Technik

V2X-Kommunikation: Wenn das Auto die Rettungsgasse erklärt

von Carola Franzke

Die Rettungsgasse scheint für viele Autofahrer ein unbegreifliches Konstrukt zu sein. V2X-Kommunikation soll das richtige Verhalten bei Unfällen zeigen.

Autos bilden eine Rettungsgasse auf einer dreispurigen Autobahn.
Eigentlich ganz simpel: Die Rettungsgasse wird immer rechts neben der äußersten linken Spur gebildet. Foto: picture alliance / Peter Kneffel/dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Rettungsgassen-Assistenten im Notfall zum Lebensretter wird
  • Weshalb das System eine vernetzte V2X-Kommunikation benötigt
  • Wie die Technik Autofahrern auch das richtige Verhalten bei Unfällen zeigt

Der Telekommunikationsanbieter Vodafone hat in einer Kooperation mit dem amerikanischen Autokonzern Ford einen digitalen Assistenten für die Bildung von Rettungsgassen entwickelt. Das System basiert auf V2X-Vernetzung. Vehicle-to-everything, also die Kommunikation von Fahrzeugen mit anderen Geräten, sorgt dafür, dass Hinweise zur Bildung einer Rettungsgasse verbreitet werden können.

Nähert sich ein Rettungsfahrzeug, informiert das System vorausfahrende Autos. Über den integrierten Bildschirm der modernen Autos fordert die Technik Fahrer auf, dem Krankenwagen oder der Feuerwehr freie Fahrt zum Notfalleinsatz zu ermöglichen. Dabei blendet das System auch gleich Hinweise ein, wie so eine Rettungsgasse korrekt zu bilden ist. Laut ADAC weiß nämlich nur jeder zweite Autofahrer in Deutschland, an welche Regeln man sich dabei halten soll.

Rettungsgasse dank V2X-Kommunikation

Tests des neuen digitalen Helfers für die Bildung von Rettungsgassen finden zur Zeit in der Nähe von Düsseldorf statt. Auf einer Teststrecke der KoMoD. Das ist die "Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf", ein Projekt, das auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert.

Auf Hauptstraßen, die das Düsseldorfer Stadtzentrum mit den angrenzenden Autobahnen verbinden, will das Projekt das Zusammenspiel von verschiedenen Fahrassistenzsystemen untersuchen. Das 14,8 Millionen Euro Projekt läuft seit Juni 2017 und endet voraussichtlich im Juni 2019.

Die Zielsetzung wird auf der Projektwebseite so beschrieben: "Praxisnahe Erprobung neuer Technologien zur Fahrzeug-Infrastruktur-Vernetzung sowie des hoch- und vollautomatisierten Fahrens. Hierzu zählen die Erprobung der Datenbereitstellung und Kommunikation auf der Grundlage von existierenden V2X-Standards sowie die Betrachtung der funktionalen Sicherheit kooperativer Systeme."

Verhalten bei Unfällen nicht geläufig

Immer wieder sterben Menschen bei Verkehrsunfällen, weil die Helfer nicht rechtzeitig am Unfallort sein können. Die Statistiken und auch die Erkenntnisse des ADAC diesbezüglich sind erschreckend. Auf Autobahnen werden die Einsatzkräfte nicht selten von uneinsichtigen oder unwissenden Autofahrern ausgebremst, die ihnen kein Durchkommen ermöglichen.

Dabei sind die Regeln so einfach: Bei zweispurigen Straßen soll in der Mitte eine Gasse freigehalten werden. Hat die Straße oder Autobahn mehr Spuren, so müssen sich die Fahrer auf der linken Spur so weit wie möglich links halten, während die anderen Fahrer nach rechts ausweichen sollten. So entsteht die Rettungsgasse zwischen der Spur ganz links und der nächsten, meist der mittleren, Spur.

Autonomes Fahren wird in der Zukunft den Folgen dieser Unwissenheit ein Ende bereiten und hoffentlich zu einem Rückgang der Verkehrsopfer führen. Die beginnende V2X-Vernetzung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin.

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