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Wiedereinstieg: Wie killt die Elternzeit nicht die Karriere?

von Sabrina Lieb

Eine Frau am Laptop
Nach der Elternzeit wieder in den Job einsteigen: Mit einiger Vorbereitung – noch vor dem Ausstieg – wird's was. Foto: CC0: Unsplash/rawpixel.com

Das erfahren Sie gleich:

  • Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit – was Sie schon vor der Rückkehr tun können
  • Auch in Elternzeit können Sie in Teilzeit arbeiten
  • Die Karriere muss nicht unter der Babypause leiden

Der Nachwuchs ist da – und mit ihm kommen die Fragen zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Fünf Tipps, an was Sie schon vor der Rückkehr denken sollten.

Arbeiten nach der Elternzeit

Die Elternzeit ist vorbei, und für Sie steht nun der zweite Neustart in der Firma an. Nach der Zeit als Vollzeitmama freuen sich viele Mütter wieder auf die Rückkehr in ihren Beruf und auf ein Stück von ihrem alten Leben. Auf die Vorfreude folgt häufig jedoch auch ein mulmiges Gefühl bei dem Gedanken an den Wiedereinstieg in den Job.

Wie hat sich das Unternehmen weiterentwickelt? Wie wirkt sich das auf meinen zukünftigen Berufsalltag aus? Kann ich nahtlos anknüpfen oder wird die Elternzeit möglicherweise mein Standing im Unternehmen verschlechtert haben und sich negativ auf meine Karriere auswirken? Wir geben Tipps, wie Frau den Wiedereinstieg schon vor dem Ausstieg optimal vorbereitet.

Der richtige Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Mit der Schwangerschaft und nach der Geburt eines Kindes haben Mütter erst einmal andere Dinge im Kopf, aber schon zu diesem Zeitpunkt lohnt es sich, noch einmal genauer auf den eigenen Job zu schauen. Welche Wünsche und neuen Ziele habe ich nach dem Wiedereinstieg an meinen Arbeitgeber, wie viel kann und will ich nach der Elternzeit arbeiten, wie lassen sich meine Vorstellungen als berufstätige Mutter mit Kind am besten umsetzen?

Umso früher Sie mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre berufliche Karriere sprechen, desto leichter wird der Wiedereinstieg für beide Seiten.

Treffen Sie klare Entscheidungen und informieren Sie Ihren Arbeitgeber frühzeitig über Ihre berufliche Neuausrichtung, spätestens jedoch drei Monate vor Ende der Elternzeit. Machen Sie sich bewusst, dass Sie dabei mögliche Kompromisse eingehen, insbesondere dann, wenn Sie Ihre Wünsche sehr kurzfristig melden. Informieren Sie sich vor dem Gespräch gründlich über die aktuellen gesetzlichen Regelungen zur Elternzeit und zum Arbeitsschutz. Umso früher Sie mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre berufliche Karriere sprechen, desto leichter wird der Wiedereinstieg für beide Seiten.

Brille auf einem Laptop
Auch während der Elternzeit lässt sich die Karriere weiterverfolgen: In Teilzeit oder als Springer für die Krankheitsvertretung bleiben Sie in Kontakt mit dem Arbeitgeber. Foto: CC0: Unsplash/Craig Garner

In Elternzeit Teilzeit arbeiten

Auch während Sie Elterngeld in Anspruch nehmen, können Sie bis zu 30 Stunden pro Woche Teilzeit in Ihrer Elternzeit arbeiten. So behalten Sie als berufstätige Mutter einerseits den Kontakt zum Arbeitgeber. Auf der anderen Seite sind auch Unternehmen froh, nicht vollständig auf Ihre Mitarbeiter verzichten müssen.

Wenn Sie bereits vor der Elternzeit in Teilzeit gearbeitet haben und Ihre Teilzeittätigkeit in Elternzeit fortsetzen möchten, benötigen Sie keine Zustimmung des Arbeitgebers. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie die weiterführende Teilzeittätigkeit mit dem Antrag auf Elternzeit mitteilen, damit auch das Unternehmen Planungssicherheit hat.

Wenn Sie sich erst im Laufe der Elternzeit dazu entschließen, Ihren Teilzeitjob weiterzuführen, müssen Sie hingegen Ihren Arbeitgeber um Zustimmung bitten. Beim Einigungsverfahren um Teilzeit sieht das Gesetz vor, dass Sie grundsätzlich mit Ihrem Arbeitgeber über Ihren Teilzeitwunsch verhandeln müssen. Hierfür reicht jedoch ein formloser Antrag auf Teilzeit in Elternzeit aus, bei dem Sie sich innerhalb von vier Wochen mit Ihrem Arbeitgeber einigen.

Frau mit einem Block auf dem Schoß und einem Stift in der Hand
Wer sich während der Elternzeit weiterbildet, macht sich noch Attraktiver für den Arbeitgeber – und bleibt up to date. Foto: CC0: Unsplash/The Climate Realit

Engagement und Qualifikation für die Karriere

Wenn bei Ihnen eine Teilzeitstelle keine Option ist, gibt es andere Wege, um mit Ihrem Arbeitgeber in Verbindung zu bleiben und die Karriere zu sichern. Halten Sie Kontakt mit Kollegen, erkundigen Sie sich nach internen Fortbildungen.

Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, einmal als Urlaubsvertretung einzuspringen. Bieten Sie Ihrem Arbeitgeber diese Optionen an. Auf diese Weise bleiben Sie nicht nur bei Veränderungen im Unternehmen up to date sondern signalisieren auch Interesse und Engagement. Um fachlich fit zu bleiben, können Sie auch von Zuhause aus einiges tun.

Vergessen Sie nicht, dass Sie auch in Ihrer Elternzeit viele neue Stärken entwickelt haben.

Bevor Sie nach der Elternzeit wieder einsteigen, lohnt sich daher auch ein Stärken- und Schwächencheck. In manchen Bereichen Ihres Berufes müssen Sie vielleicht Fähigkeiten und Wissen auffrischen. Informieren Sie sich in Fachmedien über aktuelle Themen und Entwicklungen in Ihrem Berufsfeld, möglicherweise lässt sich auch ein Fern- oder Onlinekurs in den Tagesablauf integrieren.

Vergessen Sie dabei nicht, dass Sie auch in Ihrer Elternzeit viele neue Stärken entwickelt haben, die Ihnen in Ihrem Berufsalltag zugute kommen werden. Organisatorisches Geschick, starke Nerven, soziale Fähigkeiten sind nicht nur in den heimischen vier Wänden sondern auch im Berufsleben gern gesehene Gäste.

Eine Frauenhand hält eine Kinderhand
Damit der Wiedereinstieg nach der Elternzeit reibungslos verläuft, lohnt es sich bereits frühzeitig, sich um die Kinderbetreuung zu kümmern. Foto: CC0: Unsplash/Aditya Romansa

Kinderbetreuung frühzeitig organisieren

Wenn Sie nach der Elternzeit wieder arbeiten gehen, brauchen Sie jemanden, der Ihren Nachwuchs während der Arbeitszeit betreut. Nutzen Sie die Schwangerschaft und Elternzeit, um sich ausführlich über das Betreuungsangebot in Ihrer Umgebung zu informieren.

Das bekannte Dilemma mit der Kitasuche: Kindergarten, Kita oder Hort müssen frühzeitig organisiert werden. Ziehen Sie bei Bedarf auch Alternativen wie eine Tagesmutter und Kinderfrau in Betracht und sichern Sie ein privates Auffangnetz aus Familie, Freunden, Nachbarn oder anderen Eltern, die einspringen können, sollte Ihr Nachwuchs krank werden.

Ein Baby auf dem Schoß des Vaters
Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden: Geht Frau wieder arbeiten, häufen sich meist die Kritiker, die den Wiedereinstieg für zu früh halten. Foto: CC0: Unsplash/Picsea

Mit den Kritikern richtig umgehen

Wenn Sie als berufstätige Mutter wieder zurück in den Arbeitsalltag gehen, wird nicht jeder in Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis laut Beifall klatschen. Es wird immer Personen geben, die der Ansicht sind, Ihr Wiedereinstieg in den Beruf sei viel zu früh.

Manche Stimmen werden gar so laut, dass Sie berufstätigen Müttern vorwerfen, sie würden ihr Kind vernachlässigen. In solchen Fällen ist es wichtig, dass Sie selbstsicher zu Ihrer Entscheidung stehen. Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden! Nach der Elternzeit wieder arbeiten zu gehen ist eine Entscheidung, die Sie gemeinsam mit Ihrer Familie und für sich selbst getroffen haben.

Sie wissen selbst am besten, was gut für Ihren Nachwuchs ist. Und glückliche, rundum erfüllte Mütter sind bekanntlich die besten.

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