Leben

Weltraumtourismus: Hotelier plant private Raumstationen

von Carsten Fischer

Ein Astronaut im Schutzanzug schwebt durch den Weltraum. Unten ist die Erde zu erkennen
Völlig schwerelos: Reisen ins All sollen künftig auch Privatleuten möglich sein – wenn der Weltraumtourismus startet. Foto: CC0: Unsplash/NASA

Das erfahren Sie gleich:

  • Weltraumtourismus ist bald keine Zukunftsvision mehr
  • Hotelier Robert Bigelow entwirft eine aufblasbare Raumstation für Touristen
  • Ein weiteres Habitat soll mehr als doppelt so groß wie die internationale Raumstation ISS werden

Robert Bigelow will 2021 zwei aufblasbare Raumstationen ins All schießen, um die Grundlage für Weltraumtourismus zu schaffen. Und er hat schon neue Ideen...

Weltraumtourismus als neuer Traumurlaub

Privat ins Weltall reisen und dort Urlaub machen – wenn dieser Traum vom Weltraumtourismus demnächst Wirklichkeit werden sollte, dann könnte das an Robert Bigelow liegen. Das Raumfahrtunternehmen des US-Amerikaners, der mit einer Hotelkette reich geworden ist, soll nämlich einen der größten amerikanischen Träume verwirklichen und den Weltraum bevölkern. Ein exklusiver Urlaub geht dann nicht mehr Hawaii oder auf die Malediven – sondern in die Raumstation.

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Neue Firma von Robert Bigelow

Der 72jährige Robert Bigelow hatte 1999 das Technologieunternehmen Bigelow Aerospace gegründet und nun die Tochterfirma Bigelow Space Operations (BSO). Mit diesem Unternehmen will er in spätestens drei Jahren Übernachtungen im All anbieten: Weltraumtourismus soll nicht länger nur eine Zukunftsvision sein. Zwei aufblasbare Raumstationen will BSO mit einer Falcon-Heavy-Rakete von SpaceX in den Orbit schießen. Die Stationen sollen 250 Kilometer über der Erde schweben und primär Ziele für Weltraumtouristen werden.

Konkurrenz für die internationale Raumstation

B330-1 und B330-2 werden die beiden Habitate heißen. Bei einer Länge von jeweils 16 Metern ist geplant, dass jede der Stationen anfangs sechs Leute beherbergen kann. Zudem werden die Objekte mittels einer Brücke miteinander verbunden.

Die sogenannten „Bigelow Expandable Activity Module“ könnten auch von Regierungen und Unternehmen gemietet werden, um Experimente in der Schwerelosigkeit durchzuführen - natürlich immer unter der Aufsicht von BSO, aber eben abseits der internationalen Raumstation ISS.

Im Weltraum sollen sich die beiden Raumstationen automatisch aufblasen und entfalten.

BSO schießt die Raumstationen zunächst unaufgeblasen in eine Umlaufbahn, dort sollen sie sich dann automatisch aufblasen und entfalten. Wie lange der gesamte Prozess dauern soll, ist noch unklar. Dicke weiße Schilde an der äußeren Verkleidung bieten Schutz vor Weltraummüll, Strahlung und umherfliegendem Meteoritengestein.

Laut dem Raumfahrtunternehmen wird dies die größte und komplexeste Konstruktion, die bisher von Menschen als Raumstation genutzt wurde. Das ambitionierte Projekt umfasst ein Gesamtvolumen von 150 Milliarden US-Dollar.

In einer Halle stehen zwei der aufblasbaren Weltraummodule von Robert Bigelow
Schlaue Idee oder Luftnummer? Zwei der aufblasbaren Raumstationen von Robert Bigelow – hier in einem frühen Versuchsstadium. Foto: NASA/Bill Ingalls

Weitere Pläne für Weltraumtourismus

Sollten B330-1 und 2 ein Erfolg werden, hat Robert Bigelow schon weitere Ideen in der Schublade. BSO will dann in den nächsten acht bis zehn Jahren ein weitaus größeres Objekt in den Orbit befördern. Dieses soll die zweieinhalbfache Größe der internationalen Raumstation aufweisen und eine Vielzahl von Menschen beherbergen können. Mit einem erwarteten Gewicht von 75-80 Tonnen würde die Station ein Monster gemessen an derzeitigen Standards.

Den Plänen von Robert Bigelow spielt dabei in die Karten, dass sich Raketensysteme immer weiter entwickeln und in den kommenden Jahren signifikant günstiger werden dürften: US-Präsident Donald Trump will für sein Land eine Vorreiterrolle und macht sich für eine Privatisierung des Weltalls stark.

Zudem sehen sich die Amerikaner von China herausgefordert, denn auch das Reich der Mitte setzt alles daran, das All schnellstmöglich zu besiedeln. BSO will hier definitiv in der ersten Liga spielen - sie wollen in den nächsten Jahren rund 500 neue Mitarbeiter einstellen und nehmen bereits die ersten Reservierungen für Aufenthalte im All entgegen.

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