Leben

Urlaub mit Hund: So läuft’s rund auf der Autofahrt

von Dr. Kai Kaufmann

Ein Hund schaut aus dem Seitenfenster eines Autos
Liebling an Bord: Für den Urlaub mit dem Hund bietet das Auto große Vorteile gegenüber Flugzeug oder Bahn – mit unseren Tipps meistern Sie die Reise. Foto: Shutterstock/joerendell

Das erfahren Sie gleich:

  • Hund im Auto: Wie die Autofahrt stressfrei gelingt
  • Hitze im Auto: Was verträgt Ihr Hund?
  • Trinken: Wie kommt der Hund im Auto an Wasser?
  • Sicherung: Transportboxen für den Hund im Auto
  • Reisekrankheit beim Hund: Mir ist so übel!

Ferien mit dem Hund? Dann am liebsten mit dem Auto: Der Tierarzt und Autor Dr. Martin Bucksch gibt Tipps, wie der Hund im Auto am besten mitfährt.

Urlaub mit Hund: Muss es wirklich das Flugzeug sein?

Viele Hundebesitzer stehen vor einem Dilemma: Urlaub mit Hund ist für sie ein Muss, denn sie wollen die schönste Zeit des Jahres mit ihrem Liebling verbringen. Doch so schön Ferien mit dem Hund auch sind: Eine längere Reise ist oft eine echte Prüfung.

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Ganz zu schweigen von solchen Horrorszenarien wie dem um ein Bulldoggen-Baby namens Kokito. Die Meldung schockierte im März 2018 Hundehalter rund um den Globus: Auf dem United Airlines Flug 1284 von Houston nach New York wies eine Flugbegleiterin die Besitzerin einer französischen Bulldogge an, ihren Welpen in der Transportbox im Handgepäckfach über den Sitzen zu verstauen.

Am Ende des dreieinhalbstündigen Fluges war Kokito tot. Erstickt. Gut, dass die meisten Flugreisen mit Hund glücklicher verlaufen. Dennoch: Für Hundebesitzer gibt es weitaus beliebtere Transportmittel für den Urlaub mit Hund.

Hund im Auto: Wie die Autofahrt stressfrei gelingt

Die meisten Hundebesitzer ersparen ihren Hunden nach Möglichkeit mehrstündige Trips im Flugzeug oder gar in den Frachträumen der Flieger. Für sie bleibt das eigene Auto die beste Alternative für den Urlaub mit Hund – vertraute Umgebung, flexible und häufige Pausen inklusive. Dabei bleiben Hundemama oder –papa auch während der Reise immer in Sichtweite.

Wir haben den Hamburger Tierarzt und Autoren Dr. Martin Bucksch um Tipps gebeten, wie der Hund im Auto am besten mitfährt – und wie längere Autoreisen für Ihren Hund gesund und möglichst stressfrei über die Bühne gehen.

Hitze im Auto: Was verträgt Ihr Hund?

Das vielleicht Wichtigste vorab. „Richten Sie sich nicht nach absoluten Zahlen, wenn es zum Beispiel darum geht, wie lange ein Hund bei großer Wärme allein im Auto bleiben darf“, warnt Veterinär Dr. Bucksch. Die tatsächliche Kreislaufbelastung von einem Hund im Auto hänge von vielen Faktoren ab, die individuell beurteilt werden müssten.

Hierzu zählen unter anderem:

  • die Innentemperatur des Autos und Luftfeuchtigkeit
  • die Verfassung des jeweiligen Hundes wie sein Alter, mögliche Herz-Kreislauferkrankungen und Stressanfälligkeit
  • der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen. Ein im Schatten geparktes Auto kann schon nach einigen Minuten in knalliger Sonne stehen

Übrigens: Wolken sind kein Schutz vor Überhitzung im Auto; schwüle, windstille Verhältnisse können im Sommer auch im Schatten zu hohen Temperaturen führen. „Halten Sie Ihr Tier deshalb engmaschig im Blick. Bei höheren Temperaturen sollte es am besten gar nicht allein im Auto gelassen werden“, so Dr. Martin Bucksch.

Trinken: Wie kommt der Hund im Auto an Wasser?

Grundsätzlich sollte auf längeren Fahrten für den Hund im Auto immer Zugang zu Wasser sicher gestellt sein. Leichter gesagt als getan, denn während der Fahrt schwappt das Wasser leicht über.

  • Wählen Sie einen tiefen Trinknapf und schütten Sie ihn nur halb voll.
  • Thema Eiswürfel: „Ein paar Eiswürfel in den Fressnapf zu legen, klingt smart, denn da kann nichts verschütten. Aber: Eiswürfel sind nun mal sehr kalt – und das kann wie beim Fressen von Schnee zu einer Gastritis führen“, warnt Dr. Bucksch.
  • Besser ist es, ganz häufige Pausen zu machen und Wasser anzubieten. Und zwar im eigenen Napf: Gerade im Sommer können öffentliche Näpfe wie an Tankstellen Krankheitserreger tragen.
Ein Hund steht an einer Autobahnraststätte vor seinem pinken Trinknapf.
Trinkpause: Die Ferien mit Hund beginnen meistens mit der Autofahrt. Wichtig ist der eigene Napf für die Trinkpausen. Foto: Shutterstock / Christian Mueller

Sicherung: Transportboxen für den Hund im Auto

In Deutschland gilt auch für den Hund im Auto Sicherungspflicht. Dafür gibt es spezielle Sicherungssysteme wie Hundegitter, Hundegurte oder die verbreiteteren Transportboxen.

Legen Sie eine saugfähige und rutschfeste Unterlage in die Transportbox.

  • Wahl der Hundeboxgröße: Ihr Hund muss sich in der Transportbox umdrehen können, er braucht diesen Raum
  • Gewöhnen Sie Ihren Hund langsam an seine Hundeboxen, beginnen Sie idealerweise schon im Welpenalter.
  • Legen Sie eine saugfägige und rutschfeste Unterlage in die Hundebox. Denn: „Rutscht der Hund bei jedem Bremsmanöver hin und her, erhöht sich sein Risiko, reisekrank zu werden“, erklärt Dr. Bucksch.

Reisekrankheit beim Hund: Mir ist so übel!

Apropos Übelkeit: Es gibt eine Vielzahl chemischer und natürlicher Medikamente wie etwa Bach-Blüten (Rescue-Tropfen) zur Vermeidung von Nervosität, Angst und Übelkeit während der Reise, ob mit dem Auto, Flieger oder der Bahn. Doch da beginnt das Dilemma bereits. Zuerst einmal müsse geklärt werden, so Bucksch, was denn das Problem des Hundes sei.

Testen Sie vor der großen Reise, wie ihr Hund mit dem Medikament klar kommt.

  • Weshalb spuckt ihr Hund? Handelt es sich um Angst oder die klassische Reiseübelkeit (Kinetose)? Davon hängt die Wahl des Medikaments ab. Dr. Bucksch nennt eine Beispiel: „Wenn sich ihr Hund vor Antritt der Tour mit allen Vieren wehrt, ins Auto zu steigen, scheint er eher ein Angstproblem zu haben.“
  • Angst abbauen: Gewöhnen Sie Ihren Hund langsam an Autofahrten. Lassen Sie ihn anfangs nur kurz ins Auto springen und schon nach ein paar Minuten wieder raus
  • Übelkeit durch Bewegung: „Hilfreich kann es sein, wenn der Hund auch mal rausschauen kann“, sagt Dr. Bucksch. Richten Sie den Transportbereich entsprechend ein
  • Keine große Mengen Füttern vor der Reise, aber durchaus kleine Portionen leicht verdaulich ein paar Stunden vor Reiseantritt
  • Testen Sie einige Tage oder Wochen vor der großen Reise, wie ihr Hund mit dem Medikament klar kommt. Denn: Mit letzter Klarheit kann auch kein Tierarzt vorhersagen, wie ihr Hund auf ein für ihn neues Medikament reagiert

Viele der genannten Tipps werden Ihnen übrigens auch eine Hilfe sein, wenn Sie mit Ihren Urlaub mit Hund mithilfe der Bahn machen.

Hund auf der Autofähre: Muss das sein?

Autofähre ist nicht gleich Autofähre: Bei einigen Gesellschaften muss Ihr Hund im Auto bleiben, bei anderen wird er vielleicht auf einem besonderen Deck in einem Gemeinschaftskäfig untergebracht. Bereiten Sie sich hierauf vor, rät Dr. Bucksch.

  • Informieren Sie sich vor der Buchung bei der Fährgesellschaft, wie der Transport von Hunden dort gehandhabt wird. Das kann nämlich sehr unterschiedlich sein. Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie immer bei Ihrem Hund sein können.
  • Kennen Sie die Bedingungen der Überfahrt mit Hund, können Sie vorher entscheiden, ob dies der richtige Weg für Ferien mit Hund ist. Und Sie können entsprechende Vorbereitungen treffen.

Hund im Flieger: Bitte keine Langstrecke!

Wenn es aber doch unbedingt eine Flugreise sein muss, sollten Sie schon bei der Buchung einige Basics beachten, rät Tiermediziner Dr. Bucksch. Beim Verladen der Hunde in den Gepäckraum des Fliegers stehen die Boxen oft längere Zeit in der knalligen Sonne, dabei könne es zu Überhitzungen kommen. Daher empfiehlt der Tierarzt:

  • Versuchen Sie Flüge zu buchen, die eher morgens oder abends Verladevorgänge haben
  • Halten Sie die Reisedauer gering, buchen Sie deshalb Nonstop-Verbindungen.
  • Klären Sie die Verfassung Ihres Hundes wie etwaige Herz-Kreislauferkrankungen mit dem Tierarzt ab

„Grundsätzlich ist es aufgrund der langen Flugzeiten schwer zu vertreten, Hunde auf Überseereisen mitzunehmen“, warnt Dr. Bucksch. Muss es trotzdem sein, schauen Sie sich die Transportbedingungen aller an der Reise beteiligten Fluggesellschaften vorab genau an.

Fazit: Für den Urlaub mit Hund ist das Auto in den meisten Fällen die beste Wahl. Sollten Sie trotzdem mal Ihren Hund nicht mit in die Ferien nehmen können, dann lesen Sie doch mal hier, wie Sie das beste Betreuungsangebot für Ihren Hund finden.

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