Abonnieren Sie kostenlos unsere Updates zum Thema Leben

Anmelden

Leben

Trockene Augen – oft ist die Klimaanlage schuld

von Gertrud Teusen

Kaum ein Auto kommt heute ohne Klimaanlage aus. Doch die angenehme Kühle an heißen Tagen hat ihre Tücken – immer mehr Menschen leiden an „trockenen Augen“.

Eine Frau ist durch einen Rückspiegel im Auto zu sehen.
Beim Autofahren kann die Klimaanlage für trockene und gereizte Augen sorgen. Foto: Shutterstock / igorstevanovic

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Klimaanlage bei Autofahrern oft die Augen reizt
  • Wie sich das Problem beheben lässt, ohne die Mobilität einzubüßen
  • Was dem Auge guttut: Das hilft gegen trockene Augen
  • Wie Abgase die Austrocknung der Augen fördern

Das Krankheitsbild „trockenes Auge“ ist inzwischen ein weit-verbreitetes Phänomen. Jeder Fünfte, der zum Augenarzt geht, hat genau dieses Problem. Die Augen jucken und brennen, manche haben das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Das kann an einer Pollenallergie liegen.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Aber gerade bei längeren Autofahrten, nach einem Langstreckenflug oder einem anstrengenden Tag vorm PC treten die Beschwerden auch bei Nicht-Allergikern auf. Das liegt daran, dass die Tränenproduktion beim Fahren mit Klimaanlage im Auto oder bei konzentriertem Arbeiten am PC abnimmt. Der Tränenfilm, der das Auge eigentlich schützen soll, verdunstet.

Wenn's juckt und brennt: Blinzeln hilft gegen trockene Augen

Während man vor dem Computer einfach nur mal kurz den Blick vom Monitor abwenden und ausgiebig blinzeln kann, bleibt dem Autofahrer meist nur der Griff zu „künstlichen Tränen“.

Das sind Augentropfen, die im wesentlichem aus gereinigtem Wasser bestehen und denen sogenannte „filmbildende Substanzen“ beigemischt sind. Diese Wirkstoffe bilden (wie der Name schon sagt) einen Schutzfilm, indem sie sich auf der Augenoberfläche verteilen. So wird das Auge feucht gehalten und erneutes Austrocknen verhindert.

Autofahrer sind besonders oft betroffen – Schuld ist die Klimaanlage

Kaum ein Fahrzeug kommt heute ohne ein ausgeklügeltes Belüftungssystem aus, das im Sommer für angenehme Frische und im Winter entsprechend für wohlige Temperaturen im Autoinneren sorgt. Das fühlt sich gut an, ist manchmal allerdings schlecht für die Augen.

  • Falsch eingestellte Klimaanlagen und Luftdrüsen sorgen nun dafür, dass das Auge des Fahrers zu viel davon abbekommt. Das trocknet selbst ein gesundes Auge binnen Minuten aus und sorgt für ein unangenehmes Brennen
  • Das Brennen wiederum entsteht dadurch, dass der Tränenfilm, der das Auge schützt Risse bekommt, so dass Staubpartikel und Keime direkt aufs Auge treffen
  • Gerade im Stopp-and-Go-Verkehr oder bei langen Autobahnfahrten mit hoher Geschwindigkeit, „stört“ die Konzentration den natürlichen „Blinzel-Reflex“.

Übrigens: Das entspannte Auge blinzelt bis zu 15mal in der Minute.

Ein Mann vor einem Laptop, er hat die Brille abgenommen und reibt sich die Augen.
Konzentrieren sich die Augen stark, trocknen sie leicht aus. Ein kurzes Blinzeln kann bereits helfen. Foto: Shutterstock / fizkes

Wie lässt sich das Problem beheben, ohne die Mobilität einzubüßen?

Alles, was die Sehkraft einschränkt, behindert die Mobilität bzw. die Fahrtüchtigkeit. Das Problem „trockenes Auge“ lässt sich also am besten im Vorfeld lösen. Nämlich so:

  • Beschäftigen Sie sich vor der Abfahrt intensiv mit Ihrer Klimaanlage und richten Sie alle Drüsen vom Auge weg – beispielsweise Richtung Fußraum
  • Wählen Sie – sommers wie winters – angenehme „mittlere Temperaturen“ und minimieren Sie die Luftzirkulation
  • Wenn Sie Brillenträger sind, dann hat das klare Vorteile, weil das Auge so vor Austrocknung geschützt ist. Alternativ benutzen Sie eine Sonnenbrille, wenn es die Wetterlage erlaubt
  • Auch wer eigentlich Kontaktlinsen trägt, sollte am besten beim Autofahren eine Brille tragen
  • Um dem Jucken und Brennen vorzubeugen, gibt es in der Apotheke „künstliche Tränen“ in Tropfenform – sie schaden nicht, helfen aber viel
  • Alternativ: Jede Stunde eine fünfminütige „Blinzelpause“ einplanen

Regelmäßiges Gähnen befeuchtet die Augenbindehaut.

Dr. Justin Fischer, Betriebsarzt der Universität Kaiserslautern (Medical Tribune)

Augen zu und gähnen – das hilft gegen trockene Augen

Tritt das Problem trockener Augen nur ab und zu auf, so kann man es auch mit einfachen natürlichen Mitteln lindern. Bei anhaltenden Beschwerden führt kein Weg am Augenarzt vorbei.

Was den Augen guttut:

  • Eine gesunde Ernährung und ausreichend Flüssigkeit, deshalb sollte man auch im Auto immer eine Flasche Wasser dabei haben
  • Wenn man schon mal eine „Blinzelpause“ einlegt, dann öffnet man dabei am besten auch die Autofenster, um durchzulüften
  • Man kann auch zwei Papiertaschentücher mit Wasser nass machen und sie für wenige Minuten auf die geschlossenen Augen legen
  • Auch mit Streich- und Klopfmassagen lassen sich gestresste Augen entspannen
  • Besonders empfehlenswert ist ausgiebiges Gähnen, denn das hält die Bindehäute ebenfalls feucht
  • Nach einer anstrengenden Autofahrt helfen Augenauflagen mit Quark, Gurkenscheiben oder Teebeuteln (Schwarztee) müde Augen wieder munter zu machen

Rußpartikel in der Luft schädigen Tränenproteine

Es gibt verschiedene Untersuchungen, die nahelegen, dass das Problem „trockenes Auge“ auch durch zu viele Rußpartikel in der Luft verstärkt wird – das berichtete die Medical Tribune vor kurzem.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Leben immer informiert.

So untersuchten Mediziner in Graz die Wirkung von Feinstaubpartikeln aus der Luft auf die menschliche Tränenflüssigkeit. Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Otto Schmut aus der Augenklinik der Medizinischen Universität Graz kamen zu dem Ergebnis, dass Feinstaub (vor allem in Kombination mit UV-Licht), die Proteine in den Tränen verändern.

Das umweltinduzierte „trockene Auge“ kann durch verschiedenste Einflüsse wie UV-Licht, Ozon, Autoabgase oder Zigarettenrauch hervorgerufen werden. Wie sich der Feinstaub – besonders in Städten – bekämpfen lässt, dazu gibt es einige spannende Projekte: Etwa das "Smog Free Bike", das den Feinstaub beim Fahren filtert.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen