Elektromobilität

Volkswagen: Laderoboter bringt Strom zum Auto

von
Thomas Pitscheneder

Wieso zur nächsten Ladesäule fahren, wenn der Strom auch zum Auto kommen kann? Ein aktuelles Konzept von Volkswagen zeigt, dass das durchaus möglich ist.

Der Laderoboter wartet auf seinen nächsten Einsatz
Der Roboter von Volkswagen schließt Autos an Energiespeicher an und wartet dann auf seinen nächsten Einsatz. Foto: Volkswagen AG

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der Strom bald direkt zum Auto kommt
  • Welche Technik im Lade-Roboter von Volkswagen steckt
  • Warum viele Orte davon profitieren können

Geht es um das Aufladen von Elektroautos, gibt es noch einige Hürden zu überwinden. Damit die Fahrzeuge ähnlich praktikabel sind wie Verbrenner, müssen an möglichst vielen Orten Ladepunkte zur Verfügung stehen. Gerade in großen Garagen oder Parkhäusern ist das jedoch schwierig, denn es bräuchte neue Leitungen, die direkt zu den Stellplätzen führen. Dass es auch anders funktioniert, zeigen die Laderoboter von Volkswagen.

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Laderoboter: Der Tankwart für Elektroautos

Bisher gestaltet sich der Ladevorgang von E-Autos teils noch mühselig: Eine Ladesäule mit passendem Anschluss sowie freiem Ladepunkt suchen, Auto abstellen, anschließen, Ladevorgang starten und nach längerem Warten wieder abstecken. Mit dem Laderoboter von Volkswagen Group Components soll das künftig alles einfacher sein.

An einem zentralen Ort, etwa in einer Tiefgarage oder in einem Parkhaus, stehen Energiespeicher, die stets geladen sind. Ein kleiner Roboter bringt diese vollkommen autonom zu einem Elektroauto, das eine Aufladung benötigt. Er schließt den Speicher an, startet den Ladevorgang und kümmert sich dann um das nächste Fahrzeug. Ist die Energie im Speicher aufgebraucht, bringt er entweder einen neuen oder beendet den Ladevorgang.

Die Fahrer selbst müssen nichts weiter machen, als über eine App die Aufladung anzufragen. Denkbar ist jedoch laut Volkswagen auch, dass selbst dieser Schritt entfällt. Über „Car2X“ könnte das Auto selbst in der Lage sein, den Vorgang zu starten. So muss der Fahrer nichts machen und hat für die Weiterfahrt dennoch frische Energie in den Akkus.

Im Konzept steckt viel smarte Technik

Damit der Roboter seinen Weg zum Auto findet, hat er Kameras, Laserscanner und Ultraschallsensoren an Bord. Genau solche Geräte kommen auch in autonomen Autos zum Einsatz. Über die Technik erfasst er auch die Position der Ladeklappe und steuert seinen Arm, mit dem er den Stecker bedient. In den von ihm transportierten Energiespeichern finden bis zu 25 kWh Strom Platz. Über das DC-Schnellladen sind bis zu 50 kW möglich. Der Energiespeicher ist so in etwa 30 Minuten leer.

Bei aktuellen Klein- und Kompaktwagen mit E-Antrieb fassen die Akkus meist etwa 50 kWh. Ein Energiespeicher reicht somit für 50 Prozent Ladung. Das wäre etwa von 20 auf 70 Prozent. Somit ist das Konzept etwa für schnelles Zwischenladen beim Einkauf geeignet.

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Viele Einsatzgebiete denkbar

Laut Volkswagen funktioniert das Konzept nicht nur in Garagen mit einem festen Ladepunkt für die Energiespeicher, sondern auch an vielen weiteren Orten. Gekoppelt an die flexible Ladesäule des Unternehmens könnte der Roboter auch bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen. „Der mobile Laderoboter kann eine Revolution beim Laden zum Beispiel in Parkhäusern, auf Parkplätzen oder in Tiefgaragen auslösen. Denn mit ihm bringen wir die Ladeinfrastruktur einfach zum Auto und nicht umgekehrt. Wir elektrifizieren damit auf einen Schlag ohne aufwändige infrastrukturelle Einzelmaßnahmen nahezu jeden Parkplatz“, so Entwicklungschef Mark Möller.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch, denn noch ist der autonome Laderoboter nicht bereit für die Serie. „Es ist eine visionäre Studie, die aber durchaus schnell Realität werden kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, so Möller. Vielleicht fährt der Roboter also doch schon bald mit frischem Strom zu Elektroautos.

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