Leben

Urban Composting: Kompost in der Küche anlegen

von Carola Franzke

Urban Composting im Trend? Ein Schweizer Start-up lässt seine Kunden in der Küche Kompost anlegen und ersetzt den Biomülleimer durch ein Designerstück.

Der Schweizer Komposter neben einem spielenden Kind
Schlicht und praktisch: Der Komposter verwandelt Essensreste in fruchtbare Erde – und das ohne üble Gerüche. Foto: WormUp

Das erfahren Sie gleich:

  • Gar nicht neu, trotzdem gut: Kompost in der Küche anlegen
  • Die Alternative zum stinkenden Eimer mit Biomüll ist ein Tontopf voller Würmer
  • So lassen sich Essensreste sinnvoll entsorgen und der Alltag etwas entschleunigen

Neue alte Idee: Kompost anders anlegen

Es gibt einen Trend, bewährte Dinge neu zu interpretieren und durch Technik oder ein schöneres Design neu zu beleben. Das Schweizer Start-up WormUp hat eine alte Idee für die Verwertung von Biomüll neu aufgelegt und macht stinkende Biomülleimer in der Küche damit überflüssig. Dabei kommt sogar noch etwas Gutes heraus, denn aus den entsorgten Essensresten wird am Ende Humus, der ideale Biodünger.

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Würmer mit Style statt Eimer mit Biomüll

Biodünger klingt gut, bis man zu dem Teil mit den Kriechtieren kommt: Der Humus entsteht nämlich nicht ohne hungrige Würmer, die in dem Schweizer Komposter leben. Während der Ökowelle in den Achtzigern gab es den Trend übrigens schon mal: Damals waren es hölzerne Wurmkisten für Essensreste und Kaffeesatz. Die Kisten waren damals allerdings schnell undicht, und aus den Ritzen drangen eine miefige Brühe und Würmer. Der Schweizer Komposter ist dagegen aus Ton – und ästhetisch einwandfrei.

Der Komposter schafft im Jahr rund 50 Kilo Küchenabfälle und macht daraus etwa 5 Kilo Humus.

Das Design ist modern und nüchtern, die drei gestapelten Kammern sehen irgendwie nach japanischem Blumentopf aus. Funktionieren tut das Ganze so: Der Nutzer füllt den Komposter mit seinem Bioabfall von unten nach oben. Mit dem sich füllenden Gefäß wandern die Würmer in Richtung der frischen Abfälle nach oben – das dauert vier bis sechs Monate. Wenn die Würmer oben angekommen sind, kann unten der fertige Humus entnommen werden. Damit lassen sich dann die Balkonblumen oder Gartenkräuter düngen. Wurde die unterste Kammer entleert, kommt sie wieder oben drauf, und es geht von vorne los. Der Komposter schafft im Jahr rund 50 Kilogramm Küchenabfälle und macht daraus etwa 5 Kilogramm Humus.

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Zwei Schweizer Komposter
Wem der Platz eines Komposters nicht ausreicht – bei einem Fassungsvermögen von 1,3 Kilogramm pro Woche durchaus denkbar – der kann sich gleich mehrere der Tonnen in die Wohnung, den Garten oder auf den Balkon stellen. Foto: WormUp

Essensreste entsorgen als Achtsamkeitsübung

Bei diesem recht geringen Volumen ist klar: Der Komposter ist nichts für Großfamilien, eher ein Produkt für umweltbewusste Großstadt-Paare mit Sehnsucht nach Ruhe und weniger Stress. Die durchgestylte Wurmkolonie passt wunderbar zu dem Lebensgefühl der Entschleunigung: Die Tierchen produzieren in ihrem ganz eigenen Tempo etwas Neues und Nährendes, dazu auch noch total bio.

Damit sind sie eine waschechte Achtsamkeitsübung, denn die Würmer brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit, und sie lassen sich nicht hetzen. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Der Komposter selber kostet schon rund 250 Euro – und die Würmer noch mal knapp 43 Euro extra. WormUp weist allerdings darauf hin, dass es eine einmalige Investition ist, da der Ton lebenslang hält und sich die Würmer selbst reproduzieren.

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