Elektromobilität

The Boring Company plant U-Bahn-Ersatz

von Carola Franzke

Die Ziele der Boring Company haben sich geändert: Statt Autos soll das Hyperloop-System vorrangig Fußgänger und Radfahrer transportieren.

Ein Hyperloop-Tunnel von innen, auf dem Boden sind Schienen
Hyperloop statt Bus-Transport: Elon Musk rückt mit seinem Mega-Tunnel-Projekt vom Auto-Transport ab und will jetzt dem öffentlichen Verkehr Konkurrenz machen. Foto: The Boring Company

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Elon Musk mit der Boring Company lieber Fußgänger und Radfahrer statt Autos transportieren will
  • Wie das System – mit der Technologie des Hyperloop im Hintergrund – funktionieren soll
  • Wie die Tunnel den regulären Bus-Transport ersetzen könnten

Neue Ziele von The Boring Company

Elon Musk macht einen Sinneswandel durch: Die Boring Company soll sich nun darauf konzentrieren, vorrangig Fußgänger und Radfahrer zu transportieren. Die Richtungsänderung bei der Elektromobilität Made in USA kommt überraschend.

Denn ursprünglich hatte Musk angekündigt, mit seinem Unternehmen The Boring Company neue und schnelle Transportwege für Autos erschließen zu wollen. Inspiriert haben ihn die berüchtigten Staus in seiner Wahlheimat Los Angeles.

Fußgänger und Radfahrer haben Prio

Auch der Transport von Autos ist weiterhin vorgesehen – aber mit letzter Priorität. „Es ist eine Frage von Höflichkeit und Fairness. Wer sich kein Auto leisten kann, sollte zuerst fahren dürfen“, so Musk. Erst nachdem Radfahrer und Fußgänger einsteigen konnten kommen die Autos.

Da mit der neuen Philosophie auch einhergeht, dass ein sehr dichtes Netz von vielen kleinen Haltestellen kommen soll, bleibt die Frage, wie attraktiv so ein Transportsystem für Autos überhaupt wäre.

Ein Konzept-Shuttle der Boring Company; im Inneren sitzen und stehen Menschen
Die Boring Company als öffentliches Verkehrsmittel: Die Shuttle sollen in Zukunft den Verkehr unter die Erde bringen – und so dem Bus-Transport Konkurrenz machen. Foto: The Boring Company

Im Nahverkehr dürften viele kleine Haltestellen nur für Fußgänger und Radfahrer interessant sein. Denn das ist ein Schwachpunkt vieler Nahverkehrsnetze in amerikanischen Städten: zu wenige Haltestellen. Vielleicht wäre auch ein kostenloser Nahverkehr eine Möglichkeit – wie er hierzulande vorgeschlagen wurde.

Bus-Transport ohne echte Hyperloop-Technologie

In den Tunneln, die die Boring Company bauen wird, soll kein Vakuum herrschen. Stattdessen gibt es eine Art Magnetbahn. Hyperloop-Technologie mit Vakuum in den Röhren dürfte auch zu aufwendig werden, wenn man über viele Stationen in der Größenordnung „tausende“ nachdenkt.

Denn in städtischen Gebieten sollen kleine Kabinen an tausenden kleinen Stationen halten. Eine Animation, die Musk dazu auf Twitter geteilt hatte, zeigt die Transportkabinen, die wie Mini-Busse aussehen.

Diese sollen sich mit Geschwindigkeiten bis 200 km/h durch die Tunnel bewegen. Die Haltestellen sollen sich nahtlos ins Stadtbild fügen und nicht mehr Platz einnehmen als ein einzelner Parkplatz – im Unterschied zu den bisherigen U-Bahnstationen, die größer und weniger häufig sind.

Viele Widerstände regen sich

Es bleibt allerdings abzuwarten, was aus den Projekten der Boring Company am Ende wirklich wird. Große Verkehrsprojekte sind nicht nur in Berlin und Stuttgart schwierig.

Das California High Speed Rail Projekt etwa, mit dem Los Angeles und San Francisco eine schnelle Zugverbindung erhalten sollten, wird nicht wie geplant 2021, sondern voraussichtlich erst 2033 fertig.

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Schuld sind hauptsächlich Verzögerungen durch Prozesse und Widerstände der Gemeinden, die an der Strecke liegen. Auch werden sich die tatsächlichen Kosten seit der Planung am Ende mehr als verdoppelt haben, die Los Angeles Times hält sogar eine Verdreifachung für möglich.

Sollte sich Elon Musk mit seinen Projekten tatsächlich gegen solche Widrigkeiten durchsetzen, könnte man ja die Boring Company zum Bauträger des BER bestimmen.

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