Elektromobilität

Wenn das E-Auto liegen bleibt: Pannenhilfe für leere Batterien

von Carola Franzke

Ist der Akku im Elektroauto leer, ist ein Starthilfekabel nutzlos. In Österreich testet der Automobilclub ÖAMTC jetzt eine Pannenhilfe für die Batterie.

Ein aufgestelltes Warndreieck auf der Straße, im Hintergrund steht ein Auto mit Warnblinker.
Wenn das Auto liegen bleibt, ist es beim Verbrenner oft möglich, selbst zu agieren. Bei E-Autos soll das jetzt auch einfacher werden. Foto: Shutterstock/Sergey Mastepanov

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die erste Hilfe für den Akku im E-Auto aussieht
  • Warum Pannenhilfe für die Batterie im E-Auto zu Hilfe zur Selbsthilfe wird
  • Weshalb die Angst vor dem leeren Elektroauto unbegründet ist

Wer mit dem Elektroauto liegen bleibt, kann nicht einfach zum Ersatzkanister greifen – oder zum Starthilfekabel, wie bei einer leeren Batterie im Verbrennungsmotor. Ganz so einfach ist das zumindest bisher nicht gewesen. Doch nun testet der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC) eine Art Powerbank für Elektroautos.

Der Mobile Electric Vehicle Charger kann einem leeren Akku in etwa 15 Minuten genug Energie für rund zwölf Kilometer liefern. So lässt sich dann die nächste Ladesäule ansteuern. Ein wichtiger Schritt für die Elektromobilität. Denn so lässt sich möglicherweise die letzte Angst vor dem Elektroauto beseitigen.

Erste Hilfe für den Akku von E-Autos

Der Mobile Electric Vehicle Charger ist bereits beim niederländischen Autofahrerclub ANWB und beim RAC in Großbritannien im Einsatz. Der amerikanische AAA hingegen hat Pannenhilfe-Trucks auf der Straße. Diese haben gasbetriebene Generatoren an Bord und können in 20 Minuten genug Energie für eine Reichweite von 20 Kilometern liefern.

Bleibt ein Elektroauto mit leerer Batterie liegen, ist die Pannenhilfe sonst nämlich schwierig: In der Regel sollte man Elektrofahrzeuge nicht einfach abschleppen. Es gibt unterschiedliche Pannenhilfekonzepte der Autobauer, grundsätzlich wird aber empfohlen, dass mindestens die Antriebsachse angehoben werden soll. Denn der Motor des Elektroautos würde beim Schleppen als Generator arbeiten und Strom erzeugen – das wiederum kann die Elektronik des Fahrzeugs beschädigen.

Pannenhilfe für die Batterie – oder Hilfe zur Selbsthilfe?

Die Furcht, mit einem leeren Akku liegen zu bleiben, sehen viele als Haupthindernis für die Verbreitung von Elektroautos. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass solche Befürchtungen weitgehend unbegründet sind.
So hatte BMW bei der Einführung seines Elektroautos i3 zeitgleich eine ganze Flotte von mobilen Ladegeräten vorgestellt. Damit sollte im Falle einer leeren Batterie die Pannenhilfe gewährleistet werden. Nachdem sich in der Praxis aber erwiesen hatte, dass diese mobilen Ladegeräte kaum gebraucht werden, wurden sie mehrheitlich wieder außer Betrieb gesetzt.

Solche Erfahrungswerte sind sicher auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Die Hersteller wollen natürlich nicht, dass ihre Kunden schlechte Erfahrungen machen. Elektroautos warnen deshalb rechtzeitig und sehr hartnäckig, wenn sich die Ladung dem Ende zuneigt. Zudem ist die Anzeige der Restreichweite sehr präzise, und die integrierten Navigationssysteme zeigen die Wege zur nächsten Ladestation an.

Keine Angst vor einem leeren Elektroauto

Die meisten Autobauer bieten zudem besondere Dienstleistungen an. So etwa Nissan: Im ersten Jahr nach der Anschaffung gibt es einen kostenlosen Pannendienst, falls der Akku des Elektroautos leer ist. Auch Renault schleppt innerhalb des Garantiezeitraumes kostenfrei zur nächsten Ladestation nach Wahl des Kunden, und das bis zu 80 Kilometer Entfernung.

Neben den Warnungen und besonderen Dienstleistungen spielt sicher auch das Nutzungsprofil eine Rolle, denn wer sich bislang für ein Elektroauto entscheidet, tut das bewusst. In Zukunft wird diese Entscheidung immer leichter fallen: Mit einer immer besseren Ladeinfrastruktur und zunehmend effizienterer Batterietechnologie.

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