Technik

USA lässt neue Kennzeichen mit E-Ink-Display zu

von
Carola Franzke

Sacramento erlaubt neue Technik für Kennzeichen: E-Ink-Displays, die beim Parken Werbung einblenden können und per Funk mit der Behörde verbunden sind.

Ein individuelles Nummernschild aus Kalifornien.
"Ich schweiße für dich" – so individuell sind Nummernschilder in den USA. Foto: Shutterstock/Joseph Sohm

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum in den USA neue Kennzeichen bald eine Werbefläche haben könnten
  • Wie E-Ink-Displays Nummernschilder noch individueller machen können
  • Weshalb die neuen Kennzeichen mitunter umstritten sind

Die kalifornische Stadt Sacramento bietet bei der Neuzulassung oder Ummeldung von Fahrzeugen nun auch E-Ink-Displays statt der üblichen Blechschilder an. Die Displays können personalisierte Botschaften anzeigen und sollen beim Abstellen des Autos auf Werbeeinblendung umschalten können.

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Das Kennzeichen wird dann kleiner und in einer Ecke des Schildes angezeigt. Auch eine Diebstahlsmeldung wie „Vehicle stolen“ (Fahrzeug gestohlen) ist mit der Technik möglich, da sich die E-Ink-Kennzeichen per Funk ansteuern lassen – zumindest, so lange die Diebe das Kennzeichen nicht abmontiert haben.

E-Ink-Displays: Nummernschilder noch individueller

Die neuen, digitalen Nummernschilder sind schon länger im Gespräch. 2013 hatte die amerikanische Zulassungsbehörde, Department of Motor Vehicles (DMV), testweise die Erprobung an bis zu 160.000 Fahrzeugen bis Anfang 2017 in Kalifornien zugelassen, um die notwendige Technik weiterzuentwickeln.

Inzwischen ist es also soweit, und die E-Ink-Nummernschilder können bei der Zulassung eines Autos für rund 700 US-Dollar gekauft werden. Hinzu kommen monatliche Gebühren von etwa sieben US-Dollar für den Betrieb. Insgesamt ein teurer Spaß, wenn man bedenkt, dass Blechschilder nur ein paar Dollar kosten – einmalig.

Trotzdem sind die USA der logische Markt für ein solches Gadget, denn dort sind die Kennzeichen nicht nur in jedem Bundesstaat ganz anders. Es ist auch völlig normal, ein individuelles Kennzeichen wie „ANNSCAR“ (Anns Auto) oder „LUVCATS“ (ich liebe Katzen) zu haben. Außerdem darf man in vielen Bundesstaaten auch das Logo seiner Universität oder das Symbol eines Hobbys im Autokennzeichen haben.

Neue Kennzeichen sind nicht unumstritten

Datenschützern ist jedoch die Funkverbindung der E-Ink-Nummernschilder ein Dorn im Auge. Die vorgeschriebene jährliche Registrierung des Fahrzeugs lässt sich so zwar einfach online erneuern. Doch die Behörde könnte anhand der Funkverbindung ein Bewegungsprofil des Fahrers erstellen. Die Frage des Datenschutzes bei der Überwachung von Autos via Nummernschild rückt in den USA des Öfteren in den Hintergrund.

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Zudem ist die Frage, wie haltbar und crash-sicher die E-Ink-Displays sind. Über Wetterfestigkeit muss man sich im sonnigen Kalifornien vielleicht weniger Gedanken machen als hier in Deutschland. Doch was ist bei einem Unfall? Ein Blechschild bleibt auch verbogen noch lesbar, doch was würde ein E-Ink-Display dann noch anzeigen?

In Deutschland wird diese Technik wohl jedenfalls so schnell keine Zulassung finden – denn in Sachen Datenschutz sind hier die Regelungen sehr viel strenger. Und was die Zulassungen neuer Technik angeht, mahlen die Mühlen hierzulande ebenfalls sehr viel langsamer – wie etwa bei Elektro-Minis für die letzte Meile.

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