Elektromobilität

Wie das vernetzte Auto den Blick um die Ecke lernt

von Leonie Butz

Vernetzte Autos verfügen über immer mehr Sensoren und Frühwarnsysteme. Wissenschaftler der Stanford University wollen sie jetzt noch vorausschauender machen.

Eine Kurve auf einer Landstraße, die hinter einem Wald verschwindet; auf der anderen Straßenseite sind hügelige Wiesen zu sehen.
Mit Hilfe von Sensoren und Lasern sollen vernetzte Autos zukünftig bereits vor dem Abbiegen in eine verwinkelte Straße schauen können – an dieser Technik arbeiten derzeit Forscher der Stanford University. Foto: Pexels/ bruce mars

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum ein System der Stanford University Autos sicherer machen soll
  • Wie Laser und Sensoren unvorhersehbare Hindernisse sichtbar machen können
  • Welche Optimierungen noch notwendig sind, um das System nutzbar zu machen

Stanford University lehrt Autos das Sehen

Durch Wände können auch autonome und vollvernetzte Autos nicht schauen. Dank eines Forschungsteams von der Stanford University ist es ihnen aber vielleicht bald möglich, noch vor dem Abbiegen um die Ecke zu blicken. Eine entsprechende Studie veröffentlichten die Forscher in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature.

Für die Elektromobilität und in deren Folge das autonome Fahren ist diese Entwicklung ein Meilenstein.

Möglich machen das ein Laser und ein ultraempfindlicher Lichtsensor. Der Laser sendet Licht aus, das Hauswände reflektieren und in alle möglichen Richtungen streuen. So gelangt das Licht auch in die Nebenstraße oder eben um die nächste Hausecke.

Hier trifft das Licht wiederum auf Gegenstände, die es ihrerseits reflektieren. Diese Reflexionen kommen dann beim Lichtsensor wieder an. Für die Elektromobilität und in deren Folge das autonome Fahren ist diese Entwicklung ein Meilenstein.

Vorausschauend mit Lasern und Sensoren

Das klingt nach Science-Fiction, theoretisch ist hiermit aber sogar ein Szenario denkbar, bei dem das Auto dank des Systems bereist abbremst, bevor es hinter der nächsten Kurve zu einem unvorhersehbaren Unfall kommt. In der Praxis liegt aber noch recht viel Arbeit vor dem Team aus Stanford.

Denn, so heißt es in der Studie, die Optik des Systems ist noch nicht ausgereift. Die Sensoren sind zwar empfindlich genug, um kleinste Objekte zu registrieren. Die Darstellung des Signals in einem Gesamtbild dauert aber bisher noch Minuten oder sogar Stunden – ja nach Lichtverhältnissen. Für den Einsatz im Straßenverkehr ist diese Zeitspanne also nicht praktikabel.

Reflektierende Oberflächen für vernetzte Autos

Bereits heute können Sensoren im vernetzten Auto Gefahren erkennen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Mit dem System der Wissenschaftler der Stanford University etwa könnte ein mit moderner Lichttechnik (Lidar) ausgestattetes Auto bereits verdeckte Straßenschilder oder Menschen mit Warnwesten erkennen. Ob das System auch manipulierte Verkehrszeichen entlarven kann – ein Risikoherd für das teilautonome Fahren – das bleibt aber im Verlauf der Weiterentwicklung noch abzuwarten.

Nicht reflektierende Objekte sind für das System bisher aber noch eine große Hürde. In der weiteren Forschungsarbeit wollen sich die Wissenschaftler aber genau darauf konzentrieren. Das System soll genauer und schneller werden - und im Endeffekt praxistauglich für den Einsatz auf den Straßen.

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