Leben

Wertstoffhof zu weit? Elektroschrott schlau entsorgen

von Sabrina Lieb

Am Samstag in die Schlange am Wertstoffhof stellen - das muss nicht mehr sein. Drei junge Gründer haben ein neues Entsorgungssystem für Elektroschrott erfunden.

Wertstoffhof zu weit? Elektroschrott schlau entsorgen
Voll auf Draht: Elektroschrott ist zum Wegschmeißen viel zu schade - ein neues System belohnt das Recycling. Foto: Pixabay/jarmoluk

Das erfahren Sie gleich:

  • Ein neuartiges Entsorgungssystem soll Anreiz für die Abgabe von Elektroschrott schaffen
  • Der lange Weg zum Wertstoffhof entfällt
  • Wer mitmacht, wird außerdem mit Einkaufs-Gutscheinen belohnt

Elektroschrott? Bald kein Thema mehr!

„Das Müllproblem sollen unsere Enkel eines Tages nur noch aus dem Geschichtsbuch kennen“, wünschen sich Marilu, Martin und Florian. Die drei jungen Gründer vom Leipziger Start-up binee arbeiten an einem intelligenten System zum Erfassen von kleinteiligem Elektroschrott. Ihr Ziel: eine echte Kreislaufwirtschaft erschaffen und unnötigen Rohstoffabbau vermeiden. Drei Visionäre, die die Welt auf Ingenieursebene verbessern wollen.

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Der Wertstoffhof ist meist zu weit weg

Der ausgediente Haartrockner, das alte Handy, der generalüberholte MP3-Player, die kaputten Steckdosenleisten und ein Sammelsurium an unzähligen Kabel und Ladegeräten, zu denen es schon lange kein passendes Gegenstück mehr gibt – wer kennt sie nicht, die elektronischen Überbleibsel vergangener Tage, die vermutlich in jedem Haushalt in einer Schublade ihr Dasein fristen. Zwar haben die alten und defekten Elektrogeräte längst ausgedient, aber so wirklich entsorgt werden sie dennoch nicht. Der Weg zum nächsten Wertstoffhof ist zeitraubend, das Gerät war schließlich einmal teuer und ist zu schade für die Tonne. Oder aber der Besitzer weiß schlicht nicht, wohin damit.

Die Boxen stehen unter anderem in Supermärkten, Bioländen oder Drogerien.

Und genau hier setzt die Idee des Start-ups an: Das Entsorgungssystem für Elektroschrott ist ein Netzwerk an Recycling-Sammelpunkten, deren Standorte der Entsorger ganz einfach via Internet und schon bald auch via App ermitteln kann. Die blauen, vorfrankierten Boxen – die sogenannten binees - befinden sich dabei direkt bei den zahlreichen Kooperationspartnern vor Ort, die das Start-up bereits von seiner Idee begeistern konnte. Unter den derzeit rund 20 Partnern befinden sich unter anderem Supermärkte, Bioläden, Drogerien, Apotheken, Bekleidungsgeschäfte oder auch Elektronikfachgeschäfte.

Für die Entsorgung gibt es eine Belohnung

Das Konzept von binee fußt auf einem Belohnungssystem für die Benutzer und ihre Recyclingaktion. Für jedes abgegebene Gerät können die Entsorger einen Gutschein wählen, den sie dann bei einem der kooperierenden Werbepartner direkt einlösen können. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß oder klein das Gerät ist. Für jeden Kopfhörer oder Toaster gibt es die gleiche Belohnung.

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Im Idealfall werfen die Nutzer alles in die Boxen, was sie zuhause sinnlos rumliegen haben.

Mit ihrem intelligenten System zum Erfassen von Kleinschrott wollen die Gründer kleinteiligen Elektroschrott von der Mülldeponie retten und gleichzeitig einen Anreiz für Bürger schaffen: „Im Idealfall werfen die Nutzer alles in die Boxen, was sie zuhause sinnlos rumliegen haben. Wir suchen dann die ökologischste Verwendung für die Geräte und führen diese der Wiederverwertung und Weiternutzung zu. Falls das nicht mehr möglich ist, geben wir den Elektroschrott zur Rohstoffrückgewinnung in einen transparenten Recyclingprozess“ so Martin Jaehnert.

Ist die Box voll, wird sie von einem Logistikunternehmen abgeholt und zu einem zertifizierten Recyclingunternehmen gebracht. Laut dem 32-jährigen Wirtschaftsingenieur würden davon sowohl Umwelt als auch Wirtschaft profitieren. Denn in jedem Gerät stecken wertvolle Rohstoffe, darunter Gold, Silber, Kupfer und Platin. So lassen sich aus 14 Tonnen Elektroschrott beispielsweise eine Tonne Kupfer recyclen. Um die gleiche Menge neu zu produzieren, müssten bis zu 1.000 Tonnen Gestein abgebaut und verarbeitet werden.

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