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Elektromobilität

Abschleppen oder nicht? Was Sie gegen Falschparker an Ladesäulen tun können

von Leonie Butz

Auf den Boden eines Parkplatzes ist ein stilisiertes Elektroauto auf grünem Grund abgebildet, daneben ist eine Ladesäule zu sehen.
Blockiert ein Verbrenner einen Parkplatz für Elektroautos, können Elektroautofahrer den Falschparker anzeigen – und in manchen Städten sogar abschleppen lassen. Foto: picture alliance / Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB

Das erfahren Sie gleich:

  • Verbrenner dürfen nicht auf Parkplätzen für E-Autos parken und Ladesäulen blockieren
  • In einigen Städten – wie Hamburg – können Elektroautofahrer den Wagen abschleppen lassen
  • Fahrern von E-Autos in anderen Städten hoffen, dass die rechtliche Lage in Deutschland bald einheitlich wird

Wer eine Ladestation sucht, den bringen Falschparker auf E-Parkplätzen auf die Palme. Aber wie sieht es rechtlich aus? Und was kann ich als Fahrer tun?

Falschparker abschleppen – wie in Hamburg

Viele Fahrer eines Elektroautos kennen die Situation: An der einzigen Ladesäule weit und breit parkt mal wieder ein Benziner. Dabei benötigt das eigene Elektroauto dringend Strom.

Um jetzt nicht in blinde Wut zu geraten – die Amerikaner haben den Begriff Charge Rage (Ladewut) dafür entwickelt – lohnt es sich, die gesetzliche Lage zu kennen.

Wem eine solche Szene etwa in Hamburg oder Dortmund passiert, der hat Glück. Denn keine andere deutsche Stadt greift so hart Falschparker an der Ladesäule durch wie die beiden Großstädte.

Beide Städte schleppen die Falschparker kostenpflichtig ab. Es ist hier also vollkommen legitim, die Polizei zu rufen. Das schreckt Verbrenner-Fahrer sicherlich vor dem Falschparken ab – und stärkt der Elektromobilität den Rücken.

Trotzdem muss ein Elektroauto-Fahrer für diese radikale Maßnahme Zeit mitbringen – denn ein Abschleppdienst ist nicht in fünf Minuten vor Ort. Es ist also ratsam, sich nach dem Anruf eine andere Ladestation zu suchen.

Höhere Strafen für Ladesäulen-Blockierer?

Alles andere als abschreckend wirken hingegen die geringen Strafen, die Ladesäulen-Blockierer in anderen Städten zahlen müssen.

In Nürnberg etwa haben die Falschparker leichtes Spiel: Die Kommune sei an den Bußgeld-Katalog gebunden und könnte nicht einfach die Strafen anheben. So kommt ein Ladesäulen-Blockierer oft mit einem Bußgeld von zehn bis 15 Euro davon. Die abschreckende Wirkung bleibt aus – und meist ist der Strafzettel günstiger als die hohen Preise im Parkhaus.

Eine regelrechte Einladung für Falschparker. Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Stuttgart ab. Auch hier bleibt es meist bei Verwarnungen durch die Stadt und niedrigen Bußgeldern.

In Florida kommen nicht nur die Gebühren für das Abschleppen auf den Fahrer zu, sondern auch eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 200 Euro.

Gegenüber "Bild" fordert deshalb die Stuttgarter Stadträtin Rose von Stein ein bundesweit geregeltes Bußgeld für Ladesäulen-Blockierer von 50 Euro. Vielleicht wäre aber auch ein Abschleppen nach dem Vorbild von Hamburg und Dortmund der richtige Weg.

Wer noch radikalere Strafen fordert, der kann sich den amerikanischen Bundesstaat Florida zum Vorbild nehmen: Hier ist die Strafe für das Blockieren von Ladestationen ebenso teuer wie das Parken auf Behindertenparkplätzen – das wird sogar noch teurer als in Hamburg.

Denn hier kommen nicht nur die Gebühren für das Abschleppen auf den Fahrer zu, sondern auch eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 200 Euro.

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