Leben

Weltraumtourismus: Das erste Hotel im All nimmt Reservierungen an

von Marten Zabel

Orion Span verkauft Flüge zu einem Weltraumhotel, das es noch gar nicht gibt. Dennoch schrecken Weltraumtouristen nicht vor Buchungen zurück.

Computerzeichnung des geplanten Weltraumhotels von Orion Span
Ein echtes Sterne-Hotel: Orion Span bietet Reisen ins Weltall an. Foto: Orion Span

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Weltraumtourismus der große neue Reisetrend werden könnte
  • Was eine Reise ins All künftig kosten soll – und warum das günstig ist
  • Welche Konkurrenz das neue Start-up für Weltraumtourismus bereits hat

Das Start-up Orion Span nimmt jetzt Reservierungen für sein Hotel im Weltraum an – und ist schon für die ersten vier Monate ausgebucht. Das ist aus mehreren Gründen bemerkenswert: Auf der einen Seite hat das Start-up noch keine eigene Technologie im All. Auf der anderen Seite wird bereits bei der Reservierung eine Anzahlung von immerhin 80.000 US-Dollar fällig.

Orion Span verspricht seinen Kunden eine authentische Astronauten-Erfahrung an Bord des Hotels, das in etwa 300 Kilometern Höhe um die Erde kreisen wird.

Das soll bereits 2022 ins All gebracht werden, vermutlich von einem kommerziellen Anbieter wie SpaceX, das bis dahin seine Big Falcon Rocket für Schwerlasttransporte in den erdnahen Weltraum bereitstellen will.

Das laut Anbieter erste Luxushotel im Weltraum soll Platz für vier zahlende Gäste sowie zwei Besatzungsmitglieder bieten. Die Station ist so konzipiert, dass sie nach und nach ausgebaut werden kann, um mehr Aktivitäten und eine größere Gästekapazität anbieten zu können.

Zunächst sollen Kunden im All innerhalb der Station herumschweben, Gemüse anbauen, die Aussicht auf die Erde genießen und per Internet mit ihrem Leben im Weltraum angeben können.

Astronaut werden für zehn Millionen Dollar

Der Standard-Trip zum Weltraumhotel mit dem Namen Aurora Station soll zwölf Tage dauern und mindestens 9,5 Millionen Dollar kosten.

Das ist zwar eine Menge Geld, liegt aber deutlich unter dem Preis, den die wenigen Touristen, die zur Internationalen Raumstation ISS geflogen sind, gezahlt haben. Deren Kosten beliefen sich meist um die 20 Millionen US-Dollar – und es waren bislang erst sieben, die so zum Astronauten werden konnten.

Dass All als privates Urlaubsziel

Orion Span ist nicht das einzige private Unternehmen, das vorhat, in den nächsten Jahren Weltraumtourismus anzubieten: Bigelow Aerospace arbeitet schon länger daran, ein Weltraumhotel Realität werden zu lassen.

Eine Computerzeichnung zeigt, wie sich Astronauten im Inneren der Raumstation beschäftigen
Neue Form der Luxusreise: An Bord des Weltraumhotels sind die Freizeitmöglichkeiten noch relativ gering. Foto: Orion Span

Im Gegensatz zu Orion Span hat die Firma des exzentrischen Milliardärs Robert Bigelow aus Las Vegas allerdings schon echte Erfolge vorzuweisen: Seit 2016 ist das Bigelow Expandable Activity Module an die ISS angedockt, wo es regelmäßig getestet wird.

Mit aufblasbaren Modulen könnte Bigelow Aerospace auf einer etwaigen Raumstation oder einem Hotelmodul an der ISS deutlich mehr Volumen für allerlei Aktivitäten anbieten. Die Technik, das zeigen die Versuche der letzten Jahre, funktioniert. Bigelow will seine Module schon 2021 ins All bringen lassen – und zwar an Bord der bereits erfolgreich getesteten Falcon Heavy.

Fazit: Die Traumreise geht künftig ins All

Es sieht ganz so aus, als sei der erdnahe Weltraum in naher Zukunft ein valides Ziel für superreiche Touristen. Die ersten privaten Raumstationen dafür sind jedenfalls bereits in der Planung. Ob die Umsetzung aber auch so klappt, wie die Firmen ihren Investoren und potenziellen Kunden weismachen wollen, bleibt abzuwarten.

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