Elektromobilität

Wie Elon Musk Autos unter die Erde verbannt

von Dirk Kunde

Statt auf fliegende Autos zu setzen, will Elon Musk dem Stau unter der Erde entgehen. Auf Elektroschlitten sollen sie automatisch ihr Ziel erreichen.

Eine Straße im Tunnel
Tunnel statt Stau: Elon Musk will Autos unter die Erde bringen, um den Verkehr aufzuräumen. Foto: CC0: Unsplash/Frederic Koberl

Das erfahren Sie gleich:

  • Tesla-Chef Elon Musk hat genug vom Stau in Los Angeles
  • Deshalb verbannt er Autos unter die Erde
  • Sie gleiten mit bis zu 200 km/h durch das Tunnelsystem

Die Idee entstand im Stau von Los Angeles

Einige hundert Meter hat Godot bereits geschafft. Unter dem Firmengelände von Space X in Hawthorne, einem Stadtteil von Los Angeles, fräst sich die Bohrmaschine mit ihren achteinhalb Meter Durchmesser durch den Untergrund. Das 1200 Tonnen schwere Gerät stammt vom deutschen Hersteller Herrenknecht. Die Boring Company hat es gebraucht gekauft. Man möchte erst mal sehen, wie man damit voran kommt.

Hyperloop
Godot ist schon da: Die Bohrmaschine von Elon Musks Firma Boring Company kommt aus Deutschland. Foto: Boring Company

Bis Tunnel die Lösung für den Verkehrsinfarkt in Los Angeles sind, dürfte es also noch etwas dauern. Doch Elon Musk, Chef von Tesla, Space X und der Boring Company, will Autos mit bis zu 200 km/h durch Betonröhren schicken. Wer in der Metropolregion Los Angeles mit seinen 13 Millionen Einwohnern täglich im Stau steht, kommt schon auf verrückte Ideen.

Elon Musk setzt auf Tunnel

Es sind einfach zu viele Autos auf den Straßen unterwegs. Der Verkehr muss in die dritte Dimension ausweichen, so die Logik von Elon Musk. Zur Auswahl stehen der Himmel und der Untergrund. “Fliegende Autos sind wetterabhängig, machen Lärm und können einem auf den Kopf fallen.” Also geht er unter die Erde: Dort könnten Tunnel auf mehreren Ebenen in alle Richtungen führen. Dass viele Menschen ungern durch Tunnel fahren, umgeht Musk so: Bereits an der Straßenoberfläche fährt der Autofahrer auf einen Schlitten. Der wird per Fahrstuhl nach unten befördert und dann in den Tunnelverkehr eingefädelt. Mit bis zu 200 km/h fährt der Schlitten dem gewünschten Ziel entgegen.

Ein paar Schwierigkeiten gibt bei dem Projekt noch: Das Thema Rettungsschächte für Evakuierungen oder der Zugang für Ersthelfer ist von Musk noch nicht thematisiert worden. Und in etlichen Metropolen dieser Welt dürfte das Bohren von Tunneln nicht nur aufgrund von Gesteinsschichten schwierig werden – bei den Einstiegen müssen Ver- und Entsorgungsleitungen als auch vorhandene Tunnel für U-Bahnen umgangen werden.

Der Weg ins Silicon Valley ist mühsam

Elon Musk ist ein Bauchmensch – und viele Ideen des studierten Physikers und Wirtschaftswissenschaftlers entspringen seinen persönlichen Empfindlichkeiten. Mit seinem Elektroauto fährt der gebürtige Südafrikaner jede Woche von Los Angeles die 575 Kilometer zur Tesla-Fabrik in Fremont als auch etwas weiter in die Zentrale am Rande von Palo Alto im Silicon Valley. Der Verkehr auf der Interstate 5 ist ihm ein Grau und der Zug keine Alternative: Die Amtrak-Verbindung benötigt ins Silicon Valley zehn Stunden.

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Der Verkehr macht mich wahnsinnig. Ich baue eine Bohrmaschine und fange einfach an zu graben...

Auch der Verkehr innerhalb von Los Angeles nervt Elon Musk. Die Fahrt von seiner Villa in Bel Air zum Space-X-Gelände, auf dem sich auch das Tesla Design-Center befindet, dauert immer länger. Also kommt ihm, während er im Dezember 2016 mal wieder im Stau steht, die Idee für die Boring Company. Am 17. Dezember 2016 twittert er: "Der Verkehr macht mich wahnsinnig. Ich baue eine Bohrmaschine und fange einfach an zu graben..." Im Gespräch mit dem US-Journalisten Chris Anderson gibt Musk freimütig zu, dass zum Zeitpunkt des Interviews nur Praktikanten und Teilzeitkräfte an dem Tunnelprojekt arbeiten.

In Samuel Becketts Theaterstück “Warten auf Godot” taucht die Titelfigur niemals auf. Bei der Boring Company fragt man sich, ob die Bohrmaschine Godot jemals Licht am Ende eines Tunnels sehen wird. Aber wahrscheinlich wird es Elon Musk am Ende wieder allen zeigen. Hat er bisher ja immer getan.

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