Elektromobilität

Wie ein Elektroroller aus mir ein Scooter-Mädchen machte

von Michaela Gerganoff

Abgesehen von der Vespa ihres ersten Freundes hatte unsere Autorin Michaela Gerganoff nie einen Draht zu Motorrollern - bis sie in München einen Elektroroller sah. Hier erzählt sie über den Beginn einer großen Liebe.

Wie ein Elektroroller aus mir ein Scooter-Mädchen machte
Unboxing im Großformat: Autorin Michaela Gerganoff mit ihrem (hier noch verpackten) neuen Elektroroller. Foto: Michaela Gerganoff

Das erfahren Sie gleich:

  • Unsere Autorin entdeckt die Liebe zum Elektroroller
  • Ihr Scooter erinnert an eine Vespa
  • An der Steckdose lädt der Elektroroller in vier Stunden

Ein schwarzer Scooter ohne Knattern

Der Blitz schlug heftig ein – dabei überraschend leise. Es war Sommer, ich stand vor dem Eingang einer Münchner PR-Agentur, gerade auf dem Sprung. Termin erledigt, zurück Richtung Hamburg. Da rollten die zwei um die Ecke: ein wunderschöner schwarzer Scooter mit hübscher Fahrerin. Sie stoppte vor mir, nahm den Helm ab und schüttelte die langen Haare. Klassischer Italo-Moment. Kitsch pur. Aber irgendwas passte nicht. Der Roller sah auf den ersten Blick nach Vespa aus. Oder doch knuffiger? Und noch etwas war anders. Mich irritierte der Sound: Es gab keinen. Null, niente. Kein Knattern. „Unu“ erklärte die Fahrerin, „ein Elektroroller“. Der Roller sah mich mit treuen Kugelaugen an und schloss sich in mein Herz. „Unu amore!“ dachte ich, und „warum nicht?“

Mit einer Vespa fing alles an

Dabei war ich nie ein Roller-Mädchen. Ganz im Gegenteil: Meine 25 mobilen Jahre hatte ich kaum Zweirad-Erfahrung. Mein erster Freund besaß zwar eine knallorangefarbene Vespa, und es machte mir auch einen Riesenspaß, schwer verliebt als Beifahrerin hinter ihm zu sitzen. Aber direkt nach bestandenem Führerschein musste ein Auto her, für mich der Inbegriff von Freiheit. So wurde ich ein Auto-Mädchen, mit Begeisterung für Rundungen aus Blech und tuckernden Otto-Motoren. Käfer eins, Käfer zwei, Karmann Ghia und endlose Überland-Fahrten. Dann bekam ich drei Kinder und tauschte die weich geschwungenen Liebhaber-Karren gegen quadratische Transport-Geräte. Inzwischen nervte mich Autofahren in der Stadt nur noch: Ich hatte keine Lust mehr auf Stop-and-go und Parkplatzsuche, wollte für mittelkurze Wege und Besorgungen keine großes Auto mehr bewegen.

Der Elektroroller erfordert Umdenken

Im Karton wurde der Elektroroller vor meine Haustüre gehoben. Auspacken, aufsteigen, Helm aufsetzen und einmal leicht am Gasgriff drehen: Holla – fast die Hecke gerammt! Nicht schlecht, der Antritt für 2000 Watt. Die erste Ausfahrt mit Herzklopfen wie bei meiner ersten Fahrstunde. Die auf 45 km/h gedrosselte Geschwindigkeit war gewöhnungsbedürftig, insbesondere, wenn mich Autos an die Seite drängten. Mit offensiver Fahrweise ging’s besser: Mitte der Fahrbahn, hier bin ich!

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Ich habe mir angewöhnt, lieber einmal mehr zu hupen.

Auch besorgte mich das fehlende Motorengeräusch, denn so ganz ohne Vorwarnung durch die Straßen zu düsen, ist in meiner kinderreichen Siedlung nicht ungefährlich. Daher habe ich mir angewöhnt, lieber einmal mehr zu hupen. Aber so wie sich die Bedürfnisse der Mobilität ändern, stellen sich auch die anderen Verkehrsteilnehmer um: Und lernen aufmerksam den Verkehr zu beobachten, statt nur nach Gehör die Strassen zu checken. Immerhin werden Elektroroller immer beliebter: Sharing-Dienste wie etwa Emmy und Coup setzen eine beachtliche Flotte von E-Miet-Mopeds ein. In Berlin cruisen bereits über 1000 Fahrzeuge, und auch in Hamburg, München und Mannheim können Teilzeitfahrer Elektroroller in der City per App anmieten.

In vier Stunden ist der Akku voll

Inzwischen fahre ich seit anderthalb Jahren. Als Taxidienst mit Sohn hintendrauf zum Fußball-Training ernten wir anerkennende Blicke der Vorstadtmuttis. Und es fühlt sich sogar ein bisschen cool an. Gleichzeitig freue ich mich, dass meine Steckdose daheim den Koffer-Akku mit Ökostrom in vier Stunden füttert. Wenn das Hamburger Wetter es zulässt – ja, diese Realität darf man nicht außer Acht lassen – dann andiamo!, mache ich einen Giro und surre mit maximalem Grinsen davon. Ich liebe diesen italienischen Moment und denke „amore!“

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