Technik

US-Behörden wollen gut sichtbare Kennzeichen für Drohnen

von
Marten Zabel

Immer mehr Länder fordern, Drohnen zu kennzeichnen. In den USA sollen sie künftig gut sichtbare Nummernschilder ähnlich wie Autos tragen.

Eine Drohne über einer Stadt.
In den USA muss eine Drohne derzeit gekennzeichnet werden – dabei reicht jedoch ein Zettel im Gehäuse. Foto: CC0: Unsplash/ShareGrid

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Drohnen-Kennzeichen in den USA derzeit noch verdeckt sein dürfen
  • Welches neue Drohnengesetz kommen soll
  • Warum das Thema Drohnen und Datenschutz schwierig ist

Der Luftraum auf der ganzen Welt brummt von Drohnen. Diese zu kennzeichnen ist für viele Behörden die einzige Chance, Verstößen gegen geltendes Recht effektiv zu bekämpfen. US-Regierungsbeamte wollen jetzt einführen, dass die ferngesteuerten Fluggeräte gut sichtbare Nummernschilder tragen müssen – ganz wie Autos.

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Bisher gibt das Drohnengesetz in Nordamerika eine Markierungspflicht zwar vor, diese ist aber äußerst lasch. Eine registrierte Drohne erhält eine eigene Nummer, die Besitzer irgendwo am Fluggerät anbringen müssen – notfalls auch mit einem handschriftlichen Zettel. Dieser darf sogar innerhalb des Gehäuses untergebracht werden.

Das macht es möglich, eine abgestürzte Drohne ihrem Besitzer zuzuordnen, dürfte es aber unmöglich machen, diese im Flug zu identifizieren. Somit lassen sich Verstöße etwa gegen Flugverbotszonen nahe Flughäfen oder über Nationalparks nur dann ahnden, wenn die Technik mit einem Crash enden.

Drohnen-Kennzeichen müssen wohl bald sichtbar sein

Die Luftfahrtaufsicht Federal Aviation Authority (FAA) hat nun eine Verordnung auf den Weg gebracht, die das ändern soll. Ähnlich wie Flugzeuge müssten Drohnen dann eine gut sichtbare Kennzeichnung an der Außenseite tragen.

Der aktuelle Chef der Behörde, Dan Elwell, sagte dazu auf einem Bloomberg-Forum:

Wir brauchen die Sicherheit, dass jede Drohne, jedes unbemannte Fluggerät, das sich in kontrolliertem Luftraum aufhält, auch identifizier- und verfolgbar ist. So einfach ist das.

Dan Elwell, FAA

Die Pläne der FAA gehen sogar noch einen Schritt weiter und fordern Transponder für Drohnen, sodass diese ihre Identität auch per Funk ausstrahlen.

Auch Deutschland hat strikte Gesetze

Auch in Deutschland gilt seit 2017 das Drohnengesetz mit Kennzeichnungspflicht. Ferngesteuerte Fluggeräte für den Freizeitgebrauch mit einem Gewicht über 250 Gramm müssen deren Besitzer demnach kennzeichnen. Sie müssen auf einer feuerfesten Plakette den Namen und die Adresse ihres Besitzers beinhalten.

Für den Betrieb einer Drohne ab 2000 Gramm ist ein Kenntnisnachweis erforderlich, ab fünf Kilogramm gilt sie dann als Luftfahrsystem und bedarf einer Aufstiegserlaubnis durch die Luftfahrtbehörde. Dazu gibt es eine Menge Bereiche, in denen Drohnen nicht betrieben werden dürfen. Etwa im Umfeld von Flughäfen, sowie in der Nähe von Krankenhäusern, bei Einsätzen von Polizei und Feuerwehr, oder in Naturschutzgebieten.

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Drohne und Datenschutz: Ein schwieriges Thema

Ein heikles Thema bei der Drohnengesetzgebung ist der Datenschutz. In den USA gibt es hier derzeit keine Einschränkungen, da dort öffentlicher Raum immer gefilmt werden darf. Grundsätzlich steht hier oft die Sicherheit vor dem Datenschutz – wie etwa bei der Überwachung von Nummernschildern.

In Deutschland dürfen Drohnen fremde Grundstücke nur dann überfliegen, wenn sie leichter als 250 Gramm sind und keine Datenübertragungsgeräte oder Kameras an Bord haben. Ob eine Kamera an Bord ist, lässt sich für Laien und von weitem aber selten erkennen. Den meisten wäre es wahrscheinlich lieber, wenn es grundsätzliche Flugverbote über privaten Grundstücken gäbe.

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