Technik

Verstoß gegen Golf-Etikette? Drohne liefert Essen auf Golfplatz

von Carsten Fischer

Schneller als jedes Golfcart: Gäste des King's Walk Golfplatz können sich während der Partie Essen aufs Grün liefern lassen – von einer Drohne.

Ein Golfplatz aus der Vogelperspektive.
Essen aus der Luft: Die Drohne liefert die Bestellung für einen geringen Aufpreis direkt aufs Grün. Foto: Shutterstock / Valentin Valkov

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum in North Dakota Drohnen über einen Golfplatz fliegen
  • Was einen Golfplatz zum idealen Ort für Drohnenflüge macht
  • Warum das trotzdem gegen die Golf-Etikette verstoßen könnte

Auf dem King's Walk Golfplatz in Grand Forks im US-Bundesstaat North Dakota findet eine Premiere statt: Hier können sich die Golfer seit Anfang September 2018 Essen und Getränke auf den Golfkurs liefern lassen.

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Und zwar nicht etwa von Angestellten in einem Golfcart, sondern auf dem Luftweg per Drohne. Gegen eine Gebühr von drei Dollar können die Spieler per Smartphone-App Erfrischungen aus dem Clubhaus bestellen und zu einem ausgewählten Landeplatz in der Nähe fliegen lassen.

Yariv Bash, CEO von Flytrex, erklärt die Idee: "Wenn es um die Möglichkeiten von Drohnen geht, heißt es buchstäblich 'the sky’s the limit'. Von Essenslieferungen für Golfer bis hin zu Such- und Rettungsmissionen oder Wartungsaufgaben: Drohnen können in vielen Lebensbereichen eine Rolle spielen."

Das israelische Start-up Flytrex, spezialisiert auf Drohnen-Logistik, hat sich mit dem amerikanischen Drohnen-Service EASE zusammengetan, um den fliegenden Lieferdienst in North Dakota testen zu können. Eines der größten Probleme in den USA besteht nämlich darin, die strengen Auflagen zu erfüllen und eine Flugerlaubnis der Federal Aviation Administration (FAA) zu bekommen – das ist die amerikanische Flugaufsichtsbehörde. Als amerikanisches Unternehmen verfügt EASE bereits über entsprechende Lizenzen.

Ein guter Test für die Drohnen

Der Golfplatz bietet ideale Testbedingungen für die Drohnen, denn zu den FAA-Auflagen gehören große Mindestabstände: Unbeteiligte Menschen und Gebäude müssen mindestens 152 Meter von den Drohnenflugrouten entfernt sein.

Auf einem Golfplatz sind naturgemäß keine Gebäude, von eventuellen Unterständen abgesehen, in denen die Golfer bei Unwetter Schutz suchen können. Auch sind Golfplätze nicht gerade dicht bevölkert – schließlich braucht man Ruhe und Konzentration auf dem Platz, und die Abschlagzeiten sind entsprechend großzügig getaktet.

Probleme mit der Golf-Etikette?

Weder der King’s Walk Golfplatz noch Flytrex haben bisher Zahlen veröffentlicht, wie gut das Serviceangebot angenommen wird. Doch für Golfkenner klingt es eher befremdlich, dass ein surrender Mini-Hubschrauber über die Bahnen fliegen soll.

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Die potentielle Geräuschentwicklung ist das eine, die Zeitverzögerung durch picknickende Golfer das andere. Zumal der Platz in Grand Forks durchaus als kompliziert zu betrachten ist.

Die Löcher auf dem King’s Walk haben anspruchsvolle Wasserhindernisse und viele Bunker, keine der Bahnen ist unter Par 3 ausgelegt, also mindestens drei Schläge bis zum Loch erfordern. Hier spielen mutmaßlich Golfer, die ihr Spiel ernst nehmen und Ablenkung nicht schätzen.

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