Technik

Tieren helfen: Tierschützer nutzen Big Data gegen Wilderer

von Carola Franzke

Eine Tierschutz-Initiative testet die Vorteile von Big Data, um Wildhüter in Naturschutzgebieten effizienter einzusetzen und bedrohten Tieren zu helfen.

Ein Hirschgeweih in der Nahaufnahme
Ein großes Geweih alleine bietet Tieren keinen Schutz – deshalb wollen Naturschützer Tieren jetzt mittels von Big Data helfen. Foto: Unsplash/ Livin4wheel

Das erfahren Sie gleich:

  • Wilderei ist in vielen Teilen der Welt lukrativ, und der Schutz von Elefanten und Nashörnern ist aufwändig und chronisch unterbesetzt
  • Naturschützer und Wildhüter weltweit testen die Vorteile von Big Data, um den Tieren zu helfen
  • Wilderei bedroht die Artenvielfalt in vielen Teilen der Welt

Am Computer Tieren helfen

Das Stichwort Tierschutz verbinden viele Leute mit handfesten Tätigkeiten – Dinge wie Tierheim-Hunde ausführen, Baby-Fledermäuse mit Fläschchen füttern oder ausmisten auf einem Gnadenhof. Tierschutz bedeutet aber in vielen Ländern der Welt Lebensgefahr für die Aktivisten, die den Tieren helfen wollen. Um Wildhüter und Naturschützer vor Ort zu unterstützen und Tieren effizienter zu helfen, nutzen Tierschutzorganisationen zunehmend die Vorteile von Big Data.

Die Vorteile von Big Data im Tierschutz

Ein Zusammenschluss von neun großen, überwiegend weltweit operierenden Tierschutzorganisationen wie WWF oder WCS steckt hinter SMART: Das „Spatial Monitoring and Reporting Tool“ ist sinngemäß ein Programm zur räumlichen Überwachung und Meldung. Die Initiative ist im Oktober 2011 ins Leben gerufen worden, um die SMART-Software zu entwickeln und weltweit in den Tierschutz zu integrieren. Seit Beginn der Partnerschaft ist die Technik heute schon in 55 Ländern an mehr als 600 Orten im Einsatz. Die Erfahrungen sind bisher vielversprechend.

Die Software schlägt effizientere Routen für die Kontrollfahrten der Wildhüter vor.

SMART sammelt Daten der Wildhüter, um Bewegungsmuster und Häufungen von Aktivitäten zu verfolgen. Hier kommen die Vorteile von Big Data dem Tierschutz zugute. Die Software fungiert als zentrale Sammelstelle für alle relevanten Informationen: Wo haben illegale Aktivitäten stattgefunden, gibt es Veränderungen in der Umwelt, wo halten sich Tiere auf, auf welcher Route sind die Wildhüter patrouilliert, welche besonderen Maßnahmen sind in Kraft getreten? Daraus kann die Software Muster erkennen – in Verbindung etwa mit PAWS (Protection Assistant for Wildlife Security) können dann effizientere Routen für die Kontrollfahrten der Wildhüter vorgeschlagen werden.

Ein Elefant läuft einen sandigen Weg entlang, der von Bäumen umgeben ist.
Dickhäuter in Gefahr: Besonders Elefanten brauchen Schutz – Wilderer jagen sie sogar mit Maschinengewehren. Foto: Unsplash/Gautam Arora

Besonderer Schutz für Nashörner und Elefanten

Jedes Jahr werden zehntausende Elefanten und Nashörner Opfer von Wilderern, denn trotz Handelsverboten ist das Geschäft mit Elfenbein und Horn immer noch lukrativ. So sehr, dass die Wilderer mit High-Tech und schwerer Bewaffnung ausgestattet sind: Wildhüter in afrikanischen Schwellenländern stehen immer häufiger gefährlichen Banden mit AK-47 Maschinengewehren gegenüber und haben selbst nur ein Gewehr und eine Handvoll Kugeln.

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Wilderei nimmt überall zu und ist immer besser organisiert, insbesondere bei wertvollen Tieren wie Elefanten und Nashörner.

Jonathan Palmer, Chef Technologie-Stratege bei der SMART-Partnerorganisation WCS (Wildlife Conservation Society), spricht von organisiertem Verbrechen: „Wilderei nimmt überall zu und ist immer besser organisiert, insbesondere bei wertvollen Tieren wie Elefanten und Nashörner“.

Trotz geringem Budget und hohem Risiko sind viele der Wildhüter engagiert bei der Sache: Sie riskieren ihr Leben zum Schutz der Elefanten und der besonders gefährdeten Nashörner – von ihnen gibt es weltweit weniger als 30.000 Exemplare, und jedes Jahr sterben allein in Südafrika etwa 1.000 Nashörner durch Wilderei. Palmer und seine Kollegen hoffen, dass Big Data-Analysen den entscheidenden Vorteil im Kampf gegen die organisierten Banden bringen werden – und sie noch besser Tieren helfen können.

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