Technik

Vom Longboard bis zum Roller: elektrisch vorwärts

von Gerd Blank

Elektromobilität heißt nicht nur Auto: Gerade in der Stadt ist der Einstieg in das Fahren mit Elektromotor ganz einfach und gar nicht so teuer. Wir stellen diese Fortbewegungsmittel vor.

Vom Longboard bis zum Roller: Elektrisch vorwärts
Klassiker unter Strom: Das Skateboard kam in den 1960er Jahren erstmals auf. Jetzt wird es elektrisch. Foto: aio/istock.com/cla78

Das erfahren Sie gleich:

  • Elektromobilität geht auch ganz einfach
  • Einstieg mit Roller, E-Bike und Longboard
  • Zehn spannende Gefährte für die Stadt

Überall liest und hört man davon: In wenigen Jahren fahren wir auf den Straßen nur noch elektrisch. Dabei brauchen wir dafür gar nicht in die Ferne schweifen, denn die Strom-Revolution hat längst begonnen. Zahlreiche verschiedene Fahrzeuge mit Akku und Elektromotor sind bereits erhältlich.

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Rollschuhe: Drift W1 von Segway

In den 80er Jahren waren Rollschuhe nicht nur auf den Straßen, sondern auch in Hallen zu finden. In speziellen Diskotheken fahren bis heute die Besucher im Takt über die Tanzflächen. Noch immer sind sie bei Erwachsenen und Kindern sehr beliebt.

Eine moderne Variante der Rollschuhe entwickelte deshalb das Unternehmen Segway. Die Drift W1 bedienen sich dabei der Neigungssteuerung der Personal Transporter der Firma. Ein Elektromotor pro Gerät übernimmt den Vortrieb. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 12 km/h. Statt einer Reichweite gibt Segway eine maximale Nutzungsdauer von 45 Minuten pro Akkuladung an.

Wer mit den Drift W1 sicher fahren möchte, braucht wohl etwas Zeit zur Eingewöhnung. Riemen zur Befestigung gibt es aber nicht, was bei einem drohenden Sturz ein schnelles Absteigen ermöglicht. Für öffentliche Straßen sind die Drift W1 hierzulande nicht zugelassen. 399 Euro.

Hoverboard: UrmO

Bei Kindern sind Hoverboards sehr beliebt. Die kleinen Elektrofahrzeuge rollen entspannt durch die Gegend und fördern dabei noch den Gleichgewichtssinn. Dank eingebauten Leuchten und sogar USB-Lautsprechern machen sie zudem Spaß.

Ein etwas ernsteres Transportmittel soll hingegen das UrmO der gleichnamigen Firma aus München sein. Es steht durch zwei mit Luft gefüllten Gummireifen fest auf der Straße und kommt auch mit kleinen Unebenheiten klar. Bis zu 15 km/h sind damit möglich. Die Reichweite gibt UrmO mit 20 Kilometer an.

Brauchen die Nutzer das Hoverboard nicht, lässt es sich in wenigen Sekunden zusammenklappen und im Auto oder in der Bahn verstauen. Auch hier fehlt noch die Zulassung. 1499 Euro.

Scooter: Smart Ped Folding von FlyKly

FlyKly hat sich komplett auf Elektromobilität spezialisiert. Mehr noch: Mit dem Smart Ped hat das italienische Unternehmen Tretroller wieder cool gemacht. Mit bis zu 25 km/h ist der Roller rasant unterwegs. Dank der großen Reifen und der eingesetzten Fahrradbremsen ist man immer sicher unterwegs.

Der Fahrer hat die Wahl: Entweder sorgt er durch seinen Tritt selbst für Schwung und lässt sich vom Motor nur unterstützen – oder er lässt sich komplett und ohne Anstrengung chauffieren. Und das eine ganze Weile, denn der starke Akku liefert 250 Watt, was für eine Reichweite von 30 km sorgt.

Die ganz persönlichen Vorlieben lassen sich bequem per Smartphone einstellen. Nach der Fahrt kann der Besitzer das Smart Ped Folding in nur fünf Sekunden zusammenklappen, wodurch es sogar unter den Schreibtisch passt. Das Problem: Den Elektrokleinstfahrzeugen fehlt es noch an der Zulassung. Sie soll aber spätestens zum Frühjahr 2019 kommen. 1299 Euro.

Smart Ped Folding
Plötzlich ist der Tretroller wieder cool: Das Smart Ped Folding hat eine Reichweite von 30 Kilometern. Foto: FlyKly

Scooter: Egret

Aus Hamburg stammt die Firma Egret. Der gleichnamige E-Scooter erinnert an die Faltroller, mit denen Kinder auf den Bürgersteigen fahren. Doch ein Kinderspielzeug ist keines der drei Modelle, wie die Eckdaten belegen: Mit einer Akkuladung erreichen zum Beispiel der Egret One eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 35 km/h – und das auf einer Strecke von bis zu 25km.

Die Fußbremse sitzt auf dem Hinterrad, und zwölf Kilo bringt der Roller auf die Wage. Ein ideales Gefährt, um in der City zu cruisen – oder vom weit entfernten Parkplatz zur eigenen Wohnung zu fahren. Auch beim Egret fehlt die Straßenzulassung. Verschiedene Modelle, ab 1199 Euro.

Roller Egret
Hipster-Mobil: Der Roller von Egret erreicht bis zu 35 km/h. Foto: Andreas Muhme

E-Bike: VanMoof – Electrified S2

Ein großer Nachteil vieler Elektrofahrräder ist, dass sie wie Elektrofahrräder aussehen. Nicht so das Electrified S2 von VanMoof, denn das Fahrrad hat es in sich: Technik und Akku versteckt im Rahmen – und dennoch bringt das Electrified S2 gerade einmal 19 Kilogramm auf die Wage.

Bis zu 150 km können Radler mit Motorunterstützung fahren. Wer dagegen den Full-Power-Mode nutzt, erreicht zwar nur bis zu 60 km, die dafür in einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 25 km/h.

Dank eingebauten E-Schloss, G-Sensor-Diebstahlerkennung, Standorterkennung und Alarm haben Diebe keine Freude mit dem Rad. Derzeit ist es in den Farben grau und weiß erhältlich. 2598 Euro.

VanMoof Electrified S2 in den Farben Weiß und Grau.
Das VanMoof Electrified S2 sieht auf den ersten Blick wie ein handelsübliches Fahrrad aus. Foto: VanMoof/Mounir Raji

E-Bike: The Tracker von Vintage Electric

Außen fünfziger Jahre, innen die Zukunft: Das Fahrrad „The Tracker“ zeigt eindrucksvoll, wie gut traditionelles Design und innovative Technologie harmonieren. Wer sich auf den Sattel setzt, sollte mindestens einen Moped-Führerschein haben, denn „The Tracker“ fährt ungedrosselt mehr als 50 km/h.

Der in nur zwei Stunden vollständig aufgeladene Akku reicht für bis zu 50 Kilometer – mehr als genug, um in der Stadt unterwegs zu sein. Apropos Akku: Der wird nicht versteckt, sondern sitzt, wie ein klassischer Motorblock gestaltet, direkt unter dem Sattel.

Ganz nach der Devise: Auffallen um jeden Preis – und das wörtlich: Ganz billig ist der Fahrspaß nämlich nicht, zumal man sich das Elektro-Bike aus den USA importieren muss. 4995 US-Dollar, zzgl. Versand und Steuern.

E-Bike Tracker
Voll auf Retro: The Tracker erinnert an die 50er Jahre. Der Preis ist allerdings eher neuzeitig: knapp 5000 US-Dollar. Foto: Vintage Electric Bikes

Roller: Unu

Motorroller gehören längst in jedes Stadtbild. Wenn es nach Unu geht, gehört aber Motorenlärm nicht mehr dazu: Nahezu geräuschlos fährt der E-Roller durch die Straßen, und das mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Käufer haben die Wahl zwischen den Ausführungen Basic, Standard und Premium.

Der Unterschied liegt in der Beschleunigung und in der Steigungsfähigkeit des Rollers. Dank Energierückgewinnung erhöht sich die schon recht große Reichweite von 50 km um bis zu 10 Prozent. Geliefert wird der Unu direkt vor die Haustür, mit einem Ladegerät und auf Wunsch auch mit einem Zweit-Akku, der die Reichweite des Rollers verdoppelt. Ab 1799 Euro.

Elektroroller Unu
Scooter für Aufsteiger: Der Elektroroller von Unu leistet 2000 Watt. Foto: Unu

Roller: Vespa Elettrica

Wer an Vespa denkt, hat schnell den Film „Ein Herz und eine Krone“ mit Audrey Hepburn und Gregory Peck vor Augen, wie sie auf dem Roller durchs malerische Rom fahren. Oder „Quadrophenia“, der Film über Mods mit der Musik von The Who.

Die Vespa war schon immer im Trend – und soll es auch bleiben: Mit der Elettrica macht Hersteller Piaggio den Kultroller bereit für die Zukunft. Statt auf 2- und 4-Takt-Motoren setzen die Italiener auf Elektromotoren. Am Design zu erkennen ist die Elektrifizierung durch blaue Akzente an Rahmen und Reifen.

Der Marktstart des E-Rollers soll noch im Oktober 2018 erfolgen. Die Reichweite gibt Piaggio mit 100 Kilometern an. In nur vier Stunden soll der 4 kW starke Roller vollständig geladen sein. Danach geht es mit bis zu 45 km/h zurück auf die Piste. 6390 Euro.

Vespa als Elektroroller
Der Klassiker: Die Vespa ist der Inbegriff von einem Motorroller – und kommt bald auch als Elektro-Roller. Foto: Vespa

Roller: Scrooser

Ab an den Strand mit dem Scrooser. Die dicken Reifen sind nicht nur ideal für jeden Boden, sie beherbergen auch Motor und Akku für diesen ganz besonderen Roller. Fahren mit dem Scrooser ist so, als säße man in einer Sänfte. Mit 56 Kilogramm ist der Roller kein Leichtgewicht, dafür können die Fahrer bis zu 150 Kilogramm wiegen.

Eine Akkuladung reicht für 55 Kilometer, die mit bis zu 25 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit abgefahren werden. Und ist der Akku doch einmal leer, lässt er sich innerhalb von nur zweieinhalb Stunden wieder voll aufladen.

Fünf verschiedene Farben stehen zur Verfügung – so findet jeder Scrooser-Fan sein ganz individuelles Schätzchen. Dank Sitz, Beleuchtung und Außenspiegeln ist das Gefährt zudem für die Nutzung auf öffentlichen Straßen zugelassen. Ab 4490 Euro.

Roller Scrooser
Der macht auf dicken Reifen: Beim Roller Scrooser sitzen Motor und Akku im Rad. Foto: Scrooser

Longboard: Evolve Bamboo GTX Street

Skateboards sind nach wie vor voll im Trend. Aber besonders mit einem E-Motor ausgestattete Bretter machen richtig Spaß. Bei weniger Beinarbeit heißt es hier, Geschwindigkeit und Balance perfekt aufeinander abzustimmen.

Das Evolve Bamboo fordert viel vom Fahrer: Bis zu 43 Stundenkilometer erreicht der kleine Flitzer – und erzielt dabei mit einer Akkuladung eine Reichweite von bis zu 50 km. Selbst Hügel sind kein Problem, denn das Bamboo schafft auch Steigungen von bis zu 25 Prozent. Gas gibt der Fahrer per Fernbedienung, so kann er sich voll auf seine Standsicherheit konzentrieren.

Platz hat er genug, denn das Deck ist großzügige 73 Zentimeter lang. Auch das geringe Gewicht ist mit nicht einmal neun Kilogramm vorbildlich. Also: skate on! Wegen der fehlenden Zulassung darf das Bamboo nicht auf der Straße fahren. 1759 Euro.

Longboard Evolve Bamboo GTX Street
Longboard für Eilige: Das Evolve Bamboo GTX Street erreicht bis zu 43 km/h. Foto: Evolve Skateboards

Einrad: Ninebot One S2

Warum auch immer, aber Kinder lieben Einräder. Doch auch für erwachsene Fahrer gibt es Mono-Bikes, die viel mehr als nur Spielkram sind. Das Ninebot One S2 ist – laut Hersteller – das modernste Einrad der Welt. Es sieht ein wenig aus wie ein Saugroboter. Doch statt Staub aufzusaugen, hinterlässt das Ninebot One eine Staubwolke: Bis zu 24 Stundenkilometer ist das E-Rad schnell und schafft bis zu 30 Kilometer pro Aufladung – auch bei Regen, denn es ist wetterfest gebaut.

Die Technik sitzt im Rad, der Fahrer steht auf den daran montierten Stützen. Ähnlich wie bei einem Segway wird es durch Gewichtsverlagerung gesteuert: Nach vorn beugen bringt das Gefährt vorwärts, lehnt sich der Fahrer leicht zurück, wird der Rückwärtsgang eingelegt.

Per Smartphone können alle Daten des Ninebot One abgerufen werden – und sogar die Beleuchtung wird darüber gesteuert. Ein praktischer Begleiter, der locker im Kofferraum eines Autos Platz finden kann, aber nicht auf öffentlichen Wegen verkehren darf. 899 Euro.

E-Bike: Mate City

Wer sich von der Vielzahl an alltagstauglichen E-Fahrzeugen ein Bild machen möchte, braucht nur auf Crowdfundig-Plattformen zu stöbern. Hier stellen Unternehmen ihre Konzepte vor, die sie umsetzen wollen, sobald dort genügend Kapital eingesammelt wurde.

Eines davon war auch das E-Bike Mate: Mehr als sechs Millionen US-Dollar haben die Entwickler aus Dänemark eingesammelt. Aus gutem Grund: Das Klapprad sah nicht nur cool aus, sondern hatte auch viele coole Features an Bord. Mittlerweile ist das Portfolio der Firma auf vier Fahrräder angewachsen.

Updates

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Das Einsteigermodell Mate City schafft maximal 25 km/h und kommt laut Hersteller mit einer Aufladung 55 Kilometer weit. Aber im Gegensatz zu vielen anderen E-Bikes muss beim Mate City auf nichts verzichtet werden, was auch ganz normale Stadträder auszeichnet: Scheibenbremsen, Shimano-Gangschaltung, verstellbarer Sattel und Lenker sowie Stoßdämpfer. Ab 1200 Euro.

E-Bike Mate
Cooles Klapprad: Das E-Bike Mate lädt während der Fahrt sogar das Smartphone auf. Foto: Mate Bike

Fazit

Der Markt für elektrische Fahrzeuge wächst ständig. Die Auswahl ist zwar schon heute groß, hat jedoch noch einen großen Haken: E-Skateboards, Hoverboards, einrädrige Gefährte und E-Roller besitzen keine Zulassung. Zumindest in letzterem Fall soll die immerhin bis Frühjahr 2019 erfolgen. Auf der sicheren Seite sind schon jetzt Besitzer eines E-Bikes oder E-Rollers – solange sie die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten nicht überschreiten.

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