Elektromobilität

Tunnel für Europa: Angry-Birds-Macher hat große Pläne

von Marten Zabel

Einer der Entwickler von Rovios Hit-App Angry Birds will mit einem Tunnel Finnland und Estland verbinden. Und damit Europa noch besser vernetzen.

Ein beleuchteter Tunnel
Ein Tunnel unter der Ostsee: Bereits 2024 soll ein Unterwassertunnel Finnland und Estland verbinden – das verspricht ein Ex-Angry-Birds-Macher. Foto: Unsplash/Paul Dufour

Das erfahren Sie gleich:

  • Ein ehemaliger Macher von Angry Birds will mehr Tunnel für Europa bauen
  • Das Projekt FinEst steht für einen Unterwassertunnel zwischen Finnland und Estland
  • Langfristig will der Unternehmer mit privaten Investitionen eine große Infrastruktur erschaffen

Ein neuer Tunnel für Europa

Peter Vesterbacka, ehemals eine der treibenden Kräfte hinter dem weltweit erfolgreichen Smartphone-Spiel Angry Birds aus dem Hause Rovio, will Europa mehr Tunnel bescheren: Sein Projekt "FinEst Bay Area Tunnel" soll nach der Belt-Verbindung zwischen Dänemark und Schweden sowie dem Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien die dritte Meereskreuzung des Kontinents werden. Der geplante Tunnel soll schon 2024 eröffnen und Finnlands Hauptstadt Helsinki mit der estnischen Hauptstadt Tallinn verbinden.

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Von der Ballonbrücke zum Unterwassertunnel

Rund 86 Kilometer Luftlinie trennen die beiden Hauptstädte voneinander. Dazwischen liegt die Ostsee. Ideen für Brücken und Tunnel gibt es bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – damals war sogar eine schwebende Brücke angedacht, die von riesigen Ballons getragen wird. Die Regierungen beider Länder wollen bis 2040 nun einen Unterwassertunnel mit dem Namen FinEst Link errichten – das Konsortium aus vier Baufirmen, die Vesterbacka gemeinsam mit chinesischen Investoren versammelt hat, plant jedoch einen deutlich schnelleren Bau. Noch im Jahr 2018 sollen zwölf Bohrer aus China ankommen und ihren Betrieb aufnehmen.

Aus dem Abraum des Projekts sollen zwei künstliche Inseln vor den Küsten beider Länder entstehen.

Der fertige FinEst-Tunnel soll eine Länge von rund 100 Kilometern haben und die beiden Flughäfen Helsinki und Tallinn verbinden. In seinem Inneren sollen Züge verkehren, die Fahrgäste und Fracht zwischen den beiden Städten transportieren. Aus dem Abraum des Projekts sollen zwei künstliche Inseln vor den Küsten beider Länder aufgeschüttet werden. Beide sollen einen Bahnhof erhalten. Auf der finnischen Seite könnte zudem ein neues Wohnviertel entstehen. Hier geht Vesterbacka von Wohneinheiten für bis zu 50.000 Menschen aus. Das Wohnungsbauprojekt wäre allerdings nicht direkt Teil des Vorhabens. Andere Investoren würden es planen und verwirklichen.

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Langfristiger Wohlstand für beide Seiten

Das Projekt soll sich langfristig vor allem durch den Verkauf von Zugtickets refinanzieren: Schätzungsweise 37 Jahre würde es dauern, die Kosten für den Bau zu erwirtschaften. Für Vesterbacka steht allerdings nicht der direkte finanzielle Gewinn des Tunnels im Vordergrund, sondern das, was dieser für die Region bedeuten könnte: Die Gegend um die Bucht würde weiter zusammenwachsen, und Arbeitskräfte und Waren könnten schneller und günstiger zwischen den beiden Seiten der Ostsee verkehren. So erwartet Vesterbacka auch die Ansiedelung weiterer Firmen in den beiden Metropolregionen.

Nach FinEst ist noch lange nicht Schluss

Aus der Politik bekommt der "FinEst Bay Area Tunnel" nur verhaltene Zustimmung: Viele lokale Politiker freuen sich zwar über das Engagement des privaten Sektors, die Städte zu verbinden. Sie glauben allerdings nicht an die Versprechen eines fünfjährigen Baus unter Einhaltung von EU-Standards. Vesterbacka scheint sich diesbezüglich an Elon Musk zu halten, der mit der Boring Company ebenfalls Tunnel baut und gerne unrealistische Zeitpläne verkündet – an seine bemannte Marsmission bis zum Jahr 2026 glaubt vermutlich niemand mehr ernsthaft. Dennoch bewegen diese Menschen mit ihren Projekten etwas. Peter "Mighty Eagle" Vesterbacka, der seinen Spitznamen einer Figur aus Rovios Angry Birds verdankt, will nach der Fertigstellung des "FinEst Bay Area Tunnels" jedenfalls nicht mit dem Tunnelbau aufhören: Seiner Meinung nach könnten noch weitere Gegenden eine schnelle Verbindung gebrauchen. Und die will er liefern.

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