Elektromobilität

Twike: Mischung aus Fahrrad und Elektroauto

von
Thomas Pitscheneder

Was ist für die Stadt besser: Elektroauto oder ein E-Bike? Das vollverkleidete Twike ist beides und lässt sich vollelektrisch sowie mit Pedalen betreiben.

Das Twike auf einer Straße aus der Vogelperspektive
Ein Twike bietet die Vorteile eines Autos, nimmt auf der Straße jedoch weitaus weniger Platz ein. Das wirkt sich auch positiv auf die Parkplatzsuche aus. Foto: Twike

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum das Twike eigentlich kein Elektroauto sein sollte
  • Womit das Twike 3 seit den 90ern Erfolg hat
  • Wie der Nachfolger aussehen soll

Heutige Elektroautos stehen ihren fossilen Verbrenner-Brüdern in nichts mehr nach. Genau im Gegenteil, sind sie oft Innovationsträger mit zahlreichen Hilfsmitteln und smarter Technik für die täglichen Fahrten zum Ziel. Vor rund 20 Jahren sah das noch anders aus. Elektroautos waren oft in Handarbeit zusammengesetzte Fahrzeuge aus kleinen Werkstätten.

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Zu den erfolgreichsten Herstellern von Stromern gehörte in den 90ern die Marke Twike. Bald soll sie wieder eine Rolle spielen.

Twike: Vom Fahrrad zum Elektroauto

Ursprünglich sollte das Twike ein Fahrrad mit drei Rädern und geschlossener Kabine sein. Vor Wind und Wetter geschützt sollten Fahrer so entspannter von A nach B kommen. Die Idee hatten Studenten der ETH Zürich. Bereits im Jahr 1986 stellten sie ihr Konzept auf der Weltausstellung in Vancouver vor.

Nach zwei muskelbetriebenen Studien erblickte das Twike 3 im Jahr 1993 das Licht der Welt – seitdem gibt es ihn von der Fine Mobile GmbH in Kleinserie zu kaufen. Zusätzlich zu Pedalen hat das Fahrzeug einen Elektromotor mit einer Leistung von bis zu 7 kW (9,5 PS) verbaut. Mit den 250 Kilogramm Trockengewicht hat der Antrieb leichtes Spiel. Die Leistung reicht für 85 km/h in der Spitze.

Die Akkus bietet Twike mit je 9 Amperestunden an. Bestellen lassen sich davon zwei bis sieben Stück für das kleine Elektroauto. Die maximale Reichweite liegt entsprechend zwischen 40 und mehr als 500 Kilometern pro Aufladung. Das liegt auch am geringen Verbrauch von nur rund 6 kWh auf 100 Kilometer.

Wenig Auto kostet nicht zwingend wenig Geld. Die kleinste Ausstattung kostet bereits 26.000 Euro. Wer das Twike mit der maximalen Anzahl an Akkus und Extras vollstopft, landet schnell bei über 50.000 Euro.

Twike gebraucht: Es geht auch günstiger

Wer ein Twike kaufen möchte, muss allerdings nicht zwingend den vollen Preis bezahlen. Vielmehr lohnt sich ein Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt. Dort finden sich immer wieder günstigere Fahrzeuge. Bei Ebay Kleinanzeigen tauchen etwa immer wieder Modelle mit maximaler Akkukapazität für rund 30.000 Euro auf. Die haben kaum mehr als 15.000 Kilometer auf der Uhr.

Alternativ wenden sich Interessenten an einen Twike-Händler. Solche gibt es etwa in Herten (NRW) und Furtwangen (BW). Auch in einschlägigen Foren verkaufen Twike-Besitzer immer wieder Fahrzeuge zu günstigen Konditionen. Wer die Augen offen hält, kann ein Twike gebraucht als Schnäppchen ergattern.

Twike 5: Nachfolger in Genf vorgestellt

Bereits 2010 stellte die Firma mit dem Model 4 einen möglichen Nachfolger vor. Der sollte mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h sogar für die Autobahn geeignet sein. Doch das Konzept verschwand wieder in der Versenkung.

Auf dem Autosalon Genf gab es endlich neue Infos. Der neue Stromer soll Twike 5 heißen und sich somit von der Studie abheben. Fahrwerk und Karosserie überarbeitete das Team und will so die Stabilität für Geschwindigkeiten bis maximal 190 km/h ermöglichen. Langsame Fahrten sollen erneut mit Pedalen zu bewältigen sein.

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Das maximale Gewicht soll unter 500 Kilogramm betragen. Das dürfte sich positiv auf die Reichweite auswirken – die Twike mit mehr als 500 Kilometer angibt. Als Kapazität für die Batterien peilt das Unternehmen 31,5 kWh an. Wann das Twike 5 in Kleinserie geht, liegt an den potenziellen Kunden selbst. Sie sollen über ein verzinstes Darlehen das Kapital stellen. Sind zwei Millionen Euro und 200 Vorbestellungen erreicht, will Twike mit der Produktion beginnen.

Das Twike 5 als Designkonzept
Auf dem Autosalon Genf zeigte Fine Mobile das Twike 5. Karosserie und Fahrwerk sind Neuentwicklungen, der Elektromotor soll hohe Geschwindigkeiten ermöglichen. Foto: Twike

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