Leben

Tourismus der Zukunft: Reise ins Weltall

von Leonie Butz

Eine Reise ins Weltall: Mit den wissenschaftlichen Errungenschaften unserer Zeit könnte das in Zukunft selbst für den Tourismus kein Traum mehr bleiben.

Tourismus der Zukunft: Reise ins Weltall
Der Traum von der Reise ins Weltall: In nicht allzu ferner Zukunft könnte er auch für Nicht-Astronauten wahr werden. Foto: Unsplash/NASA

Das erfahren Sie gleich:

  • Der Traum einer Reise ins Weltall ist so alt wie die Fiktion selbst
  • Nur scheinbar unmöglich: Theoretisch ist eine Reise mit annähender Lichtgeschwindigkeit möglich
  • Tourismus oder neue Siedlungen: Die Wissenschaft arbeitet an der praktischen Umsetzung

Vom Traum einer Reise ins All

Durch die riesige Scheibe lässt sich nichts erkennen, nur schwarze Leere. In weiter Ferne leuchten Milliarden von Sternen. Hier, hinter der Scheibe, scheint eine völlig andere Welt zu liegen, wie ein Kreuzfahrtschiff, das in den Himmel abgehoben ist. Kindergesichter kleben an den Scheiben, Erwachsene unterhalten sich über die Reise, den Komfort oder wie oft sie bereits hierhin oder dorthin geflogen sind. Oder sie genießen einfach nur den Ausblick auf die unendlichen Weiten des Weltraums – wie Captain Kirk auf seiner Enterprise.

Natürlich sähe die echte Reise durchs Weltall ganz anders aus – Science-Fiction bietet aber für den Traum von fremden Welten die besten Ausgangspunkte. Das tat sie schon immer. Sie inspirierte aber auch die Wissenschaft: Ohne Star Trek etwa gäbe es heute weder Handys noch automatische Türen. Und der Traum von der Reise ins Weltall ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst.

Die Reise ins Weltall in der Fiktion

In der Literatur existiert die Reise ins All, als Grundpfeiler der Science-Fiction, bereits im alten Griechenland: Lukian von Samosata berichtet im zweiten Jahrhundert n. Chr. in "Die Luftreise" von einem Flug zum Mond – mit Hilfe von Adler- und Geierflügeln. Der Übersetzer der altgriechischen Schrift, Christoph Martin Wieland, schreibt im ausgehenden 18. Jahrhundert: „In einem Traume ist das alles sehr möglich“.

Von der Traumvorstellung zur wissenschaftlich-literarischen Betrachtung vergehen aber noch fast 1900 Jahre: Denn erst Jules Verne und H.G. Wells, die beiden Väter des modernen Sci-Fi, beschäftigen sich literarisch wieder intensiv mit der Reise zum Mond. 1865 schreibt Jules Verne seinen Roman "De la terre à la lune" (Von der Erde zum Mond), der sich vor allem den Vorbereitungen und dem Bau des Fluggeräts widmet: eine Kanonenkugel in Form einer Rakete. Trotz der guten Vorbereitung behält der skeptische Kapitän Nicholl Recht: Die Mission scheitert.

Die Reise ins Weltall in der Fiktion
Ein Flug zum Mond war lange ein Traum – aber 1969 wurde er wahr. Warum also nicht von weiteren Reisen ins Weltall träumen? Foto: Unsplash/NASA

Der Mondflug-Träumer ist das Gespött der wissenschaftlichen Akademie.

Nur wenige Jahre später gelingt den Hauptfiguren in H.G. Wells’ Roman "The First Men in the Moon" (Die ersten Menschen im Mond) die Landung auf dem Mond. In einer Kugel aus einem völlig neuen Material fliegen sie 1901 zum Mond, den ameisenähnliche Wesen bewohnen. Inspiriert davon dreht Georges Méliès den ersten Science-Fiction-Film der Geschichte: Die Reise zum Mond. 1902 lässt er Wells’ Figuren auf der Leinwand lebendig werden – er arbeitet aber auch die Kritik der Zeit ein: Denn vor dem Aufbruch ist der Mondflug-Träumer das Gespött der wissenschaftlichen Akademie.

Vom Traum zum Raumfahrt-Tourismus

Fast 70 Jahre müssen vergehen, bis die Wissenschaft bereit ist, die Phantastereien von Wells und Verne umzusetzen. Seit der ersten Mondlandung im Jahr 1969 hat sich aber viel getan. Trotzdem scheint aus heutiger Sicht ein Tourismus im Weltall ähnlich unmöglich. Dabei beschreibt die heutige Science-Fiction-Kultur diese Möglichkeiten so gerne und ausgiebig: Vom Mond-Freizeitpark bei "Futurama" bis zu sündigen Meilen auf weit entfernten Planeten bei "Guardians of the Galaxy".

Neben all den Skeptikern bringt unsere Zeit aber auch Visionäre wie Elon Musk hervor, der mit SpaceX und seiner "Big Fucking Rocket" bereits 2024 die ersten Menschen auf den Mars schicken will. Also sind Touristen auf weit entfernten Planeten keine so ferne Zukunftsmusik mehr? Urlaub auf dem Saturn, oder so ähnlich, ist das machbar?

Denkbar ist die Reise ins Weltall in Zukunft durchaus.

In der Theorie ist das tatsächlich möglich: Mit Antimaterie als Treibstoff. Damit könnten Raumschiffe 99,9 Prozent Lichtgeschwindigkeit erreichen – und tausende von Lichtjahren in nur wenigen Jahren zurücklegen. In der Praxis fehlt es jedoch an den Tonnen an Antimaterie, die zum Betreiben einer Rakete benötigt würden. Bisher haben Wissenschaftler nur einige Hundert Antimaterie-Atome produziert. Außerdem ist die Rakete noch nicht erfunden, die zum einen die Gammastrahlung bei annähender Lichtgeschwindigkeit aushält und zum anderen die benötigte Beschleunigung für den Flug aufbringt. Denkbar ist die Reise ins Weltall in Zukunft aber durchaus.

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Neben dem Tourismus befeuert aber noch ein ganz anderer Aspekt die Entwicklung der Raumfahrt: Stephen Hawking befürchtet, dass die Erde in rund 100 Jahren unbewohnbar sein wird. Schuld daran ist der Mensch selbst und der von ihm beeinflusste Klimawandel. Die Suche nach einem bewohnbaren Planeten irgendwo im All ist deshalb eine wichtige Motivation für die Weiterentwicklung der Raumfahrt.

Wer kein Poet ist, kein Arzt, Farmer, Wissenschaftler oder Magier, der darf Atlantis eben nicht verlassen, bevor es untergeht.

Im Juli 2015 gab die NASA bekannt, dass Wissenschaftler rund 1400 Lichtjahre entfernt eine potenzielle zweite Erde entdeckt haben: Kepler-452b. Ein Flug dorthin wäre mit annähender Lichtgeschwindigkeit möglich – denn an Bord des Raumschiffs verginge die Zeit sehr viel langsamer. Laut Einsteins Relativitätstheorie würden im Schiff nur rund acht Jahre vergehen, während außerhalb 1400 Jahre dahinflögen. Selbst wenn die Mission also gelänge, würden wir niemals davon erfahren und mit der Erde untergehen. Frei nach Donovan: Wer kein Poet ist, kein Arzt, Farmer, Wissenschaftler oder Magier, der darf Atlantis eben nicht verlassen, bevor es untergeht.

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