Elektromobilität

Weltklimarat: Weltklimareport fordert mehr Elektromobilität

von Paul Bandelin

Der Weltklimareport 2018 legt dar, welche katastrophalen Folgen der Klimawandel hat – eine Lösung sieht der Weltklimarat in der Elektromobilität.

Eine Allee zwischen zwei Feldern.
Nicht nur grün um die Straße herum: Der Weltklimarat fordert mehr Elektromobilität. Foto: Shutterstock / StockStudio

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der Weltklimarat mit seinem Oktober-Bericht 2018 die Dringlichkeit des Klimaschutzes untermauert
  • Wie 250 Experten aus 6000 wissenschaftlichen Arbeiten den Weltklimareport gefertigt haben
  • Warum es laut Experten in Zukunft bedeutend mehr Elektromobilität braucht

Der Sommer 2018 brach nicht nur in Deutschland etliche Rekorde, allein der Juli war drei Grad wärmer als im Durchschnitt. Ganz Europa schwitzte, und selbst in Stockholm gab es Temperaturen von 30 Grad und mehr. Die Menschen in Europa haben in diesem Sommer quasi am eigenen Leib erfahren, wovon der IPCC-Sonderbericht handelt.

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Das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) ist auch als Weltklimarat bekannt. In seinem aktuellen Sonderbericht mahnt der Weltklimarat zu einem radikalen Umdenken. Die südafrikanische Wissenschaftlerin Debra Roberts spricht in dem Bericht sogar davon, dass „die nächsten Jahre wahrscheinlich die wichtigsten in unserer Geschichte sind.“

Hauptaussagen des Weltklimareports

Anfang Oktober verabschiedete der Weltklimarat seinen neuen Sonderbericht. Er befasst sich eingehend mit Ursachen und Auswirkungen der Erderwärmung. 250 Experten fassten 6000 wissenschaftliche Aufsätze zusammen, die im nächsten Schritt von 91 Leitautoren verdichtet wurden.

Die Quintessenz des Berichts: Die Emissionen müssen bis 2050 auf netto null reduziert werden. Der Bericht enthält auch Vorschläge und Modelle, wie diese Reduktion vonstatten gehen könnte – und Elektromobilität spielt dabei eine große Rolle.

Die Hauptaussagen des Reports sind:

  • Ein extremer Anstieg von Hitzewellen, Trockenheit und starken Niederschlägen ist zu erwarten
  • Eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad ist rein rechnerisch noch möglich
  • Ohne einschneidende Veränderungen wird die Erwärmung um 1,5 Grad bereits 2040 erreicht sein
  • Schon eine Erwärmung um weitere 0,5 Grad auf 2 statt 1,5 Grad würde bedeutend mehr Risiken bringen
  • Um das Pariser Abkommen zu erfüllen, müssen die weltweiten Emissionen bis 2030 um 45 Prozent gegenüber 2010 sinken
  • Technische Verfahren, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen, sind unerprobt und unreif – rechtzeitige Besserung kann nicht gewährleistet werden
  • Schnelle und weitreichende Veränderungen in Energiesystemen, Industrieproduktion, Landnutzung, städtischer Infrastruktur und Verkehr sind unumgänglich
Eine von Abgasen und Kohlendioxid verschmutzte Großstadt.
Die Emissionen müssen bis 2050 auf netto null reduziert werden, das fordert der Weltklimareport. Foto: Shutterstock / Mehdi Photos

Weltklimarat: Elektromobilität ist zwingend notwendig

Die Klima-Experten sind sich einig, dass sich die Erde ohne ein schnelles und radikales Umdenken in ein lebensfeindliches Habitat verwandeln wird. Ein integraler Parameter dieser Veränderung muss laut Bericht die Elektromobilität sein.

Ein Silberstreif am Horizont ist die Tatsache, dass viele Städte und Länder mittlerweile darum kämpfen, in der Förderung der Elektromobilität eine Spitzenposition einzunehmen. So ist Norwegen beispielsweise ein Vorreiter in Europa.

Die Verbreitung von Elektrofähren ist dabei nur ein Anfang, das Land verzeichnet regelmäßig Rekordabsätze beim Verkauf elektrischer Autos. Spätestens 2025 sollen sämtliche Neuwagen in Norwegen über einen Elektroantrieb verfügen.

Elektromobilität: Die Lage in Deutschland

In der Automobilnation Deutschland stockt die Kehrtwende zur Elektromobilität bislang. Das Land wird es nicht schaffen, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen und sein Ziel somit deutlich verfehlen.

Da hilft auch die Umweltprämie von derzeit 4000 Euro nur bedingt. Prognosen sagen, dass die eine Million Elektroautos erst 2022 erreicht wird. Andererseits erscheinen jetzt viele neue attraktive Modelle.

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Was bringt die Zukunft?

Wie das Ganze enden wird, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Fakt ist aber, dass von den kritischen 1,5 Grad im Mittel bereits 1,1 erreicht sind und sich die Spirale unaufhaltsam weiterdreht.

Der Tagesschau-Kommentator Werner Eckert brachte es kürzlich auf den Punkt: „Erst wenn die Jungs am Sonntag beim Fußball reihenweise mit Hitzschlag umkippen und wenn die Alten im Sommer gar nicht mehr vor die Tür können, erst wenn die Tomaten aus Spanien wegen Wassermangel richtig teuer werden, dann wird der Mensch begreifen, was Klimawandel wirklich ist. Erst wenn nicht Tausende, sondern viele Millionen Menschen wirklich dauerhaft auf dieser Welt nach Norden drängen, dahin wo man noch leben kann. Nur wenn wir begreifen, dass wir ein Problem haben, ist es schon zu spät.“

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