Elektromobilität

Uphill Flow: Mit dem E-Bike geht es jetzt steil hinauf

von
Gertrud Teusen

Mit dem Mountainbike den Berg runter? Kann man machen. Doch jetzt geht es immer häufiger bergauf: Die neue Herausforderung heißt Uphill Flow Trail.

Ein Mountainbike-Fahrer fährt im Gebirge über eine felsigen Untergrund.
Ganz hohe Kunst: Steile Berge sind nur etwas für fortgeschrittene Mountainbike-Fahrer. Im Gegensatz dazu bietet der Uphill Flow Trail verschiedene Schwierigkeitsstufen. Foto: Shutterstock / Umomos

Das erfahren Sie gleich:

  • Was es mit dem neuen E-Bike-Trend Uphill Flow auf sich hat
  • Wo Sportler im Wald mit ihren E-Mountainbikes fahren dürfen
  • Wie ein Uphill Flow Trail geplant und gebaut wird

Ein gängiges Vorurteil lautet: So ein E-Bike, das fahren doch nur Rentner oder Pendler auf dem Weg zur Arbeit. Stimmt aber schon alleine deshalb nicht, weil sich inzwischen auch viele Sportler aufs E-Bike setzen. Genau genommen vor allem aufs elektrische Mountainbike (E-MTB). Hier lautet die ultimative Herausforderung: Uphill Flow. Moment: Uphill was?

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Erklären wir es so: In der Psychologie definiert man den "Flow" als ein besonders starkes Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn man einen besonders intensiven Moment erlebt. Es steht für den Augenblick, indem man eins mit sich selbst und der Welt drum herum ist.

Diesen Zustand kann zum Beispiel eine Aufgabe auslösen, der man sich mit voller Konzentration und losgelöst von Ablenkungen widmet.

In der Bike-Szene gilt der "Flow-Trail" als das höchste der Gefühle und beschreibt das flüssige Dahingleiten – vorzugsweise bei Bergab-Fahrten. Der Begriff "Uphill"-Flow beschreibt nun gerade das Gegenteil und lässt sich allein durch ein E-Mountainbike erzielen. Denn wie "Uphill" besagt, können Sportler diesen Flow durchaus auch bei Steigungen erleben – mithilfe der Elektromobilität.

Mit dem E-Bike durch den Wald: Erlaubte Strecken

Aber einfach so über Stock und Stein und querfeldein fahren und den Uphill Flow erleben – ist das überhaupt erlaubt? Je mehr E-Bikes und E-Mountainbikes (kurz: E-MTB) unterwegs sind, desto beschränkter wird die Welt, in der sie voll ausgefahren werden dürfen. Wo E-MTB überhaupt erlaubt sind, wird immer komplizierter und kommt auf das Bike an:

  • Für E-Mountainbikes mit Unterstützung bis 25 km/h (Pedelecs) gelten dieselben Regeln wie für Bikes ohne Antrieb, inklusive aller regionalen Unterschiede. In Baden-Württemberg beispielsweise dürfen E-MTBs nur auf Waldwegen fahren, die mindestens zwei Meter breit sind
  • In Österreich dürfen Radler im Wald nur auf speziell für den Fahrradverkehr zugelassenen Wegen fahren
  • Besitzer von E-Mountainbikes mit einer Unterstützung bis 45 km/h (S-Pedelecs) müssen sich an die gleichen Regeln halten wie die Fahrer von Krafträdern. Also: nur im Straßenverkehr fahren, auf Privatgelände und auf Waldwegen, die explizit für Kraftfahrzeuge freigegeben sind.

Legale Lösung: Uphill Flow auf speziellen Trails

Beim professionellen Uphill Flow gehen die Sportler diesen Einschränkungen aus dem Weg, da sie auf speziell angelegten Trails unterwegs sind. Bergauf, mit Hindernissen und auch ziemlich schmutzig. Uphill-Flow-Trails an sich sind eine Herausforderung für Mensch und Technik.

Biker, die mit einem Fahrrad ohne Elektrounterstützung unterwegs sind, mögen es, sich mit dem größtmöglichen Ritzel und gefühlten zigtausend Umdrehungen am Pedal bergauf zu quälen. Mit dem E-MTB erreicht man auch am Berg definitiv höhere Geschwindigkeiten und somit das Ziel völlig relaxt.

Der Flow oder Spaß kommt von den Herausforderungen am bzw. auf dem Weg. Den wiederum können nur speziell angelegte Uphill-Flow-Trails bieten. Einer davon ist der "Bosch eBike Uphill Flow Trail" in Bischofsmais im Bayerischen Wald.

Uphill Flow im Bayerischen Wald

Seit 1998 ist der dortige Bikepark Geißkopf das Eldorado für Mountainbiker. Über 20 Jahre gab es dort zwölf Trails mit unterschiedlichen Herausforderungen für verschiedene Zielgruppen. Mit der Nummer 13, dem ausgewiesenen Bosch eBike Uphill Flow Trail, gibt es nun auch ein Angebot speziell für Elektro-Mountainbiker.

Der Trail führt über drei Kilometer und mit der Überwindung von 280 Höhenmetern hinauf auf den Geißkopf. Es ist eine perfekte Mischung aus Bergauf- und Flow-Strecken sowie speziellen Abschnitten mit Kurven und Hindernissen.

Aber wieso denn dieser komplizierte Name: "Bosch eBike Uphill Flow Trail"? Das liegt daran, dass professionell betriebene Trails oft von Herstellern gesponsert werden. Es gibt solche Trails auch in Österreich (St. Corona in Niederösterreich) und in der Grenzregion Schweiz/ Frankreich (bspw. Region Portes du Soleil ).

E-Bike-Park mit drei Schwierigkeitsstufen

Jeder Trail ist für unterschiedliche Leistungsstufen konzipiert, die ähnlich wie Skipisten mit Farben (blau, rot und schwarz) gekennzeichnet sind. Rot beispielsweise bezeichnet die Naturvariante mit Wurzelfeldern, Steinen, schmaleren Stegen und naturbelassenem Untergrund. Diese Uphill Flow Trails sind zwar flüssig befahrbar, aber noch etwas näher an der Natur und technisch anspruchsvoller als blaue Trails.

Der Bikepark Geißkopf spricht unterschiedliche Zielgruppen an und eignet sich perfekt für einen E-MTB-Trail.

Tamara Winograd, Leiterin Marketing und Kommunikation bei Bosch eBike Systems

Schwarze Streckenabschnitte bieten zusätzlich Trial-Elemente, bei denen es deutlich mehr Können und Fahrtechnik braucht, um diese Herausforderungen zu meistern. Durch die verschiedenen Varianten wie beispielsweise Anliegerkurven, Wellenkombinationen oder Wallrides ist ein Trail darüber hinaus für alle Mountainbiker befahrbar, allerdings sollten die Einstufungen der verschiedenen Streckenabschnitte durchaus ernst genommen werden.

Im Bayerischen Wald beispielsweise gilt 20 Prozent der Strecke als "technisch anspruchsvoll" und ist somit dem Trail-Profi vorbehalten. Der größte Teil der Piste ist jedoch so gebaut, dass er von Mountainbikern mit unterschiedlicher Leistungsstärke befahren werden kann. Die Abzweigungen sind großzügig gekennzeichnet und die Wiederzusammenführungen der Strecke an sehr übersichtlichen Stellen angelegt.

Ähnliches hat man in Österreich im Sinn. Der Wexl-Trail in St. Corona lockt Mountainbiker mit einem 2,5 Kilometer langen speziellen E-Parcours, auf dem sie 190 Höhenmeter überwinden können. "Pedelecs boomen, und diesen Trend möchten wir unterstützen und ein vielfältiges Angebot gestalten", sagt Karl Morgenbesser, Geschäftsführer der Wexl Trails.

Der Trail fügt sich in die Landschaft ein

Bewahrung des intakten ökologischen Systems spielt bei allen Trail-Strecken-Angeboten eine wichtige Rolle. "Das heißt, so wenig wie möglich Bäume zu fällen, stattdessen führt er seine Strecken um die Bäume herum, um das ganze Projekt nachhaltig zu gestalten", sagt Alexander Achatz, der für den Geißkopf verantwortliche Forstbetriebsleiter.

Der Vorteil dieser Planung ist es, dass quasi die Natur die Linienführung vorgibt und so einzigartige Trails entstehen. Die Aufschüttung von Brechsand soll dabei die Erossionsgefahr verringern.

Der Streckenbauer versucht, so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen.

Alexander Achatz, Forstbetriebsleiter Geißkopf

Für die natürliche Gestaltung des Trail setzen die Planer überwiegend Holz ein. Zum einen lassen sich daraus Wallrides gestalten, die besonders viel Spaß machen. Zum andern ist Holz eben das Material, mit dem sich Moore, Feuchtbiotope und Bachläufe durch Brücken überwinden lassen. Das Holz kommt dabei aus der Produktion vor Ort, so kann der Einsatz von Maschinen minimiert werden.

Weitere Angebote im E-Bike-Park

In allen Trail-Parks gibt es ein umfangreiches Angebot. So können Interessierte beispielsweise E-Bike-Modelle in allen Variationen vor Ort mieten und auch jederzeit eigene E-Bikes oder Pedelecs (zumeist) kostenlos aufladen. Zudem gibt es fachkundige Beratung zur Planung der Tour und Kursangebote für Einsteiger und Könner.

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Auch die obligate Schutzkleidung ist in den gut sortierten Shops am Trail erhältlich. Ein Tages-Pass kostet durchschnittlich zwischen 10 und 30 Euro für einen Erwachsenen. Zudem gibt es oft auch Reichenweiten-Rechner, mit denen man die individuelle Akku-Leistung in Verbindung mit der ausgewählten Strecke berechnen kann.

Vielleicht probieren Sie es ja auch einfach mal aus – und finden am Berg Ihren Flow ...

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