Leben

Wie Drohnen den Regenwald retten sollen

von Carola Franzke

Kamera-Drohne vor Bäumen
Drohnen für den Regenwald: In Brasilien pflanzen sie Bäume und kartografieren die Wälder. Foto: Pexels/Pok Rie

Das erfahren Sie gleich:

  • Ein Problem für die ganze Welt ist die Abholzung des Regenwalds
  • In vielen Bereichen des Naturschutzes kommen inzwischen Drohnen zum Einsatz
  • Auch beim Schutz des Regenwalds könnten Drohnen helfen

Ein britisches Unternehmen will Drohnen zum Schutz des Regenwaldes einsetzen: Luftaufnahmen zur Bestandsaufnahme und Saatbomben zum Aufforsten.

Abholzung des Regenwaldes hat viele Ursachen

Technik und Naturschutz sind kein Widerspruch. Ganz im Gegenteil: Das britische Unternehmen BioCarbon Engineering will Drohnen zum Schutz des Regenwaldes einsetzen. Der Gründer Lauren Fletcher ist ein ehemaliger NASA-Ingenieur und Physiker. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der globalen Klimaentwicklung. Fletcher ist überzeugt, dass es möglich ist, den Klimawandel aufzuhalten. Seine Lösung lautet: eine Milliarde Bäume pro Jahr pflanzen, um die Regenwälder wieder aufzuforsten.

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2017 wurden in Brasilien mehr als 60 Menschen im Zusammenhang mit der Abholzung des Regenwaldes ermordet.

Es sind häufig illegale Aktivitäten, die zur Abholzung des Regenwaldes beitragen. Manchmal sind es Bauern, die neue Ackerflächen freilegen wollen, oder es geht um Diebstahl von wertvollen Tropenhölzern. Nicht selten kommen dabei Naturschützer und Ureinwohner der Wälder ums Leben. 2017 wurden in Brasilien mehr als 60 Menschen im Zusammenhang mit der Abholzung des Regenwaldes ermordet. Aber der Regenwald ist oft genug auch ganz offiziell in Gefahr – der brasilianische Präsident Temer plant, Schutzgebiete wie den Jamanxim Nationalpark zu verkleinern. Die Folgen der massiven Abholzung – ob nun legal oder nicht – möchte Lauren Fletcher mit Hilfe von Drohnen bekämpfen.

Bäume pflanzen per Drohne

BioCarbon Engineering will mit Kameradrohnen zunächst die Wälder kartografieren und dabei geschädigte Gebiete aufspüren. Aus den Aufnahmen lassen sich dann Rückschlüsse auf Bodenbeschaffenheit und den vorhandenen Bewuchs ziehen, um die richtigen Baumsaaten für den Standort auszuwählen. Im nächsten Schritt können dann Transportdrohnen losfliegen, um Saatkapseln per Luftdruckkanone in den Boden zu schießen.

Das ist viel effizienter als das übliche Aufforsten per Hand: Die Drohne schafft einen Hektar in 18 Minuten, das wären rund 4800 Bäume am Tag. Außerdem können die Drohnen auch unwegsames Gelände überfliegen und dort aufforsten, wo Menschen nicht so einfach hingelangen. Lauren Fletchers Ziel ist machbar: „Wir verändern die Welt mit einer Milliarde Bäume pro Jahr.“ Ungefähr 60 Drohnen müssten im Einsatz sein, um eine Milliarde Bäume im Jahr zu pflanzen.

Drohnen rund um die Welt im Einsatz

So ganz neu ist Fletchers Idee nicht: Drohnen werden schon in vielen Teilen der Welt für Aufgaben im Naturschutz eingesetzt. Der sibirische Nationalpark Sajano Schuschenskowo nutzt Kameradrohnen, um Schneeleoparden zu zählen, da die Lebensräume der Raubkatzen schwer zugänglich sind. Auch in verschiedenen afrikanischen Nationalparks werden Drohnen eingesetzt: Nashörner und Elefanten fallen wegen ihrer Hörner und Stoßzähne immer wieder Wilderern zum Opfer. Die Drohnen überwachen die Herden und zählen die Tiere.

Auch hierzulande fliegen Drohnen für den Naturschutz – in Deutschland setzen sich Tierfreunde dafür ein, dass Felder vor dem Mähen mit Drohnen abgesucht werden. So will man Rehkitze aufspüren und verscheuchen, denn zur Erntezeit werden immer wieder Kitze von Landwirtschaftsmaschinen verletzt oder getötet.

Es gibt sogar ein Projekt, das dem von BioCarbon Engineering ein wenig ähnelt: Im Thüringer Nationalpark Hainich kartografieren Drohnen die Buchenwälder, um die Artenvielfalt zu dokumentieren.

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