Leben

Teuerster Kaffee der Welt: Dieses Start-up will im Weltraum rösten

von
Marten Zabel

Der teuerste Kaffee der Welt kommt vielleicht bald nicht mehr aus dem Darm der Zibetkatze, sondern aus dem Weltraum. Ein Start-up plant das.

Geröstete Kaffeebohnen für eine Kaffeemaschine.
Der teuerste Kaffee der Welt: Den will ein Start-up im Weltall rösten – mit der Technik von Rocket Lab? Foto: Getty Images/JohnnyGreig

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Start-up den teuersten Kaffee der Welt mit Röstung im All herstellen will
  • Wie der Raketenanbieter Rocket Lab den Transport der Kapsel bewerkstelligen könnte
  • Warum das Endprodukt mehr als 20 mal teurer als der berühmte Kopi Luwak wäre

Space Roasters nennt sich passenderweise eine Firma, die Raumfahrt und luxuriöse Kaffeekultur zusammenbringen möchte. Die Hitze des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre soll eine autonome Röstmaschine antreiben, die an Bord einer Rakete in den erdnahen Weltraum gereist ist. Derzeit sucht das Start-up noch nach einem geeigneten Anbieter für kommerzielle Raumflüge – genug Auswahl gibt es schließlich inzwischen. So soll der teuerste Kaffee der Welt entstehen.

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So soll der teuerste Kaffee der Welt entstehen

Die beiden Gründer von Space Roasters wollen mit ihrer eigens entwickelten und patentierten Röstkapsel den wohl exklusivsten Kaffee der Welt erschaffen. Das Gerät wiegt mit Inhalt etwa 500 Kilogramm und soll auf eine Höhe von 180 Kilometern in einen suborbitalen Flug gebracht werden. Beim Rücksturz zur Erde erhitzt der Wiedereintritt in die Atmosphäre die Außenhülle der Kapsel – und dann beginnt der eigentliche Röstvorgang.

Hitzeleitungen in der Außenwand der Kapsel leiten die Wärmeenergie des Wiedereintritts in vier Kammern, in denen sich jeweils 75 Kilogramm Kaffeebohnen bei Mikroschwerkraft befinden. Innerhalb von 20 Minuten sollen die Bohnen so gleichmäßig erhitzt und geröstet werden. Am Ende landet die Kapsel am Fallschirm und kann von ihren Besitzern eingesammelt werden, um den Kaffee zu ernten, verpacken und dann verkaufen zu können.

Rocket Lab hat die passende Rakete

Der Weltraum-Kaffee dürfte nur die teuersten Coffee Shops erreichen. Zwar hat Space Roasters noch keinen Preis genannt, der lässt sich aber anhand aktueller Raketenstartkosten durchaus errechnen: Ein potenzieller Träger ist Rocket Lab mit seiner Electron-Rakete, die kundenseitig pro Start sechs Millionen US-Dollar kostet.

Die 500-Kilo-Kapsel fasst insgesamt 300 Kilogramm Kaffeebohnen zur Veredelung. Damit käme der Kaffee von Space Roasters auf einen Kilopreis von 20.000 US-Dollar – allerdings noch ohne die Kapselkonstruktion, die Logistik von deren Bergung, Werbung und Gewinn. Trotzdem steht das Unternehmen nicht allein mit der Idee, im Weltall zu produzieren.

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Teurer als Kopi Luwak

Eine Tasse Kaffee von Space Roasters mit 10 Gramm Bohnen könnte entsprechend zwischen 300 und 500 US-Dollar kosten. Damit würde die Firma ein Produkt herstellen, das selbst den legendären Kopi Luwak, der durch den Verdauungstrakt von wild lebenden Zibetkatzen geht, in den Schatten stellt. Eine Tasse davon kostet nämlich, wenn man sie selbst kocht und sie nicht im Coffee Shop erwirbt, gerade einmal rund vier Euro.

Noch gibt es keine Vorbestellungsmöglichkeiten für Space Roasters. Gehen die Gründer aber ihren Weg weiter, entsteht demnächst eine deutlich exklusivere Möglichkeit, Kaffee zu rösten und zu genießen. Die Frage, ob der denn auch schmeckt, wird sich allerdings erst beantworten lassen, wenn es so weit ist.

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