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Technik

Wie ein Amateurfunker einen NASA-Satelliten wiederfand

von Marten Zabel

Nach mehr als einem Jahrzehnt, in dem der NASA-Satellit IMAGE als verschollen galt, hat ein Amateurfunker dessen Signale empfangen.

Der Sternenhimmel
Der Weltraum, unendliche Weiten – trotzdem fand ein Amateurfunker einen vermissten NASA-Satelliten im All. Foto: Unsplash/Taylor Leopold

Das erfahren Sie gleich:

  • Der NASA-Satellit IMAGE galt seit 2005 als verschollen – nun hat ein Amateurfunker seine Signale empfangen
  • Der Kanadier hatte eigentlich nach Spuren des von SpaceX transportierten Geheimsatelliten Zuma gesucht
  • Die US-Weltraumbehörde versucht nun, den Forschungssatelliten wieder zum Laufen zu bringen

Ein totgeglaubter NASA-Satellit

Seit 2005 galt der NASA-Satellit IMAGE als verschollen: Der Kontakt zur Bodenstation war abgerissen und die US-Raumfahrtbehörde hatte das Projekt aufgegeben. Nun hat ein Amateurfunker Signale empfangen, die zweifelsfrei von dem Forschungssatelliten stammen. Eigentlich hatte der Hobby-Weltraumbeobachter den von SpaceX angeblich ins All gebrachten Geheimsatelliten Zuma gesucht. Das Unternehmen hatte diesen als beim Start verloren gemeldet, Gerüchte besagen allerdings, dass dies nur eine Täuschung sei.

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Der "Imager for Magnetopause-to-Aurora Global Exploration", kurz IMAGE, war im März 2000 gestartet und tat dann für einige Jahre seinen Dienst an der Wissenschaft. 2002 wurde die auf zwei Jahre geplante Mission auf unbestimmte Zeit verlängert. Am 18. Dezember 2005 konnte der regelmäßige Kontakt zur Bodenstation nicht aufgebaut werden – Versuche, ihn wieder herzustellen scheiterten und IMAGE blieb stumm. Zwölf Jahre später, im Januar 2018, hat nun ein kanadischer Amateur-Astronom namens Sott Tilley Signale des Satelliten empfangen. Die NASA hat die Echtheit bereits bestätigt – IMAGE ist in seinem Orbit und verfügt über einen funktionierenden Stromkreislauf.

Auf der Suche nach SpaceX-Nutzlast Zuma

Tilley hatte nach Funkspuren des am 7. Januar 2018 von SpaceX beförderten Geheimsatelliten Zuma gesucht. Zwar hatte Elon Musks Raumfahrtunternehmen angegeben, die Fracht habe ihren Orbit nicht erreicht und der Transport sei gescheitert – ganz glauben tut dies aber nicht jeder Beobachter. Tilley ist Teil einer globalen Gruppe von Amateurfunkern, die Signale empfangen, um die Umlaufbahnen von Satelliten zu bestätigen. Eigentlich muss jeder künstliche Himmelskörper bei den Vereinten Nationen registriert werden, um Kollisionen vorzubeugen – gerade Geheimprojekte wie Zuma sind allerdings häufig Lücken in der offiziellen Datenbank.

Start der Rakete, die IMAGE in All schoss
Fast 18 Jahre ist es her, dass IMAGE seine Reise ins Weltall begann. Nach knapp zwölf Jahren ohne Kontakt, will die NASA ihn jetzt wieder in Betrieb nehmen. Foto: NASA

Ist IMAGE noch zu retten?

IMAGE diente der Erforschung der Polarlichter und lieferte während seiner aktiven Phase einige beeindruckende Bilder. Der Satellit ist etwa so groß wie ein Altglascontainer und verfügt über fünf größere Antennen, von denen vier eine Länge von jeweils 250 Metern haben. Ob die wissenschaftlichen Instrumente noch einsatzbereit sind, wird sich nun zeigen müssen – die veränderte Rotationslage des Gefährts könnte ihre Nutzung inzwischen unmöglich machen. Die NASA versucht nun dennoch, den Satelliten mit der Identitätsnummer 166 wieder in Betrieb zu nehmen. Zumindest Informationen zur Ursache der Funkstille erhofft sich die Raumfahrtbehörde aus einer neuen Kommunikation mit ihrem unbemannten Raumfahrzeug. Die Datenanalyse ist derzeit in vollem Gange.

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