sie sehr robust gegen schlechte Witterung und Schädlinge sind – sie brauchen also nicht viel Pflege und liefern doch zuverlässig eine reichliche Ernte. Viel frischer können Superfoods nicht auf den Teller wandern.

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