Technik

Teslas Energiespeicher: So effektiv arbeitet die Großbatterie

von
Marten Zabel

Teslas großer Energiespeicher in Australien soll Windenergie speichern. Erste Zahlen zur Mega-Batterie zeigen eine positive Bilanz für das Stromnetz.

Die Tesla-Batterie: Der Energiespeicher in Australien.
Die Tesla-Batterie: Der Energiespeicher in Australien soll das Stromnetz stabilisieren. Foto: Tesla/Lightly Salted

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum sich die Tesla-Batterie in Australien in ihrem ersten Jahr bereits massiv gelohnt hat
  • Weshalb der Energiespeicher Kraftwerke überflüssig macht – und für die Betreiber lukrativ ist
  • Wie sich das Stromnetz künftig von ähnlichen Projekten deutlich entlasten lässt

In Südaustralien hat der Elektroautohersteller Tesla eine erste große Batterieanlage als Energiespeicher für regenerativ hergestellte Elektrizität installiert. Jetzt sind die ersten Zahlen zur Wirtschaftlichkeit des Projekts nach einem Jahr Betrieb da.

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Windfarm-Betreiber Neoen, dem die Batterianlage mit dem Namen Hornsdale Power Reserve gehört, ist mit den Wirtschaftszahlen äußerst zufrieden. Trotzdem klagt das Unternehmen über die Abrechnungsmöglichkeiten des australischen Stromnetz. Diese sind nämlich für ältere und deutlich unpräziser reagierende Dampfturbinen gemacht.

Tesla-Batterie: Ein mächtiger Energiespeicher

Das Powerpack-Projekt mit einer Kapazität von 129 MWh und einem Output von 100 MW ist äußerst rentabel. In den ersten 12 Monaten des Regelbetriebs hat es für seine Betreiberfirma eine Einsparung von 40 Millionen Australischen Dollar bedeutet und die Überkapazität von 35 MW zum Ausgleich von Netzspannungen ersetzt.

Das ist vor allem deshalb eine gute Bilanz, weil die Installation der Hornsdale Power Reserve 66 Millionen Dollar gekostet hat. Bereits im zweiten Jahr des Betriebs dürfte sich diese Investition also rentieren und die Technik schwarze Zahlen schreiben.

Als Energiespeicher für Zeiten, in denen regenerative Energien knapp sind oder es Lastspitzen im Stromnetz gibt, sind die Batterien extrem effektiv: Wird die gespeicherte elektrische Energie benötigt, kann die Hornsdale Power Reserve innerhalb von 100 Millisekunden einspringen und liefern. Dabei ist die Anlage allerdings fast schon zu gut für ihr eigenes Wohl.

Die Daten sagen uns, dass diese schnell reagierenden Systeme bei der Optimierung von Australiens Energiesystemen helfen können.

Paul Gleeson, Aurecon Engineering

Eigentlich hätte sie laut ihren Betreibern noch mehr Geld verdienen müssen, die Abrechnungsvorgänge innerhalb von Australiens Stromnetz sind allerdings nicht auf die präzise Ansteuerbarkeit ausgerichtet. Die rechnen mit den Anlaufzeiten klassischer Generatoren und Dampfturbinen, die bei den Batterien komplett wegfallen, so dass die Hornsdale Power Reserve bereits Energie liefert, bevor die Zähler laufen.

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Auf jeden Fall gut für das Stromnetz

Der Einsatz von Batteriespeichern für Lastspitzen ist selbst da sinnvoll, wo nicht nur regenerative Energieträger wie Windkraftwerke oder Solarparks im Einsatz sind. Wenn zum Beispiel eine Reihe von Kohlekraftwerken ein Land mit Strom versorgt, müssen davon genügend am Laufen sein, um die Spitzenverbrauchszeiten des Tages abzufangen, das allerdings zumeist rund um die Uhr.

Lässt sich die lastreichste Stunde des Tages auch aus Batterien mitspeisen, ließen sich somit Kraftwerke abschalten. Denn den Rest des Tages produzieren diese Kraftwerke sonst Energie, die außerhalb der Lastspitzen nicht abgerufen wird. Die Batterieanlagen lassen sich dann zu Randzeiten wieder aufladen, wenn immer noch genügend überschüssiger Strom produziert wird.

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