Leben

Wie die Welt die Verschmutzung der Meere stoppen kann

von Paul Bandelin

Die Verschmutzung der Meere ist ein ernsthaftes ökologisches Problem. Aber nicht nur neue Technologien können dagegen helfen – jeder kann mit anpacken!

Eine Plastiktüte im Meer.
Immer mehr Plastikmüll verschmutzt die Ozeane. Foto: Shutterstock / Richard Whitcombe

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die Verschmutzung der Meere immer weiter zunimmt – und wie der Müll überhaupt ins Meer kommt
  • Welche Folgen der Plastikmüll im Meer hat
  • Wie jeder Einzelne etwas gegen die Verschmutzung tun kann

Die Verschmutzung der Meere nimmt weiter zu

Nicht erst seit Kurzem ist die Verschmutzung der Meere ein globales Problem, das uns früher oder später alle betrifft. In der Arktis hat eine Forschungsgruppe so viel Mikroplastik wie noch nie zuvor im Eis gefunden.

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Ein an der spanischen Küste angeschwemmter Pottwal trug 29 Kilogramm Plastikmüll in seinem Magen. Voneinander unabhängige Studien zeigen auf, dass im Jahr 2050 mehr Plastikteile als Fische im Meer schwimmen werden. Höchste Zeit etwas zu ändern – denn das Plastik gefährdet nicht nur das Leben im Meer.

Wie kommt der Müll überhaupt ins Meer?

Von den rund 300 Millionen Tonnen Plastik, die die Industrie Jahr für Jahr produziert (Tendenz nach wie vor steigend), landen laut Experten etwa acht Millionen im Meer. Auch wenn es ein globales Problem ist und Europa fleißig weiterproduziert, so gibt es doch gewisse Regionen, die die Ozeane mit überdurchschnittlich viel Plastikmüll belasten.

Die Spitzenplätze bei der Verschmutzung der Meere nehmen die südostasiatischen Staaten ein – China, Indonesien, die Philippinen, Vietnam und Sri Lanka sind alleine für mehr als die Hälfte des Mülls verantwortlich.

Folgen des Plastikmülls im Meer

Was wir als Menschen sehen – also verdreckte Traumstrände, von Kunststoff eingeschnürte Meeressäuger oder Müllstrudel, die so groß sind wie ganze Bundesländer –, ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Über 70 Prozent der Abfälle sinken Richtung Meeresboden und bleiben so dem menschlichen Auge verborgen. Das Plastik ist nahezu unvergänglich und zersetzt sich durch Sonneneinstrahlung und Salzwasser nur sehr langsam.

Umweltschützer, Wissenschaftler, Politiker und Freiwillige stellen sich deshalb der Herkulesaufgabe, die Menschheit aufzuwecken und unsere Meere zu retten. Sie haben dazu eine Vielzahl von Lösungsvorschlägen unterbreitet. Denn neben einigen technischen Innovationen gibt es auch simple Dinge, die jeder Einzelne tun kann.

Das kann jeder Einzelne tun

1. Läden ohne Verpackungen unterstützen

Eine erste Maßnahme zur Verringerung des produzierten Plastikmülls ist die Etablierung von Läden ohne Verpackungen. Sogenannte Zero-Waste- oder Unverpackt-Läden gibt es in immer mehr Städten , unter anderem Zürich und Berlin – aber auch in kleineren Städten wie Münster, Paderborn und Schwäbisch Gmünd.

Dort wird die Ware ohne Verpackung gekauft, abgewogen und in mitgebrachten Gefäßen nach Hause transportiert. Somit entfällt jede Menge Abfall.

In ein paar Jahren wird man sich gar nicht mehr vorstellen können, anders einzukaufen.

Betreiberin des ersten Zero-Waste-Ladens Zürichs

Doch auch in normalen Geschäften kann man mit seinem Kaufverhalten den Plastikmüll reduzieren. Man muss ja nicht jedes Stück Obst oder Gemüse in einer Plastiktüte zur Kasse tragen – alternativ gibt es auch wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel. Und statt der Plastiktüte an der Kasse tut es beim Gemüsehändler durchaus die eigene Mehrwegtasche.

2. Wattestäbchen, Plastikbecher und Strohhalme boykottieren

Allein in Großbritannien werden jedes Jahr über acht Millionen Trinkhalme weggeworfen. Viele davon landen in Binnengewässern und im Meer – in anderen europäischen Ländern sieht es nicht anders aus. Darüber hinaus sind es oft auch Plastikbecher und Wattestäbchen, die in Massen produziert und dann in der Regel lediglich einmal benutzt werden.

Die britische Regierung zieht deshalb bereits ein Verbot der genannten und weiterer Einwegprodukte in Betracht. Auch in Deutschland werden etwa 7,6 Millionen Plastikbecher jeden Tag nach einmaliger Benutzung weggeworfen.

3. Eine Plastiksteuer befürworten

Vollkommen neu ist der Vorschlag nicht. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, griff die Idee im Frühjahr 2018 aber wieder auf. Auf alle Wegwerf- und Einwegprodukte aus Plastik soll eine Steuer erhoben werden.

Um Wirkung zu zeigen, müsste diese allerdings eine europaweite Gültigkeit besitzen und dürfe dem Konsumenten nicht das Gefühl vermitteln, er habe bereits für eine schlechte Entsorgung bezahlt.

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4. PET-Flaschen vermeiden

Egal, ob Saft, Wasser oder Erfrischungsgetränke – Verbraucher greifen überdurchschnittlich oft zu Behältnissen aus Kunststoff. Dadurch werden vollkommen unnötig riesige Müllberge produziert. Alternativen dazu sind Mehrwegflaschen und wiederverwendbare Hartplastikflaschen, Glasflaschen oder auch Behälter aus Edelstahl. Ein weitere Alternative könnte auch Wasser in einer essbaren Hülle sein.

Ob die Menschheit noch die Kurve kriegt oder sich weiter ihr eigenes Grab schaufelt, lässt sich derweil noch nicht seriös voraussagen.

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