Elektromobilität

Vollautomatisch: Roboter sollen in Zukunft Elektroautos aufladen

von Thomas Pitscheneder

Bei Elektroautos entfällt die Fahrt zur Tankstelle. Roboter sollen dabei helfen, dass das Aufladen dennoch nicht in Vergessenheit gerät.

Roboterhände könnten in Zukunft das E-Auto laden.
Automatisches Aufladen: Große Technikunternehmen arbeiten an Robotern, die Ladesäulen ersetzen sollen. Foto: Shutterstock / Aris Suwanmalee

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Roboter in Zukunft Elektroautos aufladen sollen
  • Welche Konzepte es dazu aktuell gibt
  • Welche Vorteile das für Privatnutzer und Betreiber von Parkhäusern hat

Viele Städte in Deutschland unterstützen die Elektromobilität. Wer mit dem Elektroauto unterwegs ist, muss meist nicht lange nach einem Parkplatz suchen. Für die Fahrzeuge gibt es reservierte Buchten, an denen Ladesäulen angebracht sind. Steht ein Auto mit Verbrennungsmotor darauf, eilt meist schnell der Abschleppdienst heran.

Ähnlich läuft es auch in Parkhäusern, in denen vielerorts bereits Stellplätze für Elektroautos reserviert sind. Große Einkaufszentren bieten elektromobilen Kunden so einen zusätzlichen Anreiz für das Shopping. Doch was bringt ein eigener Platz mit Stromtankstelle, wenn Nutzer das Aufladen vergessen oder unter Zeitdruck sind?

E-Auto aufladen: Wenn der Androide hilft

Diese Frage stellen sich wohl auch zunehmend Unternehmen aus dem Technik-Bereich. Abhilfe sollen Roboter schaffen, die den Ladevorgang vollautomatisch übernehmen. So ist das Auto nach dem Einkauf mit frischer Energie für die Weiterfahrt versorgt.

Ein weiterer Vorteil ist das vereinfachte Parkraum-Management. Alle Parkplätze sind auch für Elektroautos ohne Einschränkungen nutzbar. Andere Kunden sind dann nicht verärgert, weil Besitzer eines Elektroautos scheinbar eine bevorzugte Behandlung bekommen. Eine Win-Win-Situation also.

Samsung jagt Roboter durch Parkhäuser

In seiner Heimat Südkorea nimmt sich Samsung dem Problem an. In der firmeneigenen Parkgarage erprobt der Hersteller einen fahrenden Roboter, der auf den Namen EVAR hört. Das steht für "Electric Vehicle Automatic Recharging", also das automatische Aufladen von Elektroautos.

Um den Androiden anzufordern, scannen Nutzer ganz einfach die nächstgelegene Betonsäule im Parkhaus und stellen eine Anfrage zum Aufladen. Der Roboter weiß dann, wo das Auto steht und macht sich auf den Weg. Am Zielort angekommen scannt er das Nummernschild des Fahrzeugs und beginnt mit dem Ladevorgang.

Noch hat das System, das sich im Prototypen-Status befindet, einige Einschränkungen. Weil es in Parkhäusern meist sehr eng zugeht, kann EVAR die Steckdose am Fahrzeug nicht selbst erreichen. Außerdem kommt das System nicht mit verschiedenen Steckertypen zurecht. Samsung nutzt deshalb einen Adapter, den Nutzer zuvor an der Front des Fahrzeugs anbringen müssen. Nach getaner Arbeit rollt der Roboter zurück an seine Station.

Robo-Arm zur schnellen Abfertigung

An einer etwas anderen Herangehensweise arbeitet die technische Universität Graz. Ein Roboter-Arm, ähnlich wie er auch in der Fertigung von Automobilen zum Einsatz kommt, soll die Fahrzeuge automatisch aufladen. Steht ein Elektroauto auf einem mit dem System ausgestatteten Parkplatz, macht es den Deckel auf und stellt eine Verbindung zum Stromnetz her.

Wir haben es zum ersten Mal geschafft, dass eine roboterbasierte Ladestation mehrere Fahrzeuge hintereinander selbstständig elektrisch auflädt, ohne dass die Fahrzeuge dafür speziell adaptiert werden müssen.

Bernhard Walzel von der TU Graz

Nach erfolgreichem Ladevorgang trennt der Roboter die Verbindung, schließt die Abdeckung und fährt sich ein. Das ermöglicht etwa das automatische Aufladen von zwei Fahrzeugen. Ist das Elektroauto auf der einen Seite fertig, schwenkt der Arm einfach zum nächsten Auto über und versorgt es mit frischer Energie. Das soll das Problem der noch schwachen Versorgung mit Ladesäulen etwas verbessern.

CarLa soll ein Alleskönner sein

Die Firma Kuka verbindet beide Ideen in einem Roboter: "CarLa" besitzt ebenfalls einen Roboter-Arm, fährt aber selbst zu den Fahrzeugen. Für den Ladevorgang sind keine Adapter notwendig. Zur Nutzung des Systems müssen die Autos aber auf gekennzeichneten Flächen geparkt sein.

Kuka geht sogar noch einen Schritt weiter und plant einen solchen Service-Roboter für die eigene Garage. Steht das Elektroauto darin, soll CarLa es vollautomatisch aufladen. So bleibt der Stecker nie die ganze Nacht am Fahrzeug, was den Akku schont. Ob und wann die Technik tatsächlich zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest.

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