Technik

Virgin Galactic: Weltraumtourismus erhält neue Europa-Starthäfen

von
Marten Zabel

In Europa sollen bald Raumflughäfen für Weltraumtourismus entstehen. Möglich machen das Unternehmen wie Virgin Galactic, die standortunabhängig Häfen bauen.

Das Trägerflugzeug Witheknight Two von Virgin Galactic.
Mit dem Trägerflugzeug Witheknight Two macht Virgin Galactic seine Raumschiffe auch auf kleinen Flughäfen abflugbereit. Foto: Virgin Galactic

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum der Weltraumtourismus von Virgin Galactic bald in Europa starten soll
  • Weshalb Halbinseln ideale Standorte abgeben
  • Wieso neue Häfen standortunabhängiger sind als die NASA oder die ESA

Schon bald könnten auch in Europa Raumschiffe abheben. Was bislang aufgrund geografischer Gegebenheiten nicht der Fall war, soll jetzt dank neuer Strömungen in der Raumfahrtbranche Realität werden. Virgin Galactic will in Italien eine Alternative zum in den USA befindlichen Spaceport America einrichten. Und auch Großbritannien plant gleich zwei neue Raumbahnhöfe.

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Für den Europa-Ableger von Virgin Galactic will das Unternehmen den Flughafen Taranto-Grottaglie in Südapulien aufrüsten. Dabei sind auch Sitael und Altec involviert, zwei italienische Raumfahrtunternehmen. Dort will Virgin Galactic eines seiner Raumschiffe permanent stationieren. Es soll dort kommerzielle Flüge mit Weltraumtouristen aber auch wissenschaftliche Kurzmissionen durchführen.

Weltraumtourismus: Virgin Galactic will in Europa starten

Tatsächlich ist Richard Bransons Technik der Virgin Galactic für die Nutzung regulärer Flughäfen für den Weltraumtourismus quasi prädestiniert. Denn das Trägerflugzeug Witheknight Two schleppt das Spaceship Two auf Höhe, bevor es sich ausklinkt und sein Triebwerk zündet. Bei der Rückkehr landet das für den Weltraumtourismus entwickelte Raumschiff als Gleiter und benötigt dafür – wie auch beim Start – lediglich eine reguläre Startbahn statt einer Raketenrampe.

Auch Großbritannien will einen neuen Raumflughafen einrichten. Wie auch in Italien soll dieser auf einer Halbinsel liegen: Im Norden Schottlands liegt die A'Mhoine-Halbinsel, von der aus künftig kleinere Raketen von privaten Unternehmen ins All starten sollen.

Der Vorteil einer Halbinsel als Startplatz:

  • Bei einem Start über Wasser ist die Lärmbelästigung geringer
  • Das Risiko, dass im Falle eines Unglücks Menschen zu Schaden kommen ist sehr viel kleiner

An einem weiteren Standort auf den britischen Inseln, der noch nicht feststeht, will Großbritannien einen weiteren Weltraumbahnhof einrichten. Dieser soll einen horizontalen Start per Flugzeug ermöglichen – auch das wäre für Virgin Galactic oder die Schwesterfirma Virgin Orbitals ein möglicher Standort.

Warum die ESA im fernen Kourou sitzt

Die großen Raumbahnhöfe von Behörden wie der NASA, Roskosmos und der ESA mit ihren riesigen Raketenstartrampen waren geografisch immer deutlich eingeschränkter, als es die neue Generation ist. Ingenieure mussten die großen Raketen vor Ort zusammensetzen und benötigten eine große Sicherheitszone.

Auch die Breitengrade waren wichtig: Je näher ein Startplatz am Äquator liegt, desto weniger Treibstoff benötigt eine Rakete, um in eine äquatoriale Umlaufbahn zu gelangen. Entsprechend hat die ESA ihren Raumhafen in Kourou in Französisch-Guyana eingerichtet.

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Die kleinen Startplätze der nahen Zukunft zielen nicht darauf ab, Raumtransporter in eine hohe Umlaufbahn zu bekommen: Virgin Galactic will Touristen suborbital auf einen kurzen Ausflug ins All bringen und die Mikrosatelliten, die aus Schottland starten, sollen in niedrige polare Umlaufbahnen kommen.

Entsprechend sind die Startplätze nicht mehr ganz so abhängig von der Geografie. Schon bald könnte es in Europa mehrere Orte geben, von denen sich Raketenstarts beobachten lassen. Und Schaulustige können sich die Reise in ferne Gefilde wie Florida oder Kourou sparen. Und Interessierte an Weltraumflügen können ihre Neugierde gleich in Europa stillen.

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