Elektromobilität

Elektroauto laden: So vermeiden Sie zu hohe Kosten

von Manuel Berkel

An der öffentlichen Ladestation ein Elektroauto laden – das kann unter Umständen richtig teuer werden. Wir sagen, wie Sie nicht in die Kosten-Falle tappen.

Auf einem grauen Untergrund liegen fünf Scheine im Wert von jeweils 5 Euro
Das Elektroauto zu laden kann richtig hohe Kosten verursachen: Besonders die Abrechnung nach Ladezeit birgt Gefahren. Foto: aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Kosten fürs Laden des Elektroautos sich so stark unterscheiden
  • Warum das Laden nach Zeit oft hohe Kosten verursacht
  • Weshalb die Abrechnung nach Kilowattstunden am Besten ist
  • Welche zusätzlichen Kosten auf der Abrechnung auftauchen können

Warum die Kosten fürs Laden des Elektroautos sich so stark unterscheiden

Bei der Elektromobilität gilt das gleiche ökonomische Prinzip wie in anderen Bereichen: Schwer durchschaubare Preise sind selten zum Vorteil der Kunden. Beim Laden von Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen sorgen sie für enorme Unterschiede bei den Kosten: Der teuerste Tarif ist mitunter fünf Mal so hoch wie der günstigste. Das ergab ein Kostenvergleich des Energieanbieters Lichtblick und des Datenportals Statista.

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Verglichen mit einem üblichen Haushaltsstromtarif ist der Unterschied ebenfalls enorm: Teilweise wird pro Kilowattstunde mehr als doppelt so viel fällig wie beim Laden zu Hause. Das merkt der Kunde aber oft erst zuhause, wenn er die Abrechnung bekommt.

In einzelnen Gebieten haben die Betreiber von Ladesäulen so wenig Konkurrenz, dass sie die Preise weitgehend selbst bestimmen können.

Auffällig sind vor allem die enormen Preisdifferenzen unter den verschiedenen Anbietern. Lichtblick sieht die Gefahr, dass regionale Oligopole entstehen. In einzelnen Gebieten hätten die Betreiber der Ladesäulen so wenig Konkurrenz zu fürchten, dass sie die Preise weitgehend nach eigenem Ermessen bestimmen könnten.

Warum das Laden nach Zeit oft hohe Kosten verursacht

Betroffen sind in erster Linie Kunden, die ihr Elektroauto spontan laden möchten und keinen festen Vertrag mit dem Betreiber der jeweiligen Ladesäule haben. Keine unrealistische Annahme für Fahrer, die mit ihrem Stromer auch einmal weitere Strecken zurücklegen wollen. Dabei müssen sie oft Ladestationen verschiedener Anbieter nutzen.

Verwirrend kann es für Fahrer besonders dann werden, wenn die Abrechnung nach Standzeit und nicht nach getankter Energie erfolgt. Denn wer kann schon genau vorausberechnen, wie viel Strom sein Elektroauto zum Beispiel in einer Viertelstunde lädt und wie weit er damit fahren kann?

Die genaue Ladezeit pro Kilowattstunde hängt von vielen Faktoren wie der Außentemperatur und dem Ladezustand der Batterie ab. Manche Akkus drosseln die Geschwindigkeit, wenn die Batterie zu 80 Prozent voll ist, andere erst ab 90 Prozent. Der Fahrer weiß also bei einer Abrechnung nach Minuten vorher kaum, was er für sein Geld bekommt.

Viele Elektroautos im unteren und mittleren Preissegment sind beim Laden systematisch benachteiligt.

Noch gravierender ist, dass viele Elektroautos beim Laden an den üblichen Ladesäulen mit einer Leistung von 11 oder 22 Kilowatt systematisch benachteiligt sind. Im Auto eingebaute Gleichrichter müssen aus dem Wechselstrom zunächst Gleichstrom machen.

Gerade bei Modellen im unteren und mittleren Preissegment ist die Leistung der Wandler allerdings oft auf 3,7 oder 7,4 Kilowatt begrenzt. Die Ladezeit vervielfacht sich entsprechend. Die Abrechnung nach Minuten wird für solche Fahrzeuge leicht zur Kosten-Falle.

Weshalb die Abrechnung nach Kilowattstunden am Besten ist

Bei seinem Preisvergleich hatte Lichtblick ein Modell mit einer Ladeleistung von 7,4 Kilowatt zu Grunde gelegt. Für 100 Kilometer Reichweite müssen Fahrer damit bis zu 10,70 Euro ausgeben. Zum Vergleich: Mit Haushaltsstrom wären es für dieselbe Strecke nur 4,70 Euro – und bei einem vergleichbaren Benziner 6,25 Euro.

Gegen zeitbasierte Tarife ist deshalb Stefan Nakazi von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: “Die fairste Abrechnungsmethode aus Verbrauchersicht ist die nach Kilowattstunden. Das entspräche dem Literpreis für Benzin.” Zeittarife hält der Verbraucherschützer allenfalls dann für gerechtfertigt, sobald ein Elektroauto vollständig geladen ist. Der Fahrer hätte dann einen Anreiz, den Parkplatz an der Ladesäule für andere Nutzer frei zu machen.

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Frau im Auto tippt auf Smartphone
Einmal vollladen, bitte: Manche Stromanbieter verlangen, dass die Ladestation per Anruf oder SMS freigeschaltet wird – für die Abrechnung entstehen dann zusätzliche Kosten. Foto: CC0: Unsplash/rawpixel.com

Welche zusätzlichen Kosten auf der Abrechnung auftauchen können

Als wenn zeitbasierte Tarife nicht schon kompliziert genüg wären, gibt es auf dem Markt noch eine ganze Reihe zusätzlicher Kosten, die Preisvergleiche schwer machen. Etwa eine einmalige Anmeldegebühr oder prozentuale Aufschläge für Zahlungsdienstleister.

Manchen Stromanbietern ist die Abrechnung der getankten Mini-Strommengen nämlich zu aufwändig. Sie verlangen von E-Auto-Fahrern, dass sie die Ladesäule über eine SMS oder einen Anruf freischalten. Die Abrechnung des Stroms läuft dann über die Mobilfunkrechnung, wofür der Telefonanbieter eine Zusatzgebühr verlangt.

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