Elektromobilität

TÜV Rheinland: Noch fehlt das Vertrauen in autonome Autos

von Leonie Butz

Autonome Fahrzeuge erhöhen die Sicherheit, davon sind die Befragten einer Studie des TÜV Rheinland überzeugt – trotzdem wollen sie immer eingreifen können.

Eine Hand greift durch eine Autotür auf ein Autodach
Mit dem Wandel zur Elektromobilität geraten auch autonome Autos immer stärker in den Fokus. Eine Studie des TÜV Rheinland zeigte jetzt, dass viele Nutzer den Selbstfahrern aber noch nicht vertrauen. Foto: Pexels/João Jesus

Das erfahren Sie gleich:

  • Autofahrer halten autonomes Fahren grundsätzlich für eine gute Entwicklung, ergibt eine Umfrage des TÜV Rheinland
  • Aber einem vollkommen fahrerlosen Auto trauen viele trotzdem noch nicht über den Weg
  • Informationen über die Vorteile der Technik seien der Schlüssel gegen die Skepsis

TÜV Rheinland: Fahrer wollen eingreifen

Mit einem Thermobecher voller Kaffee in der einen Hand, dem Frühstücksbrot in der anderen wahllos nach dem Schlüsselloch des Autos suchen. Einsteigen, Kaffee in den Becherhalter, das Brot auf den Beifahrersitz. Nach Stau, zu viel Gejammer über all die anderen Fahrer und unzähligen Baustellen ist endlich das Ziel in Sicht – und der Fahrer mit den Nerven am Ende.

Autonome Autos würden die Strecke sicher angenehmer machen: Kaffee und Frühstück ließen sich ganz einfach während der Fahrt verzehren; von den Staus, den anderen Menschen und den Baustellen bekäme der Fahrer nichts mit. Stattdessen läse er die Zeitung. Denn er wäre eigentlich nur Mitfahrer im autonomen Auto. So oder so ähnlich stellen sich Entwickler die Zukunft des Fahrens vor. Völlig davon überzeugt sind bisher aber noch nicht alle Autofahrer.

Rund die Hälfte der Befragten in den USA und Deutschland glaubt, dass eine vollkommene Automatisierung die Verkehrssicherheit verschlechtert.

Wie die Menschen zum autonomen Fahren stehen, das wollte der TÜV Rheinland wissen. Hierfür befragte er Autofahrer in Deutschland, China und den USA. Deutlich wird bei der Umfrage zunächst, dass die Befragten aus China dem autonomen Fahren sehr viel offener entgegenblicken aus jene aus den USA und Deutschland. 63 Prozent der Chinesen glaubt, dass völlig fahrerlose Autos die Straßen sicherer machen. In den USA und Deutschland sind es nur 34 Prozent.

Ein Autobahnkreuz von oben
Autonome Autos finden viele Autofahrer grundsätzlich spannend, sie wollen aber im Notfall in die Fahrt eingreifen können. Foto: Unsplash/Edouard Ki

Voraussetzung für eine solche Sicherheit ist aber eine Gewährleistung des Datenschutzes, einen Schutz des Autos vor Hacker-Angriffen und die Möglichkeit, jederzeit selbst ins Fahrgeschehen eingreifen zu können. Weit mehr Befragte – rund die Hälfte – in den USA und Deutschland glauben hingegen, dass eine vollkommene Automatisierung die Verkehrssicherheit verschlechtert. In China hingegen glaubt nur ein Viertel an die Verschlechterung.

Zu wenige Infos über autonome Autos

Kein Wunder also, dass 78 Prozent der Befragten autonome Autos nur dann für vertrauenswürdig halten, wenn sie im Notfall jederzeit selbst das Steuer übernehmen und in die Fahrt eingreifen könnten. Und auch die Angst vor Cyber-Kriminalität ist groß: Eine Fremdsteuerung des Wagens befürchten rund 50 Prozent der Befragten. Das Hacker an persönliche Daten gelangen könnten befürchten sogar rund 70 Prozent. Ähnlich wie beim Computer wächst deshalb die Bereitschaft, den Hersteller zu wechseln, wenn ein Hackangriff auf ein Fahrzeug des Herstellers bekannt wird.

Wir müssen gegenüber den Menschen noch viel stärker informieren und die Vorteile von mehr Technik auch eindeutig vermitteln.

Eine grundsätzlich positive Einstellung zur technischen Entwicklung zeigte sich bereits in älteren Studien des TÜV Rheinland. Aber auch hier zeigten sich Vorbehalte gegenüber der Umsetzung. Es bleibt also die Forderung der Autofahrer, dass Politik und Industrie vor allem Fragen rund um den Eingriff der Fahrer ins Fahrgeschehen, den Datenschutz und die Sicherheit sowie die Frage der Haftung klären müssen.

Vorher, so scheint es, wollen sich vor allem die deutschen und die amerikanischen Befragten nicht auf völlig autonome Autos einlassen. „Wir müssen gegenüber den Menschen noch viel stärker informieren und die Vorteile von mehr Technik auch eindeutig vermitteln“, so der Vizepräsident im Bereich Mobilität beim TÜV Rheinland, Matthias Schubert.

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