Leben

Wenn aus Kunst Umweltschutz wird

von Leonie Butz

Wenn aus Kunst Umweltschutz wird
Kunst ist hübsch und nutzlos? Von wegen: Einige Kunstprojekte dienen ganz direkt dem Umweltschutz. Foto: CC0: Unsplash/Hector Arguello Ca

Das erfahren Sie gleich:

  • In Wien nutzte ein Künstler die Wärme eines Abluftschachts für sein Gewächshaus
  • In New York soll ein schicker Aussichtsturm entstehen, der das Wasser im Central Park reinigt
  • Die Welt braucht mehr von solchen kreativen Ideen, die für die Umwelt entstehen

Manche Kunst soll nicht nur in den Köpfen der Menschen etwas bewegen. Einige Künstler wollen mit ihren Projekten ganz konkret die Umwelt um sich schützen.

Umwelt-Kunst in New York und Wien

Der Abend ist schwül, es weht kein Lüftchen. Das Sommerkleid liegt leicht auf der Haut, schwingt beim Gehen mit. Mit zügigem Schritt geht es in den Biergarten, in einer Hand das Smartphone, um die Verabredung zu informieren, dass es etwas später wird. Kurz mal nicht aufgepasst, und schon weht der Rock von der U-Bahn-Abluft in die Höhe – der ganz persönliche Marylin-Monroe-Moment. Aber die Abluft aus U-Bahn-Schächten kann so viel mehr als das Kleid aufwirbeln und das ganz persönliche Filmzitat schaffen. Ein Künstler aus Wien hat sich deshalb überlegt, wie er die Luft praktisch nutzen kann, dabei die Umwelt schonen und noch eine künstlerische Botschaft senden kann. Denn Kunst kann mehr als gut aussehen, Kunst kann die Umwelt und das Klima schützen.

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Aus Kunst wird aktiver Einsatz für die Umwelt
Bäume pflanzen, schicke Wasserfilter bauen, Abluft produktiv nutzen: Kunst und Schutz der Umwelt können viele Formen annehmen. Foto: CC0: Unsplash/Kyle Ellefson

Aus Kunst wird aktiver Einsatz für die Umwelt

Die Stadt selbst dient ihm als Kulisse: Am Karlsplatz in Wien hat Markus Jeschaunig ein Gewächshaus über einem Luftschacht aufgestellt. In der warmen Luft gedeiht das Gemüse prächtig, und die überschüssige Energie der U-Bahn-Abluft findet ihre Verwendung. "Synergetischen Urbanismus" nennt er sein Projekt, mit dem er überschüssige Energie in der Stadt auffangen und nutzen möchte. In Zukunft sollen noch mehr solcher Objekte hinzukommen, die nicht nur die urbane Abluft nutzen, sondern auch die Menschen der Umgebung zum Gärtnern zusammenbringen sollen.

Transparente Wände bieten einen tollen Ausblick für Touristen, gleichzeitig bereitet die im Verborgenen arbeitende Reinigungsanlage das Wasser des Reservoirs auf.

Auch in New York soll Kunst entstehen, die einen effektiven Nutzen für die Umwelt hat: Im Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir, dem größten See im Central Park. Das 43 Hektar große Gewässer macht sich optisch in Filmen und Serien gut – ist aber so verschmutzt, dass es die Gesundheit von Millionen von New Yorkern, Touristen und Tieren gefährdet. Das amerikanische Design- und Architekturstudio DFA hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, das grüne Wahrzeichen von New York um eine Touristenattraktion zu bereichern und gleichzeitig das Wasser im Reservoir zu reinigen. Ein Turm, der sowohl Aussichtsturm als auch Wasserfilter ist, soll es möglich machen. Mit völlig transparenten Wänden und komplett aus Holz gestaltet, soll der optisch an einen Bohrkopf erinnernde Turm Touristen anlocken. Gleichzeitig bereitet die im Verborgenen arbeitende Reinigungsanlage das Wasser des Reservoirs auf. Dank Fertigbauweise soll die Montage nur rund sechs Monate dauern.

Umwelt-Kunst in New York und Wien
Ein grüner Fleck in New York: Der Central Park nimmt rund sechs Prozent der Bodenfläche Manhattans ein. Foto: CC0: Unsplash/Freddie Marriage

Mehr Kunst für die Umwelt

Die Idee, kreative Energien für das Wohl der Umwelt einzusetzen, ist nicht neu. Bereits Joseph Beuys, der Vater der Aktionskunst, pflanzte in den 80er Jahren im Rahmen der documenta 7000 Eichen in Kassel. Er leistete so gemeinsam mit freiwilligen Helfern mit seiner Kunst einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Aber gerade heute wird der Wunsch nach mehr solcher kreativen Umweltschutz-Werke immer lauter. Das Bewusstsein, dass jeder aktiv gegen den Klimawandel agieren muss, hat sich in den Köpfen der meisten Menschen verankert. Gerade deshalb sollten solche Ideen keine Ausnahmen bleiben, sondern Vorzeigeprojekte und Massenware werden, die über der ganzen Welt verstreut die Umwelt verbessern.

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