Technik

NASA: KI entwirft Lander für Erforschung der Saturnmonde

von
Marten Zabel

Wenn die künstliche Intelligenz zum Designer wird: Die Software von Autodesk hat einen Lander für die NASA entwickelt – der soll die Saturnmonde erforschen.

Der erste Entwurf des Landers, den eine künstliche Intelligenz von Autodesk designt hat.
Das erste Modell des Landers, den eine künstliche Intelligenz von Autodesk designt hat. Foto: Autodesk

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie künstliche Intelligenz dabei helfen kann, komplexe Bauteile auch für die Raumfahrt zu designen
  • Wie auf diese Weise ein NASA-Landefahrzeug für die Erforschung der Saturnmonde entstand
  • Wie die Firma Autodesk mit ihrem KI-Design die Raumfahrt revolutionieren will

Ein neues Designkonzept für ein Landegerät der NASA hat eine künstliche Intelligenz mitentwickelt. Der ultraleichte Lander soll irgendwann die Monde der Gasplaneten in unserem Sonnensystem erforschen. Den dazu verwendeten neuen Prozess hat die Firma Autodesk entwickelt. Er sorgt nicht nur für überraschend organische Designs, sondern könnte tatsächlich auch in Branchen jenseits der Raumfahrt Anwendung finden.

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Bei einem Raumfahrzeug zählt im Zweifelsfall jedes Gramm Gewicht. Mit ihrer KI können die Ingenieure von Autodesk Bauteile in wenigen Wochen nach vorgegebenen Spezifikationen herstellen. Der skelettartige Aufbau soll dabei flexibel und stabil sein. Während des Designs probieren sie immer wieder neue Formen aus und wollen sie dann schrittweise in ihrem Materialaufwand minimieren, bis das optimale Teil herauskommt. So entsteht dann die organisch anmutende Form wie beim neuen Landerkonzept für die NASA.

Die Monde des Saturn als Orte des Lebens?

Das Raumfahrzeug soll als Basis für künftige Missionen zu den Monden von Jupiter und Saturn dienen. Die NASA plant, dort nach Spuren von mikroskopischem Leben zu suchen. Die Chancen, dass etwa im Ozean unter der Eisdecke von Europa Bakterien existieren, gelten als gut.

Ein Lander müsste eine Menge besonderer Ausrüstung mitbringen, um das nachzuweisen. Entsprechend muss er möglichst wenig Nutzlast für die Struktur verbrauchen, die dann für Experimente und Geräte übrig bleibt. Gleichzeitig muss das Raumfahrzeug robust genug bleiben, um in unterschiedlichen Geländebedingungen die Landung zu überleben. Und das im Falle von etwa Titan sogar mit dem Einfluss einer Atmosphäre.

Eine Animation des Landers auf einem Saturnmond.
Mit dem Lander will die NASA auf den Saturnmonden nach Leben suchen. Foto: Autodesk

Autodesk arbeitet weiter am Design

Die Firma Autodesk nutzt ihre KI-Algorithmen schon länger für industrielle Designs, die sich deutlich von dem abheben, was im 20. Jahrhundert der Standard war. Solche organisch anmutenden Formen lassen sich teils überhaupt erst mit der Hilfe von 3D-Druckern in der Realität herstellen.

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Manche Segmente können zum Beispiel hohl sein, was sich mit Gieß- oder Fließpressverfahren nicht machen ließe. Entsprechend sehen auch andere neuere Konstruktionen, wie etwa eine per 3D-Drucker hergestellte Brücke in Amsterdam, ähnlich futuristisch aus.

Ob der KI-Lander jemals Realität wird, hängt von vielen Faktoren ab. Darunter auch das Budget der NASA für Missionen zu den Gasplaneten und darüber hinaus. Als Blick in die Zukunft des Raumfahrtdesigns ist das Gefährt allerdings durchaus sehenswert und könnte wegweisend sein. Sonden des 21. Jahrhunderts werden also nicht nur technisch, sondern auch optisch leicht von denen des 20. Jahrhunderts zu unterscheiden sein.

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