Elektromobilität

Tempo 130: Bundesregierung erteilt Vorschlag klare Absage

von
Thomas Pitscheneder

Umweltschutz ist ein wichtiges Thema. Die Verkehrskommission der Bundesregierung hat dafür einige Maßnahmen erarbeitet – darunter ein generelles Tempolimit.

Blick auf eine große Autobahnbrücke
Weiterhin freie Fahrt auf deutschen Autobahnen: Die Bundesregierung plant kein generelles Tempolimit. Das hatte eine Arbeitsgruppe zum Klimaschutz vorgeschlagen. Foto: getty images / E+

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Bundesregierung kein generelles Tempolimit möchte
  • Welche weiteren Maßnahmen für den Verkehr im Land geplant sind
  • Warum noch mehr Richtlinien folgen könnten

Deutschland ist das Land der Autofahrer. Viele weltweit bekannte Marken wie Audi, VW und Mercedes-Benz haben hierzulande ihren Sitz. Die Autobahnen sind nicht nur schnelle Wege der Fortbewegung, sondern ziehen auch Touristen an. In keinem anderen Land dürfen Fahrer streckenweise schneller fahren. Wer das Limit seines Autos testen möchte, kommt also nach Deutschland.

Der neue Audi e-tron

Jetzt Ihren elektrischen SUV zusammenstellen

Konfiguration starten

audi.de/DAT-Hinweis

Doch diesen Vorteil könnte die Bundesrepublik bald verlieren, zumindest nach den Experten der nationalen Plattform "Zukunft der Mobilität" (NPM). Diese haben im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums einige Maßnahmen für besseren Klimaschutz im Verkehr ausgearbeitet. Darunter ist auch ein generelles Tempolimit von 130 km/h.

Bundesregierung lehnt Tempolimit ab

Die Bundesregierung erteilt einer Begrenzung des Tempolimits auf deutschen Autobahnen eine klare Absage. Das teilte der Regierungssprecher Steffen Seibert kürzlich mit. Im Koalitionsvertrag gebe es kein entsprechendes Ziel. Wechselverkehrszeichen böten bei Bedarf eine intelligentere Möglichkeit zur Steuerung des Verkehrs.

Nach Vorlage eines Maßnahmenkatalogs der Arbeitsgruppe "Klimaschutz im Verkehr" war eine hitzige Diskussion ausgebrochen. Bei einer Umfrage der ARD sprachen sich 51 Prozent der Befragten für ein generelles Tempolimit aus – das Land ist in der Frage also gespalten. Doch wie sehen die Forderungen der NPM im Detail aus?

Verkehrskommission plant große Veränderungen

Auf allen Strecken im Land sollen in Zukunft nur noch 130 km/h möglich sein. Abschnitte ohne Geschwindigkeitsbegrenzung gäbe es dann nicht mehr. Das soll in erster Linie der Senkung von CO2-Werten dienen. Dazu empfehlen die Experten noch einige andere Maßnahmen.

So soll bis 2021 eine Angleichung der Besteuerung von Benzin und Diesel erfolgen. Damit wäre der Kraftstoff für Selbstzünder im Schnitt rund 22 Cent teurer als bisher. Allgemein schlägt die Kommission eine Erhöhung der Krafstoffsteuer ab 2023 um drei Cent vor. Anschließend ist eine jährliche Erhöhung um einen Cent denkbar. Die Kfz-Steuer könnte sich künftig nach dem CO2-Ausstoß der Fahrzeuge richten – wie auch die Lkw-Maut.

Eine Quote für Elektroautos und Plug-in-Hybride soll die Elektromobilität fördern. Für die Experten scheinen 25 Prozent bis 2025 und 50 Prozent bis 2030 ein realistischer Wert zu sein. Damit das klappt, soll die Bundesregierung 8000 Euro Prämie bieten.

Elektromobilität

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Noch ist nichts in Stein gemeißelt

Das von der Verkehrskommission erstellte Dokument soll zunächst nur eine grobe Richtlinie sein. In den kommenden Wochen wollen die Experten weitere Maßnahmen erarbeiten. Die Vorstellung des finalen Papiers ist dann für Ende März geplant.

Ob die Bundesregierung die restlichen Vorschläge der Kommission – bestehend aus Experten der Autoindustrie, Gewerkschaftern und Umweltschützern – tatsächlich so umsetzt, bleibt abzuwarten.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen