Elektromobilität

Teurer Umstieg: Verkehrswende kostet 120 Milliarden Euro

von
Thomas Pitscheneder

Um die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, braucht es die Verkehrswende in Deutschland. Doch die könnte viel teurer sein, als bisher gedacht.

Blick auf eine Autobahnschleife
Auch in Deutschland braucht es dringend eine Verkehrswende, um die strengen Klimaziele erreichen zu können. Einfach gestaltet sich dieses Vorhaben allerdings nicht. Foto: Getty Images/Cultura RF

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Verkehrswende viel Geld kostet
  • Weshalb es sie dennoch unbedingt braucht
  • Welche Menge an Elektroautos zum Einhalten der Ziele notwendig ist

Ein vollständiger Umstieg von Verbrennungsmotoren auf elektrische Antriebe und alternative Fortbewegungsmittel ist mit großem Aufwand verbunden. Die Autohersteller müssen an den Elektromotoren und Batterien forschen, die Bundesregierung und private Unternehmen müssen die Infrastruktur auf die Beine stellen, die EU muss zahlreiche Regeln überdenken und Kraftwerke müssen den Strombedarf decken.

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In erster Linie kostet die Verkehrswende also Geld. Ein aktueller Bericht zeigt, dass das viel mehr ist als bisher gedacht.

Elektromobilität verursacht gigantische Kosten

In großen Städten kommt es auch weiterhin zur Überschreitung von Grenzwerten. Um die Emissionen einzudämmen, treten immer wieder neue Fahrverbote für Diesel in Kraft. Auch Benziner sind auf lange Sicht davon betroffen. Eine Lösung muss her – und die soll eine Verkehrswende sein. Statt Verbrennern sind bald nur noch Elektroautos erwünscht. Große Konzerne wie VW stellen ihre Produktion bereits im großen Stil um.

Doch die Elektromobilität verursacht auch hohe Kosten, wie eine Expertenkommission der Bundesregierung im Rahmen eines Entwurfs ihres Abschlussberichts mitteilt. Das Dokument liegt dem "Handelsblatt" vor. Demnach koste etwa das Schaffen der passenden Infrastruktur rund 25 Milliarden Euro. Doch nicht nur Elektroautos kosten Geld, auch der Ausbau des Nahverkehrs zahlt mit 14,5 Milliarden Euro in die Rechnung ein, wie auch die Schaffung von Rad- und Fußwegen mit 18 Milliarden Euro. Dazu kommen zahlreiche weitere kostspielige Faktoren. Als Grundlage der Berechnung dient die Zeit bis ins Jahr 2030.

Experten einig: Verkehrswende ist alternativlos

Gleichzeitig ist allerdings auch klar, dass eine Verkehrswende in Deutschland und Europa ohne echte Alternative ist. Durch die wachsende Verkehrsleistung seien die CO2-Emissionen im Verkehrssektor weiterhin gewachsen – obwohl sich die Effizienz der Fahrzeuge deutlich verbessert habe.

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Bereits im Jahr 2030 müssen die Unterzeichner des Pariser Klimaabkommens die Emissionen um 42 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Damit das klappt, braucht es die Verkehrswende dringend. Reichen dürfte jedoch auch sie nicht, um das Ziel zu erfüllen. Autofahrer müssen sich deshalb wohl auf zusätzliche Kosten einstellen. So könnte etwa das Tanken bald deutlich mehr kosten.

Einer Studie von Greenpeace zufolge, müsste der Anteil an Pkw mit Verbrennungsmotoren um 20 Millionen Fahrzeuge sinken. Nur so lassen sich die strengen Klimaziele bis 2030 einhalten. Im Entwurf der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission ist hingegen von 14 Millionen Elektroautos die Rede. Das wäre allerdings nur dann ausreichend, wenn es zu einer Schrumpfung des Individualverkehrs käme. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass bis 2030 Millionen Deutsche vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen.

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