Elektromobilität

Umbau zum Elektroauto: Neues Leben für alte Autos

von
Carola Franzke

Ob es das Hochzeitsauto von Prinz Harry und Meghan Markle ist oder eine andere Rarität: Der Umbau zum Elektroauto macht Oldtimer noch spannender.

Ein Chevrolet Camaro, herausgeputzt wie frisch vom Band.
Außen ein Klassiker, innen modernste Elektrotechnik: Oldtimer zu E-Autos umzubauen, hat einen ganz eigenen Reiz und findet immer mehr Fans. Foto: Unsplash/Markus Spiske

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Oldtimer-Lieber den Elektroantrieb für sich entdecken
  • Wann sich der Umbau zum Elektroauto lohnt
  • Welche Firmen so einen individuellen Umbau vornehmen

Mai 2018, die Trauung von Prinz Harry und Meghan Markle: Bei den Feierlichkeiten zur "Hochzeit des Jahres" waren alle Augen auf die Braut gerichtet – doch für Auto-Enthusiasten war der Jaguar E-Type, mit dem die beiden zur abendlichen Party fuhren, der eigentliche Star des Geschehens.

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Das Cabrio in hellblau-metallic ist eigentlich Baujahr 1968 – ein Klassiker der Automobil-Geschichte. Doch ein individueller Umbau machte daraus den E-Type Concept Zero mit Elektro-Antrieb, so dass der Hingucker noch mehr Aufsehen erregte – und zeigte, dass die Elektromobilität auch alte Autos erreicht.

Der E-Type als Elektro-Oldtimer

Der Sechszylinder-Reihenmotor musste dafür einem 220 Kilowatt starken Elektromotor und einer 40-Kilowattstunden-Batterie weichen. Mit etwa 46 Kilo Gewicht weniger als vorher kommt der Elektro-Oldtimer in 5,5 Sekunden von null auf hundert Stundenkilometer: eine Sekunde schneller als das Original. Eigentlich wäre noch mehr drin, aber die Beschleunigung ist elektronisch abgeregelt, damit das Fahrgefühl stimmig bleibt.

Die Reichweite soll bei etwa 270 Kilometern liegen – für die Strecke von Windsor Castle zum Frogmore House hat es jedenfalls gereicht. Nach der starken Resonanz durch die Prinzenhochzeit hat Jaguar angekündigt, eine Kleinserie von E-Type-Umbauten in seinem Restaurationsbetrieb in Coventry auflegen zu wollen. Zu den Kosten gibt es keine Informationen, vermutet wird ein Preis um 400.000 Euro für ein Modell des Jaguar E-Type Zero.

Oldtimer-Freunde entdecken Elektro-Umbauten für sich

Es gibt einen Trend, Oldtimer zum Elektroauto umzubauen. Doch die Kosten müssen nicht zwingend solche Dimensionen erreichen wie im Fall des Hochzeitsautos von Prinz Harry und Meghan Markle. Das beweisen verschiedene Anbieter auch in Deutschland, zum Beispiel in Pfarrkirchen und Offenbach. Sie machen ohnehin schon seltene Fahrzeuge zu echten Unikaten.

Lorey Maschinenbau, Offenbach

In Offenbach können Besitzer von Oldtimern und Youngtimern ihre Lieblinge zum Elektroauto umbauen lassen: Hier gibt es Lorey Maschinenbau. In dem 1927 gegründeten Familienbetrieb bauen Vater und Sohn Lorey alte und neue Fahrzeuge zum Elektroauto um.

Vom T1-Bulli über die Ente Citroën 2CV und einen alten Ford Mercury hin zur Mercedes Heckflosse von 1963 – die Loreys legen je nach Fahrzeug ab einem Budget von etwa 10.000 Euro Hand an.

Marco Lorey, der Junior, sagt über die Elektro-Umbauten: "Ich sehe uns als Erhalter alter Werte, die ohne Belästigung der Anwohner auf den Straßen fahren." Allerdings gibt es ein paar Einschränkungen: Automatikgetriebe sorgen beim Umbau für Schwierigkeiten, und gerade bei kleinen Oldtimern kann die zulässige Zuladung zum Problem werden, weil damit der Batteriegröße und Reichweite eine Grenze gesetzt wird.

Fleck Machines, Pfarrkirchen

Im niederbayrischen Pfarrkirchen bietet Fleck Machines Umbauten an, die bei einem Budget von rund 20.000 Euro losgehen. Für die individuellen Umbauten stellen die Niederbayern Bauteile aus China, Deutschland und den USA zusammen.

Heiko Fleck hat mit seinem Unternehmen mehr als 400 Fahrzeuge vom Verbrenner zum Elektroauto umgebaut, etwa die Hälfte davon Oldtimer. Darunter waren schon Raritäten wie ein Goggomobil oder ein amerikanisches Amphicar: Das Schwimmauto aus den Sechzigerjahren durfte mit dem Verbrennungsmotor nicht mehr aufs Wasser.

Auch seine Liste ist lang: Neben US-Pickups, T2-Bullis und einem Trabant hatte auch er die Ente schon mal auf der Bühne.

Heiko Fleck hilft nicht nur bei der Umrüstung von Pkw, er hat auch am Umbau eines Lkw Baujahr 1967 mitgewirkt: Der Barkas B1000 fährt nun elektrisch in und um Berlin.

Elektroauto-Umbau selbstgemacht

Umbauen lassen ist aber nicht jedermanns Sache: Ein Rentner aus Obermeckenbeuren befand, die Wartezeit auf einen neuen Stromer sei zu lang, der Preis zu hoch. Der 78-jährige Reimar Hessler war früher Techniker in der Konstruktionsabteilung eines örtlichen Metallbetriebes und ist ein Autofan, der gern selbst schraubt.

Kurzerhand holte sich der findige Bastler einen Opel Corsa vom Schrottplatz und nahm das Projekt E-Corsa in Angriff. Der Umbau zum Elektroauto hat rund sieben Monate gedauert, Komponenten und Unterstützung fand auch er bei Fleck Machines aus Pfarrkirchen.

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Obwohl es auch Umrüster gibt, die Tesla-Motoren und Batterien in aktuellere Audi- oder Mazda-Modelle einbauen, dürften Umbauten von alltäglichen Fahrzeugen wie Hesslers altem Corsa weiter die Ausnahme bleiben.

Der Aufwand lohnt sich eher für besondere Autos – wie eben den E-Type von Prinz Harry, oder den autonomen DeLorean der Universität Stanford.

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