Technik

Walmart verspricht: Nie mehr auf den Lieferdienst warten!

von Alexander Cohrs

Nach Hause kommen, und die frischen Lebensmittel liegen schon im Kühlschrank bereit: Walmart testet ein System, dass das Leben erheblich erleichtern würde.

Hand an Kühlschranktür
Hier öffnet sich die Tür zur Zukunft: Künftig könnten Lebensmittel von Anbietern wie Walmart oder Amazon Fresh direkt in den Kühlschrank geliefert werden. Foto: instagram.com/lolostock

Das erfahren Sie gleich:

  • Wer Lebensmittel online bestellt, muss bei deren Anlieferung künftig nicht mehr zuhause sein
  • Der Lebensmittelhändler Walmart nutzt dafür Smart-Home-Technik
  • Die Idee scheint wie gemacht zu sein für Amazon Fresh

Walmart liefert bis in den Kühlschrank

Der Mann mit dem grauen Polohemd, der dunkelblauen Kappe und der vielleicht etwas zu kurzen dunkelgrauen Hose steuert zielstrebig die Haustür an. Er tippt einen vierstelligen Code ein, betritt das Haus, geht direkt in die Küche und legt dort Lebensmittel in den Kühlschrank. Die Besitzerin der Wohnung ist nicht zuhause, sie kennt den Mann nicht – und trotzdem vertraut sie darauf, dass alles gut geht und nichts weg kommt.

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Die Szene stammt aus einem Video der amerikanischen Lebensmittelkette Walmart. Und sie visualisiert ein Versprechen, das vielen Menschen das Leben erheblich leichter machen könnte: Künftig können wir Lebensmittel online bestellen, uns diese direkt in den Kühlschrank liefern lassen – und müssen dafür noch nicht mal zuhause sein!

Lebensmittel online bestellen – ganz einfach

Das Ganze funktioniert durch die Vernetzung von Lieferdienst und Smart Home: Nachdem der Hausbesitzer bei Walmart Lebensmittel online bestellt hat, erhält der Fahrer des Lieferdienstes einen nur einmal gültigen Zahlencode für die Haustür. Sobald er diesen benutzt hat, bekommt der Hausbewohner eine Nachricht auf sein Handy und kann mithilfe von Überwachungskameras im Haus jeden Schritt des Lieferanten verfolgen. Verlässt dieser das Haus wieder, erlischt der Code – für ihn ist die Tür dann nicht mehr zu öffnen.

Für diese Idee hat sich Walmart mit dem Smart-Home-Anbieter August Home zusammengeschlossen und testet das System bereits im Silicon Valley. "Zukünftig wollen wir es ausbauen und Lebensmittel und andere Einkäufe an den Platz liefern, der für unsere Kunden am besten funktioniert", sagt Walmart-Vorstand Sloan Edlleston, "für manche kann das im Haus sein, für andere der Kühlschrank oder die Tiefkühltruhe in der Garage."

Das ideale System für Amazon Fresh

Ob das System auch nach Deutschland kommt, hängt davon ab, ob auch andere Lebensmittelhändler von der Idee überzeugt sind – Walmart hat sich bereits 2006 hierzulande vom Markt zurückgezogen und die Filialen an die Supermarktkette Real verkauft. Zudem beträgt der Anteil von Onlinebestellungen im Lebensmittelhandel in Deutschland bisher gerade mal rund ein Prozent. Da allerdings zunehmend die großen Supermarktketten ins Geschäft einsteigen, sagt der Handelsverband Deutschland (HDE) allein für dieses Jahr eine Steigerung der Online-Umsätze um 20 Prozent voraus.

Und gerade für den Lieferdienst Amazon Fresh wäre die Idee wie gemacht. Tatsächlich hat Amazon unter dem Namen "Amazon Key" gerade ein ganz ähnliches System vorgestellt. Es funktioniert (ausschließlich) mit der Amazon Cloud Cam und einem smarten Zugangssystem. Gerade dieses System zeigt aber auch die Gefahren des Smart Home: Laut dem Magazin "Wired" gelang es Hackern in den USA, die Cloud Cam nicht nur auszuschalten, sondern sie einzufrieren – für den Hausbesitzer sieht es auf dem Kamerabild also so aus, als sei zuhause alles in bester Ordnung. Amazon kündigte laut dem Bericht einen Patch für diese Sicherheitslücke an.

Grundsätzlich ist die Idee aber wie gemacht für Amazon, denn das Unternehmen verdient hier doppelt: Der Lieferdienst verkauft seinen Kunden erst die Smart-Home-Technik – und liefert anschließend mithilfe dieser Technik Lebensmittel oder andere Waren aus. Ganz schön smart von denen...

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