Technik

Wie LED-Beleuchtung mehr Sicherheit im Straßenverkehr schafft

von Ji-Hun Kim

Von Lichtlinien bis zu fliegenden Straßenlaternen: Diese vier LED-Technologien machen den Straßenverkehr für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer sicherer.

Der Fahrradfahrer Matt Ritz Wright fährt auf einem von Drohnen beleuchteten Weg.
Es werde Licht: Nutzer von Fleetlight können per Smartphone Drohnen mit LED-Scheinwerfern ordern, die ihnen in den Weg beleuchten. Das System ist allerdings noch in der Beta-Phase. Foto: picture alliance / empics

Das erfahren Sie gleich:

  • Was die Vorteile von LED-Beleuchtung sind
  • Welche vier Ideen es für LEDs im Straßenverkehr gibt
  • Wie sich LED-Beleuchtung durchgesetzt hat

Was die Vorteile von LED-Beleuchtung sind

LED-Beleuchtung im Straßenverkehr – die meisten Menschen denken dabei erst mal an Autos mit LED-Scheinwerfern. Die Vorteile gegenüber klassischen Halogenlampen oder Xenonlicht: Längere Haltbarkeit, geringerer Stromverbrauch.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Doch neben LED-Scheinwerfern bei Autos gibt es im Straßenverkehr noch ganz andere Anwendungen von LED-Beleuchtung. Hier kann der kreative Einsatz von LED-Technik für mehr Sicherheit und Sichtbarkeit sorgen.

Welche vier Ideen es für LEDs im Straßenverkehr gibt

LED-Idee 1: Lichtlinien und Bodenampeln

Fortschrittlich zeigen sich in dieser Hinsicht die Niederlande. In der Ortschaft Bodegraven-Reeuwijk sind die sogenannten Lichtlijn (Lichtlinien) im Einsatz. Fußgängerampeln, die zusätzlich per LED einen roten bzw. grünen Streifen auf den Boden projizieren. So sollen auch notorische Smartphone-Nutzer erkennen, ob sie die Straße überqueren dürfen oder nicht.

Auch in Deutschland wird die „Smombie-Ampel“ (Smombie ist eine Kombination aus "Smartphone" und "Zombie" und meint Menschen, die völlig auf ihr Handy fixiert sind) oder auch Bompel (für Bodenampel) genannte Technik in einigen Kommunen getestet – zum Beispiel in Köln und Augsburg.

LED-Idee 2: Die künstliche Fahrradspur

Ganz ähnlich funktionieren Fahrradlichter mit LED-Projektoren, die eine Art Fahrradstraße auf den Boden projizieren. Im Dunkeln können Autofahrer einfacher den Sicherheitsabstand zu Velofahrern einhalten, und Radler können sich so ein bisschen mehr Sichtbarkeit verschaffen. Ein simples wie effektives System für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

LED-Idee 3: Die fliegende Straßenlaterne

Nicht nur Ampeln und Fahrradwege, auch Laternen können neu gedacht werden. Zum Thema mobile Straßenbeleuchtung hat das englische Versicherungsunternehmen Directline mit einem Forscherteam die erste fliegende Straßenlaterne erfunden.

Fleetlights nennt sich die autonome Drohne mit lichtstarker Beleuchtung, die per App angefordert werden und so Fußgängern oder Fahrradfahrern im Dunkeln individuell den Weg ausleuchten kann. Fleetlights können aber auch bei Rettungseinsätzen in Gebirgen oder auf offener See eingesetzt werden.

LED-Idee 4: Das Auto als Projektor

Der japanische Autobauer Mitsubishi hat 2017 das Konzeptauto EMIRAI4 auf der Tokyo Motor Show vorgestellt. Das futuristische Vehikel verfügt über das sogenannte Safer and Secure Lighting System, das Projektionen auf die Fahrbahn werfen kann, um Signale an Fußgänger und andere Teilnehmer im Verkehr senden zu können.

Sensoren in der Karosserie erkennen, wenn die Tür geöffnet wird und so können zum Beispiel Fahrradfahrer durch Warnsignale auf der Straße auf eine mögliche Gefahrensituation hingewiesen werden.

Ganz ähnlich funktionieren die Digital Lights von Daimler. Es handelt sich um ein hochauflösendes Scheinwerfersystem, das mit bis zu zwei Millionen Pixeln Auflösung arbeitet und vielseitig einsetzbar ist. Auch hiermit lassen sich wie bei Mitsubishi Symbole und Muster auf die Straße projizieren, jeder einzelne Lichtpunkt lässt sich einzeln ansteuern.

In einer dunklen Umgebung projiziert ein Mercedes ein Schneeflockensymbol auf den Boden.
Malen mit LEDs: Das Digital Light kann unter anderem Symbole auf den Boden projizieren. Ein Beispiel: Wenn die Außentemperatur unter 5°C fällt, erscheint ein Glättewarnsymbol. Foto: Daimler AG

Fußgängerüberquerungen können genauso auf die Straße gebracht werden, wie Führungslinien bei Autobahnbaustellen und Abstandsmarkierungen. Noch dieses Jahr soll die Technik in ersten Flottenfahrzeugen integriert werden.

Wie sich LED-Beleuchtung durchgesetzt hat

Im Jahr 2014 gewannen die Forscher Shuji Nakamura, Isamu Akasaki und Hiroshi Amano den Nobelpreis für Physik. Den Preis erhielten die Physiker für die Erfindung der blauen LED.

Dabei ist die blaue LED alles andere als eine moderne Erfindung. Denn bereits 1992 wurde die Technologie entwickelt, die heute Basis für Smartphone-Taschenlampen und viele andere Beleuchtungsmethoden ist.

Wir sehen die Auswirkungen dieser Erfindung, wir sehen sie auf der Straße, überall.

Olle Inganäs, Nobel-Komitee

Die wissenschaftliche Ehre kam dem Trio also erst mit reichlicher Verspätung zuteil. Die LED musste sich offenbar erst im Alltag beweisen. Denn heute kann man behaupten, dass wir in einer Ära der LED-Beleuchtung leben. Olle Inganäs vom schwedischen Nobel-Komitee hierzu: „Wir sehen die Auswirkungen dieser Erfindung, wir sehen sie auf der Straße, überall.“

Lichtkonzepte mit modernen Leuchtdioden (LED steht für „light-emitting diode“) sparen nicht nur Strom. Sie bieten völlig neue Ansätze jener technischen Revolution der künstlichen Beleuchtung, die einst mit der Glühbirne von Thomas Edison im 19. Jahrhundert begann.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Technik immer informiert.

LEDs lassen sich nämlich einzeln und im Verbund komplex programmieren. Die meisten Premium-Autos werden heute innen wie außen mit LEDs beleuchtet. Auch im Haushalt haben LEDs größtenteils Halogen, klassische Glühbirne und Energiesparlampen abgelöst.

Fazit: LED-Beleuchtung wird sich noch weiter entwickeln

Die Möglichkeiten digitaler Beleuchtungssysteme sind dabei noch lange nicht ausgeschöpft. Die hier gezeigten Beispiele zeigen den Anfang einer Entwicklung, die im Verkehr für mehr Sicherheit sorgt, aber zusätzlich viel Raum für interessante Spielereien anbietet. Fliegende, flexible Ampeln mit projizierten Bodenmarkierungen, die nur dann zum Einsatz kommen, wenn das Verkehrsaufkommen das auch wirklich einfordert. Wieso auch nicht?

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen