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Leben

Unser neuer Roboter: Geschichte einer Garten-Freundschaft

von Ricarda Landgrebe

Nicht jeder ist sofort begeistert von Hightech-Helfern im Garten. Unsere Autorin zum Beispiel vermisst das gute, alte Gärtner-Klischee. Doch als der Mähroboter über sich hinaus wuchs, wurde alles anders.

Unser neuer Roboter: Geschichte einer Garten-Freundschaft
Hand in Hand: Roboter können nicht nur helfen – sondern sogar zum Familienmitglied werden. Foto: Shutterstock/ChutiponL

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Mähroboter unser Familienleben umkrempelte
  • Aus der Maschine wurde ein Freund
  • Der perfekte Rasen wurde zur Nebensache

Garten, das bedeutet meist auch Gärtner

Unsere erste Begegnung ging schief. Es war ein heißer Tag im August vor vier Jahren. Für einen Überraschungsbesuch war ich zu meiner Familie in die nordhessische Provinz gefahren. Niemand öffnete die Tür, also ging ich in den Garten, zurück zur Natur. Garten, das bedeutet meistens auch Gärtner: Leise brummend steuerte er auf mich zu. Meinem Schreck begegneten meine Eltern, inzwischen Heim gekommen, lakonisch: „Das ist unser Mähroboter“, stellte Vater Landgrebe mir die neueste Errungenschaft aus dem Bereich Smart Home vor. Eine Ode an die technischen Finessen ließ nicht lange auf sich warten: Solarhybrid! Umweltfreundlich! Intelligent! „Der findet sogar alleine seine Ladestation.“ Das Gerät arbeite Tag und Nacht, bei Regen und Sonnenschein, sogar eine unschaffbare Steigung schaffe der kleine Kerl. Der ewige Gärtner. Bei uns im Garten. Und das Beste: Die Nachbarn würden nun staunen, statt zu schimpfen. Der elektrische Helfer hält sich nämlich strikt an die einprogrammierten Ruhezeiten.

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Die Entscheidung traf der Mähroboter

Mutter Landgrebe steckte emotional schon richtig tief drin: Sie sprach von Familienzuwachs und taufte das Gerät Lieschen – in Anlehnung an das Fleißige Lieschen, eine Blumenart, die der Rasenroboter naturgemäß zu mähen drohte. Wie Natur auszusehen hat, entscheidet Lieschen, ärgerte ich mich und hatte Sorge um unsere natürliche Blumenwiese. „In der Stadt gibt man ja viel Geld für Wildblumen aus“, versuchte ich die Familie vom mutmaßlichen Unkraut zu überzeugen. Aber der Entschluss war längst gefallen: Der Mähroboter sollte einen feinen englischen Rasen trimmen.

Mähroboter im Garten
Im Dienst der grünen Sache: Der Mähroboter ackert im Garten der Familie Landgrebe. Foto: Ricarda Landgrebe

Sattes, samtiges und strapazierfähiges Grün. Die Quadratur des Kreises.
Wir hatten schon so einiges ausprobiert, um unseren fußballfeldgroßen Garten in Stand zu halten, aber irgendwie gab es immer Ärger. Schafe – „hier stinkt’s“. Aufsitz-Mähtraktor – „Lärm!“. Kevin von nebenan – „Ausbeutung!“. Doch jetzt, so triumphierten die Eltern Landgrebe, gäbe die Nachbarschaft nur einen einzigen Kommentar von sich: „Lasst mal rüberwachsen!“

Das Smart Home im Garten war nicht so smart

So sehr ich die Argumente für einen Rasenroboter verstand, ich konnte den „Smart Garden“ einfach nicht richtig smart finden und trauerte den Zeiten des Gärtner-Klischees nach. Mein Bruder konterte, dass der Neue mit seinen drei frei schwingenden Messerklingen auch vergleichsweise scharf sei. Allein es fehlt der Glaube.

Es verging ein weiteres Jahr – unser Rasen war inzwischen nicht mehr von niederfloriger Auslegeware zu unterscheiden – bis ich vollends überzeugt war. Wie es dazu kam? Ein Dackel aus der Nachbarschaft, der gern mal stiften geht und ebensogern zuschnappt, huschte durch die Hecke und drohte seiner Eigenschaft als bissiger Hund nachzukommen. Doch prompt kam unser elektrischer Platzwart angezuckelt (außerhalb der Ruhezeiten) und das Tier schien dermaßen irritiert, dass es den Schwanz einzog und reumütig verschwand. Seitdem sind wir Freunde, der kleine ewige Gärtner und ich. Und inzwischen habe auch ich ihm einen Namen gegeben: Mähmet, in Anlehnung an Mehmet Scholl – ein Profi auf dem Rasen und mein erster großer Schwarm. Seine Pässe und unser Rasen wären die nächste Geschichte einer ewigen Freundschaft.

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