Elektromobilität

Vom Hipster bis zum Nerd: Die sieben E-Bike-Typen

von Matthias Matz

Das E-Bike ist in allen Schichten angekommen. Wir stellen die sieben typischsten E-Bike-Fahrer vor, vom Hipster bis zum Nerd. Was für ein Typ sind Sie?

Vom Hipster bis zum Nerd: Die sieben E-Bike-Typen
Ein Fall für den Fahrrad-Hipster? Das E-Bike spricht viele verschiedene Typen an. Foto: Unsplash/ Alex Read

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche E-Bike-Typen es gibt
  • Was den E-Bike-Hipster vom E-Bike-Nerd unterscheidet
  • Und was das alles mit TV-Serien zu tun hat

Das E-Bike polarisiert

E-Bikes sind längst auf den deutschen Straßen angekommen. Für manche stellen sie eine wundervolle Erfindung dar, die die Fortbewegung auf vielfältige Weise erleichtert, für manche bedeuten sie eine Beleidigung, die Fahrradfahren dessen beraubt, was es ausmacht: Fahrradfahren eben. So weit gehen wir nicht, denn wir mögen E-Bikes. Deshalb haben wir eine Aufzählung von sieben E-Bike-Typen zusammengestellt, die wir auf den Straßen vorfinden, vom Designfreund bis zum Nerd, vom Hipster bis zum Sharer.

1 Der Progressive

Für den progressiven Typen ist gut, was Fortschritt ist. Und da alles, was neu ist, Fortschritt bedeutet, war er einer der ersten, der ein E-Bike sein Eigen nannte. Der Instinkt sagt ihm, dass man sich einen Vorsprung erarbeitet, wenn man von Anfang an dabei ist. Alles andere ist erstmal zweitrangig. So hatte er schon Streaming-Abos, als andere noch melancholisch ihre Videotheken unterstützt haben haben. Vorne dabei zu sein ist aber nicht alles: Der progressive Typ informiert sich und tauscht sich mit anderen Pionieren in Foren aus. Danach guckt er eine Folge House of Cards.

2 Der Mobilitäts-Hipster

Hier geht es eher ums Gesamtpaket. Das E-Bike ist Teil einer Komposition, eines Gemäldes, das der Mobilitäts-Hipster von sich malt: Es beginnt beim State-of-the-Art-Haarschnitt und geht über nachhaltig produzierte Accessoires und Kleidung über zu den richtigen Schuhen; selbstredend fährt der E-Hipster nicht mit einem klobigen Sharing-Rad eines City-Touristik-Unternehmens durch die Gegend. Durch und durch Individualist, setzt er auf sein costumized E-Bike, das er vor dem Bio-Markt mit einem Schloss verschließt, an dem die geschicktesten Diebe der Welt scheitern würde. Danach sieht er eine Serie The Handmaid's Tale.

3 Der Sharer

Bike Sharing in Santiago de Chile
Fahrradflotte: Bike-Stationen wie hier in Santiago de Chile richten sich an den Sharing-Typen. Foto: Unsplash/actiondatsun

Für den Sharing-Typen heißt es: teilen, teilen, teilen. Der Typ Sharer hat eine moderne Einstellung zum Begriff Besitz. Er definiert seine Persönlichkeit nicht mehr durch materielle Statussymbole, sie sind ihm vielmehr ein Klotz am Bein. Je weniger unnötigen Besitz die Menschen anhäufen, so seine Devise, desto besser für eine Welt, die ohnehin in Gier und Neid erstickt. So gilt seine Loyalität dem temporär besten, verfügbaren Angebot. Sein Handy ist voll mit Sharing-Apps, und auf einem Städte-Trip, der ihm den Urlaub ersetzt, sitzt er am zweiten Tag auf einem geliehenen E-Bike. Abends gönnt er sich bei einem Glas Wein eine Folge Westworld.

4 Der Designfreund

Dem Designfreund geht es vor allem um die visuellen Barrieren, die E-Bikes brechen; Fahrräder, die nicht mehr aussehen wie ein Fahrrad, irgendwo zwischen Retro-Futuristik und Science-Fiction angesiedelt - ob minimalistisch oder verschnörkelt ist dabei zweitrangig. Design lässt sein Herz höher schlagen, längst hat er sich auch von der Vorstellung verabschiedet, dass ein Fahrrad zwei Räder haben muss. Jeder rostige Drahtesel ist ihm ein Gräuel, eine falsch verstandene Auffassung von Romantik. "Was denken sich diese Menschen? Warum sind sie so rückwärts gewandt? Wovor haben sie Angst?" Mit diesen Gedanken lädt er eine Folge Star Treck - Discovery.

5 Der Geräuschgestresste

Nicht, dass der Geräuschgestresste unbedingt ein Fahrrad oder ein E-Bike bräuchte. Er steigt aus Prinzip darauf um, um einen Beitrag zu dem zu leisten, was ihn am meisten an der Stadt nervt: der ständig präsente Lärm, bestehend aus Auspuffgeheul und Motorenlärm. Jeder Tag von neuem eine Hölle. Irgendwie steuert die Menschheit in die falsche Richtung, denkt der Geräuschgestresste bei der nächsten Sirene, die ihm im Ohr explodiert. Gewiss war nicht früher alles besser, aber irgendwie ruhiger. Eine Stadt voll schnurrender Elektromotoren zaubert ihm ein Lächeln auf die Lippen. Das schürt die Vorfreude auf die nächste Folge Stranger Things.

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6 Der Pragmatiker

Der Typ Pragmatiker richtet sich vor allem nach einer Sache: Dem Kosten-Nutzen-Faktor eines E-Bike. Das letzte, womit er ein Fortbewegungsmittel betrachtet, ist ein romantisch verklärter oder ideologisch aufgeladener Blick. Er fragt sich: "Wie lange hält das Ding? Was kostet es? Wohin bringt es mich? Kann ich die Kinder damit durch die Gegend karren?" Und vor allem: "Wie lange habe ich Garantie?" Akribisch vergleicht er Preise, Akkus, Fahrverhalten; er schaut schon mal, was Stiftung Warentest zum Thema sagt. Bewegung wird nicht verherrlicht und Anstrengung nicht verharmlost. Zur Entspannung gibt es eine Folge How I met your mother.

7 Der E-Bike-Nerd

Er weiß, dass Fahrradfahren oder der Besitz eines Fahrrades eine Erweiterung der Persönlichkeit sein kann, er weiß vor allem aber auch eines: Das ist eine Einstellung für Kleingeister. Den Nerd freut es, mit seinem E-Bike an den Sportfreaks in ihren Leggings und ihrem dezenten Kampffahrverhalten vorbei zu ziehen, im Idealfall dabei weder eine Spur von Anstrengung zu zeigen, noch sie eines Blickes zu würdigen. Er zeigt den Fitnessfreaks die Unterlegenheit von dem, worauf diese ihr Leben herum aufbauen: dem menschlichen Muskel. Er steht ständig im Wettbewerb, aber das zeigt er nicht. Das freut ihn bei einer neuen Serie Master of None.

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