Elektromobilität

Batterie-, Elektro-, Wasserstoff: Tschechien setzt auf saubere Züge

von
Marten Zabel

Batterie-Züge kommen nach Tschechien: Das staatliche Eisenbahnunternehmen ČD will mit Elektro-Zügen Strecken ohne Stromanschluss überbrücken.

Eine einsame Bahnstrecke in Tschechien.
Weit und breit keine Oberleitung in Sicht: Batterie-Züge sollen in Tschechien Dieselloks ersetzen. Foto: Getty Images/iStockphoto

Das erfahren Sie gleich:

  • Wo in Tschechien jetzt eine Teststrecke für Batterie-Züge entsteht
  • Wie die Elektro-Züge dank eingebauten Akkus auch Streckenabschnitte ohne Oberleitung überbrücken können
  • Warum der Wasserstoff-Zug weltweit sogar noch erfolgreicher sein könnte

Das Eisenbahnunternehmen České dráhy (ČD) will elektrische Triebwagenzüge mit Akkus testen. Die sollen auf nur teils elektrifizierten Strecken im Regionalverkehr zum Einsatz kommen. Gegenüber Dieselloks bringen sie nicht nur Vorteile in Sachen Luftverschmutzung mit sich: Zuverlässiger, schneller und günstiger im Betrieb sollen sie sein.

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Für den Testbetrieb mit Akku-Zügen will ČD zwei Nahverkehrszüge der Baureihe 650 von Škoda Transportation, sogenannte Regiopanter, umrüsten lassen. Die Triebwagen erhalten im Zuge des Umbaus zu ihren bereits vorhandenen Electic Multiple Units (EMU-Garnituren) Akkus auf dem Dach des Triebwagens.

Elektro-Züge beschleunigen besser

Auf elektrifizierten Strecken werden die Züge weiterhin ihre Energie per Stromabnehmer aus der Oberleitung nehmen und gleichzeitig die Akkus aufladen. Auf Strecken ohne Elektrifizierung kommt dann der gespeicherte Strom zum Einsatz. Bislang sind für diese Abschnitte Dieselzüge nötig, also Züge mit Diesel Multiple Units (DMUs). Jetzt erobert die Elektromobilität auch diesen Bereich.

Ein Nahverkehrszug der Baureihe 440 von Škoda Transportation.
Einige Triebwagen des tschechischen Nahverkehrs sollen mit Extra-Akkus zu Elektro-Zügen werden. Foto: České dráhy

Und die EMU-Garnituren haben einige Vorteile gegenüber den DMUs:

  • Der elektrische Antrieb ist umweltfreundlicher
  • Er benötigt keine Tank-Infrastruktur, da die Züge einen Teil ihrer Arbeit ohnehin auf elektrifizierter Strecke verrichten
  • Außerdem können die Elektrozüge schneller beschleunigen und haben höhere Sprintgeschwindigkeiten

So verkürzt ČD mit der Umrüstung auf den entsprechenden Strecken bei Brno die Fahrzeiten, spart Geld für Treibstoff und soll auch noch auf eine höhere Zuverlässigkeit der Technik setzen können. Ausfälle und Verspätungen dürften sich damit deutlich verringern.

Der Einsatz von Akku-Zügen zur Überbrückung nichtelektrifizierter Strecken wird weltweit von verschiedenen Eisenbahngesellschaften getestet. Škoda Transportation etwa hat die Technik auch schon in Straßenbahnen in der Türkei integriert, in Japan gibt es mit dem Neotrain einen Elektrotriebwagen, der bereits seit 2009 erfolgreich im Einsatz ist.

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Batterie- oder Wasserstoff-Zug?

Auch in Deutschland gibt es Überlegungen in Richtung Akku-Zug. Allerdings existiert hierzulande auch der Testbetrieb einer konkurrierenden Technologie, die derzeit ebenfalls an vielen Orten im Testeinsatz ist: Wasserstoff-Brennstoffzellen – etwa in Baden-Württemberg.

Deren Vorteil wäre eine größere Reichweite auf längeren Streckenabschnitten ohne Stromleitung. In Zukunft könnten sich also zwei Energieträger für Züge etablieren, die beide im Elektromotor münden – und das heutige Duo aus Elektro und Diesel so vollständig ersetzen.

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